Links 16.12.2016: Facebooks Hatespeech-Richtlinien, #KeinGeldFürRechts und noch mehr Facebook

fucking

Die SZ macht dicke Hose mit einer „exklusiven“ Facebook-Story über deren Löschteam von Arvato/Bertelsmann. Die Haupt-Story unter dem Titel Das Netz des Bösen (uuh) liegt hinter einer Bezahlschranke, die englische Zusammenfassung gibts gratis.

Die Mobilegeeks hatten vor ein paar Wochen bereits genau dasselbe aufgeschrieben, nur halt nicht exklusiv und die SZ scheint mir ihr Exklusivitäts-Gedöns vor allem aus den Scans von internen Hatespeech-Vorgaben zu konstruieren, die ja ganz nett sind, aber: Gawker hatte bereits vor vier Jahren interne Hatespeech-Dokumente geleakt, die denen hier inhaltlich zumindest teilweise ähneln und auch die Geschichten von Content-Checkern, die den ganzen Tag abgeschnittene Köpfe und misshandelte Kinder betrachten müssen und davon Traumata davontragen sind alles andere als neu. Daher finde ich die Storys sowohl von den Mobilegeeks als auch der SZ eher so mittelinteressant und erwähne sie hier nur der Vollständigkeit halber. (Lustig finde ich dagegen Palles Content-Klau-Gefasel angesichts der Mittelinteressantheit. Naja.)

fake

Noch mehr Facebook: Die hatten gestern erste Maßnahmen gegen FakeNews angekündigt – eine Zusammenarbeit mit externen Fact-Checkern wie Snopes oder PolitiFact, einfachere Meldungen, Warnhinweise und Austrocknung der Finanzierung. Ich bin fine mit alldem.

Thomas Fischer über den Berichterstattungswahnsinn des Mordes von Freiburg: „Eine Tote in Freiburg, die Tagesschau berichtet nicht. Die Nichtmeldung führt zum Sturm der Berichterstattung – Deutschland im kommunikativen Krisenmodus.“

Die Aktion #KeinGeldFürRechts finde ich grenzwertig, aber letztenendes okay (denn keine Rechtsaußenseite hat ein Anrecht auf Werbegelder von Firmen, die meist gar nicht wissen, dass sie dort werben. Und darüberhinaus ist die Liste der ). Im Interview mit dem Stern erzählt Gerald Hensel jetzt unter anderem, welche Folgen das für ihn hatte (massive Hetze von Nazis natürlich) und seine Motivation dahinter und die haben weniger mit „Rechten“ zu tun, als man denkt und hängen viel mehr mit dem zusammen, das mich im Kontext von DasGeileNeueInternet ebenfalls interessiert, nämlich Daueraufregung durch Netzmechanismen:

Was ist Ihre wichtigste Lehre aus den letzten sieben Tagen?
Es gibt Leute, die haben manipulative Interessen daran, dass Menschen dauerwütend sind. Die eine Seite wird wütend, die andere Seite wird auch wütend. Ich hatte einen interessanten Dialog mit einem Menschen, der mich beschimpft und bedroht hat. In einem Moment der Empathie habe ich ihm zurückgeschrieben und gefragt, warum er wütend ist. Wir haben festgestellt, dass wir beide wütend sind.

Warum diese Wut?
Ich weiß warum: Weil es Leute gibt, die damit Geld verdienen. Wir starren auf unseren Handyscreen und brüllen uns an. Nur dass der Screen von Hans, so heißt der Mann, anders aussieht als meiner. In meinem sehe ich Fotos vom Mittagessen meiner Freunde und es werden Katzenfotos gepostet. Bei Hans köpfen Ausländer am Alexanderplatz Frauen, danach wird eine Massenvergewaltigung durchgeführt und keiner tut was. Eigentlich müssen Hans und ich zusammen ein Bier trinken gehen. So haben wir das früher gemacht. Es verdienen aber Leute Geld damit, dass Hans und ich kein Bier zusammen trinken können. […]

Sie kündigen, um Ihr Leben dem Kampf gegen Rechts zu widmen?
Ich würde die Formulierung "Kampf gegen Rechts" ungern benutzen. Ich habe aber ein großes Interesse an dem Thema "manipulative Knoten" im Netz.

thruuu

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Marco Maurer vom Neon-Mag hat sich als nationalistischer Germanistik-Student bei einer Leser-Reise des Rechtsaußen-Blogs PI-News nach Israel eingeschlichen. Man kann…