RechtsLinks 15. 1. 2017: Mapping Trumpworld, Correctiv vs Fake-News, Seeßlen über Trump und Populismus

Gepostet vor 5 Monaten, 9 Tagen in #Linkdump #AltRight #DonaldTrump #Fake #FakeNews #Media

Share: Twitter Facebook Mail

sub-buzz-11018-1484342735-1

Buzzfeed: Mapping Trumpworld: „We logged more than 1,500 people and organizations connected to the incoming administration.“

Netzpolitik: Facebook kündigt Maßnahmen gegen Fake News in Deutschland an

Facebook hat angekündigt, seine Maßnahmen gegen Fake News jetzt auch in Deutschland auszurollen. Facebook kündigte an,
- dass die Nutzer Falschmeldungen einfacher melden können,
- dass die gemeldeten Nachrichten nach einer Prüfung durch Faktenchecker ge­ge­be­nen­falls Warnhinweise erhalten würden,
- dass es finanzielle Anreize für Spammer bekämpfen wolle.

Correctiv dazu auf FB:

Wir wissen, dass diese Aufgabe nicht leicht ist. Neben blanken Falschmeldungen, erfundenen Geschichten und erlogener Propaganda gibt es eine Menge Geschichten auf Facebook, die nur ein wenig zu weit gedreht sind. Stories, die einen wahren Kern haben und dann so verdreht werden, dass sie zu FakeNews mutieren.

Wir haben nun mit Facebook vereinbart, dass wir in einem ersten Schritt sehen wollen, wie das Meldesystem für FakeNews auf Facebook funktioniert. Ist das ein gutes System? Ein System, mit dem wirklich FakeNews bekämpft werden können?

Angebliche Falschmeldungen sollen bei Facebook markiert werden und wir schauen über ein Backend rein, ob die angeblichen Falschmeldungen tatsächlich Bullshit sind oder doch halbwahr oder Ok. FakeNews werden anschließend nicht gelöscht, sondern als dubios markiert.

Ob dieses Modell dauerhaft funktioniert, wird sich herausstellen. Ich denke, es wird in jedem Fall ständig verbessert werden müssen. Wir müssen lernen.

Auszug aus Seeßlens neuem Buch auf Culturmag: Georg Seeßlen: Trump! POPulismus als Politik:

516fPtbO0HL._SX353_BO1,204,203,200_Donald Trump als zeitgemäße Variation des Volkshelden hat gewonnen, nicht obwohl, sondern weil er gegen Vernunft, Moral und Geschmack antrat. Gegen das Establishment, gegen einen Pakt von Kapital und Liberalismus. Und natürlich ist es zweitrangig, dass auch das Establishment dieses ist: partly truth and partly fiction. (Auch wir, links, demokratisch, kritisch, kurz, die verwirrten Kinder des Diskurses, hatten ja durchaus Gründe, dem Establishment das Recht abzusprechen, einfach immer so weiterzumachen.) Drei Modelle sind es, die alle Volkshelden-Legenden grundieren.

Erstens: Der Aufstand des »einfachen« »Volkes« mit seinem »natürlichen« Empfinden von Gerechtigkeit und Solidarität gegen eine »Elite«, die sich immer weiter von »unseren« Interessen und Empfindungen entfernt. Die sich verfeinert und abschottet, weil sie nicht nur ökonomisch und politisch, sondern auch kulturell funktioniert. (Nur nebenbei: Schauen wir uns alte Volkshelden-Filme an, mit Zorro, Maciste oder Django, dann stehen die »effeminierten«, die »tuntigen« Gecken immer auf der Seite des Establishments; Homophobie und Anti-Establishment verschmelzen in diesen Denunziationsbildern.)

Zweitens: Der Aufstand des ländlichen, konservativen, »religiösen« Landes gegen die urbanen, progressistischen, »sündigen« Zentren. Volkshelden kommen gern »aus der Vergangenheit« und von irgendwelchen Ursprüngen her. Und schließlich, drittens, der Aufstand der alten Werte, der alten Legitimationen, der alten Sitten gegen einen Fortschritt, der sie abkoppelt, gegen neue Charaktere und Interessen, gegen neue Ideen.

Wir kennen das zum Beispiel in unserer Musik, als Aufstand des »Authentischen« gegen das »Künstliche«, der sich oft genug auch geriert als Aufstand des »Männlichen« gegen das Quere und als Aufstand der einfachen Ehrlichkeit gegen die vieldeutige Maskierung. Wenn alles drei zusammenkommt: umso besser. Dann nämlich vereinen die Volkshelden- oder Popstar-Gesten nicht trotz, sondern genau in ihrer Selbstwidersprüchlichkeit all das, was an dem System, in dem wir leben, nicht stimmt. Und womit wir uns, wenigstens für den Augenblick, davon befreien. Und umso schlimmer: Dann nämlich gehen auch die Rollen von Popstar, Volksheld und Politiker beinahe zwangsläufig eine Verbindung ein. […]

Ein weiterer Aspekt aber ist wohl, dass wir Donald Trump einem amerikanischen Archetyp zuordnen können, der ebenfalls fest in der populären Mythologie verankert ist. Der Selfmademan, der unaufhaltsam von unten nach oben aufsteigt, zugleich abstoßend in seiner Rücksichtslosigkeit und faszinierend darin, wie er sich Menschen gefügig macht. Ein brutaler Machtmensch, gewiss, aber immer auch ein Verführer, ein Mensch, der indes – vielleicht gerade weil er auch Phasen der Entbehrung und Demütigung durchlebte – nie genug bekommen kann von Macht und Reichtum und der dann konsequent den Schritt vom Unternehmer zum Politiker machen muss und genauso konsequent den Schritt vom Faszinierenden zum Gefährlichen.

