„Postfaktisch“ ist Wort des Jahres

pfDie Gesellschaft für deutsche Sprache hat „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gewählt, nachdem bereits das Oxford Dictionary vor ein paar Wochen das Wort „Post-Truth“ zu deren Favorite 2016 erkoren hatte. „Brexit“ landete auf Platz 2, was für ein deutsches Wort des Jahres dann doch erstaunlich ist, genau wie „Social Bots“ auf der 6. Und „Oh, wie schön ist Panama“ landete nur auf Platz 10.

Aus der Pressemitteilung: GfdS wählt »postfaktisch« zum Wort des Jahres 2016.

Das Wort des Jahres 2016 ist postfaktisch. Diese Entscheidung traf am Mittwochabend eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie richtet damit das Augenmerk auf einen tiefgreifenden politischen Wandel.

Das Kunstwort postfaktisch, eine Lehnübertragung des amerikanisch-englischen post truth, verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« führt im »postfaktischen Zeitalter« zum Erfolg (ausführliche Worterklärung am Ende dieser Pressemitteilung von Jochen A. Bär).

Die Wörter des Jahres 2016
1. postfaktisch
2. Brexit
3. Silvesternacht
4. Schmähkritik
5. Trump-Effekt
6. Social Bots
7. schlechtes Blut
8. Gruselclown
9. Burkiniverbot
10. Oh, wie schön ist Panama