VERßALßATZ-ẞ WIRD OFFIßIELL

Gepostet vor 3 Monaten, 13 Tagen in #Design #Politics #Bureaucracy #Language #Typography

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Der Rat für Rechtschreibung hat in seinem Bericht an die Ständige Konferenz der Kultusminister vorgeschlagen, das große scharfe S offiziell in die Rechtschreibung einzuführen. Bislang ist es falsch, ein scharfes S in Versalien zu setzen, da 1.) die Zeichen (allermeistens) eine Ligatur aus dem kleinen s und dem lange Fraktur-ſ darstellt und sich nicht in das Schriftbild des Versalsatzes einfügen (KRAßEßBEIßPIEL ßIEHT NICH ßO GEIL AUß). Ersatzweise greift man daher in der Rechtschreibung seit immer auf das Doppel-S zurück, wobei seit dem Übergang von Fraktur zu Antiqua-Satz die Forderung nach einem versalen ß im Raum steht, vom Duden bereits 1925 gefordert: „Die Verwendung zweier Buchstaben für einen Laut ist nur ein Notbehelf, der aufhören muss, sobald ein geeigneter Druckbuchstabe für das große ß geschaffen ist.“

szSeit 2008 wurde allerdings bereits ein kapitales ß in Unicode untergebracht (ẞ) und nun dürfte der Buchstabe endlich (nach nur hundert Jahren Schriftsetzerbürokratiemumpitz) in die Rechtschreibung einziehen. Dann müssen natürlich noch die Schriftgießer Glyphenschneider Fontographer-Fuzzies nachziehen und ihre Schriften aktualisieren, was eh nur bei den bekannten Schriften und den größeren Buchstabenmachern passieren wird beziehungsweise bereits geschehen ist, VERSAL-ß gibt es bislang zum Beispiel für die Systemfonts Arial, Courier New, Times New Roman, Geneva und Verdana und ansonsten in über 1000 Schriften auf Myfonts. Das allerdings ist immer noch nur ein kleiner Bruchteil.

Typografie.info: Rechtschreibrat macht Weg für großes Eszett in amtlicher Rechtschreibung frei

Der Rechtschreibrat empfiehlt die Änderung des amtlichen Regelwerks dergestalt, dass das große Eszett in die Buchstabenliste der deutschen Buchstaben aufgenommen wird.

Jeder Buchstabe existiert als Kleinbuchstabe und als Großbuchstabe:
a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z ä ö ü ß
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Ä Ö Ü ẞ

Der bisherige Klammertext »Ausnahme ß« entfällt. Zur Schreibung in Großbuchstaben soll es zukünftig heißen: „Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS. Daneben ist auch die Verwendung des Großbuchstabens ẞ möglich. Beispiel: Straße – STRASSE – STRAẞE .“ Der Rechtschreibrat begründet diese Vorschläge ausführlich mit den bekannten Argumenten für das große Eszett, etwa mit Hinblick auf die Eindeutigkeit von Eigennamen. Außerdem beruft man sich auf die Beobachtung der häufigen Beibehaltung des Eszett im Versalsatz – in der »ein Bedürfnis nach Bewahrung des Schriftbildes in der Schreibung zum Ausdruck gebracht wird«. Weiter heißt es:

Mit dem Vorschlag, bei Schreibung mit Großbuchstaben den Großbuchstaben <ẞ> neben der Ersatzschreibung zuzulassen, soll eine mit dem Schriftbild besser zu vereinbarende Lösung angeboten werden, als es die zurzeit praktizierte Behelfslösung darstellt, die den Kleinbuchstaben <ß> inmitten von Großbuchstaben setzt.

In den bereits vorab durchgeführten Anhörungen im deutschsprachigen Raum wurde dem Vorschlag bereits ohne Einwände zugestimmt. Das Goethe-Institut begrüßt den Vorschlag zum Beispiel ausdrücklich und schließt sich »vollumfänglich« an. Die Schweiz und Liechtenstein enthielten sich, da sie das Eszett bekanntlich generell nicht verwenden.

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