Bingo: spOnline: Sozialdemokratie in der Krise – Linke Heldengeschichte dringend gesucht:

Das Narrativ rechtsorientierter Parteien in Europa - und in der Geschichte insgesamt - findet über Abgrenzungsdiskurse statt, die aber derart gestaltet sind, dass sie auch Identitäten stiften: nicht nur Anti-Europa, sondern "wir" Deutsche; nicht nur "die" Flüchtlinge, sondern "unsere deutschen Werte". Das führt mitunter zu geradezu fantastischen Begriffs- und Ideenschöpfungen wie den "Reichsbürgern". Sie sind erzähltheoretisch "sujet-haft", und genau das begründet ihren Erfolg.

Es ist im Übrigen kein Zufall, dass wir inzwischen über das "Postfaktische" sprechen oder "Fake News" zur Kenntnis nehmen müssen. "Fiktion" kann eine Erzählform sein, die verfängt, vielleicht auch, weil das reale Leben als so miserabel und bedroht wahrgenommen wird. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass derartige Erscheinungen Ausdruck einer übermäßig rationalisierten Welt sind, in der - sei es mit Kollegen, Freunden und Familie oder an irgendeiner Theke - stets "vernünftig" argumentiert werden muss.

Buzzfeed: Hyperpartisan Sites And Facebook Pages Are Publishing False Stories And Conspiracy Theories About Angela Merkel: „Top-performing Merkel stories in both English and German are dominated by a string of highly critical, and often misleading, articles and headlines from websites that consistently publish fake news and conspiracy theories.“

Alexey Kovalev: A message to my doomed colleagues in the American media: „Congratulations, US media! You’ve just covered your first press conference of an authoritarian leader with a massive ego and a deep disdain for your trade and everything you hold dear. We in Russia have been doing it for 12 years now — with a short hiatus when our leader wasn’t technically our leader — so quite a few things during Donald Trump’s press conference rang my bells.“

Rechte Elite circa Kubitschek: TAZ: Rückwärtsgewandte Siedler – Die rechte Landlust.

„Sie pöbeln nicht, sind nicht tätowiert, zeigen keine Naziflaggen. Sie verhalten sich unverdächtig, brav. Sie kennen sich aus dem Dunstkreis der Ferienlager der Wiking-Jugend. Das völkische Denken ist ihre Ideologie. Aber die Völkische Bewegung ist älter als der Nationalsozialismus, auch wenn vieles von dem Gedankengut dort eingeflossen ist.“

Das konkrete Bedrohungspotenzial schätzt Hellwig nicht hoch ein. „Das Bedrohlichste ist wahrscheinlich, dass die Kinder, die dort aufwachsen, sich nicht frei entfalten können. Das ist auch eine Form von Gewalt.“

Die rechten Siedler breiten sich besonders in ländlichen Regionen aus, wo sich Politik und Zivilgesellschaft zurückgezogen haben, sagt die Güstrower Lokalpolitikerin Karen Larisch (Die Linke). Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Großkreisen ist dafür ein gutes Beispiel. „Unser Verdienst hier ist“, sagt Larisch, „die Szene wurde bestens erforscht.“ Auch dank der Antonio Amadeu Stiftung, die 2014 eine Studie über „Völkische Siedler im ländlichen Raum“ veröffentlicht hat.

Der New Yorker über die intellektuelle Rechte in den USA und Trumpism: INTELLECTUALS FOR TRUMP – A rogue group of conservative thinkers tries to build a governing ideology around a President-elect who disdains ideology.

Now that Trump is the President-elect, plenty of prominent conservatives are hoping that he will govern as a reliably conservative Republican. Decius, the faceless blogger, is hoping instead that Trump’s Presidency will mark the dawn of a new kind of conservative movement. He is one of a handful of pro-Trump intellectuals who have been laboring to establish an ideological foundation for the political tendency sometimes known as Trumpism. Politicians, as a rule, do not trouble themselves overmuch with the opinions of intellectuals, and Trump is unusually untroubled by debates about political philosophy. But these intellectuals—a group that includes anonymous bloggers and prominent academics—maintain that he does have a distinctive world view. In their argument, his unpredictable remarks and seemingly disparate proposals conceal a relatively coherent theory of governance, rooted in conservative political thought, which could provide an antidote to a Republican Party grown rigid and ineffective.

