William Gibson über die bizarre neue Realität

thumbs_3354-w-gibsonSehr spannendes Gespräch von Jochen Wegner mit William Gibson über Trump und die „bizarre neue Realität“, in der wir leben: „Ich hoffe, wir sind nicht in negativen Utopien gefangen“.

ZEITmagazin ONLINE: Nun ist es für Ihre 200.000 Twitter-Follower kaum noch möglich, Ihren Tweets zu folgen, weil Sie derart viele Anti-Trump-Statements retweeten, dass man Ihre eigenen Mitteilungen kaum noch findet. Sie scheinen zum ersten Mal offen politisiert.

Gibson: Es geht dabei nicht um Politik. Ich suche nach Narrativen für dieses Ereignis, nach Geschichten, die es erklären. Auch nach dem 11. September hat es eine Weile gedauert, bis Narrative da waren, die nicht nur lauteten: "Sie sind mit Flugzeugen in die Türme geflogen." Es braucht Zeit, bis wir unseren Kindern erklären können, was wirklich geschah. […]

Dinge, die ich im Lauf von 20 Jahren erwartet hätte, wurden auf 12 Monate komprimiert. Diese bizarre neue Realität ist auch ein professionelles Ärgernis für mich. Ich schreibe ja bloß Science-Fiction-Romane, aber wenn ich so eine verrückte Geschichte erfinden würde, könnte ich sie keinem Verlag verkaufen. […]

Was wir heute sehen, ist eine neue Art von globaler politischer Disruption, und zwar in dem Sinne, wie die Möchtegern-Unternehmer des Silicon Valley den Begriff benutzen: Du suchst dir ein bestehendes Modell, das du zerstören kannst. Die Leute in Trumps Kabinett sind so gewählt, dass sie ebenjenes System zerstören, das die von Ihnen zitierten guten Zahlen produziert. Wenn Trumps Wahl eine gewöhnliche Wahl ist, ist Uber eine gewöhnliche Taxifirma. […]

Wie oft aber sprechen wir heute über das 22. Jahrhundert, positiv oder negativ? Ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern. Das kann eine gute Sache sein. Ich hoffe jedenfalls, wir sind nicht bloß depressiv und in unseren negativen Utopien gefangen.

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