Charles Kesler, a political-science professor at Claremont McKenna and the editor of the Claremont Review of Books, calls Trump’s election “a liberating moment for conservatism,” an overdue repudiation of conservative élites and orthodoxy. The irony is that the modern conservative movement cohered, in the nineteen-sixties and seventies, as a rebellion against a Republican establishment that it considered out of touch. Now, according to a small but possibly prescient band of pro-Trump intellectuals, it is happening again. They suspect that Trump, despite his self-evident indiscipline, may prove to be a popular and consequential President, defying his critics—many of them conservative. They think that Trumpism exists, and that it could endure as something more substantive than a political slur.

If you root for frogs, know what you root for: cTheory: The Kids Aren’t Alt-Right (but the Alt-Right grown-ups are White supremacists):

When Donald Trump tweeted in November 2015 that 81% of white homicide victims are killed by Blacks, there was a rush by the mainstream media to point out that this was completely false. Although this was just one of the racist white lies told by the Trump campaign, the truer number of only 13% of white homicide victims having a Black perpetrator was only occasionally brought out to correct Trump’s lie. But what went completely unmentioned in the media were more accurate statistics such as one Black male killed every 28 hours in the US by police or vigilantes, and that whites are now 4.5 times more likely to be killed by other whites than Blacks. The silence around this “white crime” problem allowed the race panic of Black on white crime to hold throughout the election, excited by Trump’s promise to be the “law and order” president; to “clean up” the inner cities; to “keep an eye on” the Black Lives Matter movement; and to urge the US public that the exonerated Central Park 5—4 young Blacks and one Latino falsely accused in the 1989 New York City assault and rape of the 28-year-old white woman Trisha Meili, who ended up spending between 6 and 12 years behind bars—were in fact “really guilty”. My two conservative students would no doubt want this aspect of Trumpism to be called “racialism,” but I would contend that racialism only acts as a ground upon which an unambiguous white racism stalks and terrorizes.

Unbeknownst to most commentators on the alt-right (whose numbers have exploded after the media coverage of the annual meeting of Richard Spencer’s white supremacist National Policy Institute in Washington, D.C. on November 20, 2016), Jared Taylor was the original source for the panicked “blacks are slaughtering whites” meme circulated by Trump and his new white nationalist foot soldiers, Senator Jeff Sessions of Alabama and Steven Bannon of Breitbart News (the self-proclaimed “platform” for the alt-right). In 2000, Taylor’s New Century Foundation published a booklet called The Color of Crime, exhaustively detailing the “innate” criminality of Blacks. Wildly misconstruing its standard legal meaning, The Color of Crime argued that most Black on white violent crime should be categorized as “hate crimes”. In other words, for Taylor Black on white crime isn’t caused by the sociologic of African-Americans in the US being 3 times more likely than whites to be poor, or white families possessing 8 to 10 times the wealth of Black families. The fundamental cause of Black-white crime according to Taylor is the racialist fact that Blacks simply hate white people. […]

One of the reasons Taylor himself has incited White on Black violence is that he believes, like 19th and early 20th century racial science, that there is a biological link between Black bodies and criminality. Taylor’s evidence for this? Backpacking in Africa in the 1980s.

A Stephen King-Story of 2 Presidents

I find this far funnier than I should: „Stephen King has now been honored by two U.S. presidents: National Medal…

Tweets of Trouble

I find this far funnier than I should. (And I'm not convinced this is a photoshop. Differences in the same…

Reality leaks

The Intercept veröffentlichte gestern neue NSA-Leaks mit Beweisen für Wahl-Hacks der Russen. Direkt nach der Veröffentlichung wurde nun eine Frau…

British Power Slave tastes like real Rockstar Testicles

Poster und Flyer am 10 Pfund bei Wankers of the world. (via @b3ta_links)

Podcasts: Sid Vicious, Baudrillards Simulacra, das Wörterbuch der Unruhe und das Märchen vom unglaublichen Super-Kim aus Pjöngjang

Jede Menge Podcasts und Hörspiele, die ich in den letzten Wochen gehört habe, unter anderem ein Hörspiel um einen mutierenden…

Climate Agreement Pullout-Playlist

Daily Beast-Writer Asawin Suebsaeng a couple of minutes before Trump pulled out: Military jazz quartet accompanying Trump's Paris pull-out announcement…

Cassetteboys FakeNews-Compilation

„We're gonna end on this inspiring note: Tonight, nobody's safe – President Trump smoking Pot and demands money to get…

The Covfefe is strong in this one

Trump is out of fucks to give and so is everyone else: "And just before you serve it, you hit…

Pope sez Fuck Your Hand!

I find this far funnier than I should:

Hell is impatient, Goldenboy.

Then this happened: A sinkhole has opened in front of President Donald Trump’s Mar-a-Lago Club, according to an email alert…

*RECORDSCRATCH*FREEZEFRAME* Pope: Yep that's me. You're probably wondering how I ended up in this situation. 👹😡

Ich muss mir dieses Bild vom Trump beim Papst ins Blog kleben und ein paar der tausend Meme dazu. Pics…