Die Mitte-Studie – Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2016

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Neue Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung:

40% aller Befragten meinen, die deutsche Gesellschaft würde durch den Islam unterwandert. Mehr als jede/r Vierte (28%) denkt: "Die regierenden Parteien betrügen das Volk", ebenso viele beklagen: "In Deutschland kann man nicht mehr frei seine Meinung äußern, ohne Ärger zu bekommen." (28%) und fordern: "Es ist Zeit, mehr Widerstand gegen die aktuelle Politik zu zeigen" (29%).

Immerhin:

Dagegen ist die Stimmung in der Bevölkerung in Hinblick auf die Geflüchteten deutlich positiver, als vielfach unterstellt. Die Mehrheit der Bevölkerung äußert sich im Sommer 2016 wohlwollend oder zumindest in der Tendenz positiv zur Aufnahme von Geflüchteten in Deutschland. Über die Hälfte der Befragten (56%) findet die Aufnahme gut, weitere 24% zumindest "teils-teils" gut und ist optimistisch, dass es der Gesellschaft gelingt, die aktuelle Situation zu bewältigen.

Patrick Gensing: Die AfD und die „Volksfront von rechts“

Tagesschau.de: Vorurteile in Deutschland – Der unüberbrückbare Spalt:

Wissenschaftler [stellen] eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft fest. So gebe es eine gefestigte und sich radikalisierende Minderheit, die "sich von demokratischen Diskursen entkoppelt hat, feindselig denkt und verstärkt auch feindselig handelt".

Insbesondere die gesellschaftliche Mitte sei gespalten, dort würden sowohl Meinungen vertreten, "die Gleichwertigkeit als Grundfeste der Demokratie betrachten, als auch menschenfeindliche Einstellungen, die diese Grundfeste in Frage stellen und gefährden", warnen die Forscher. Es sei "ein tiefer Spalt entstanden, der derzeit kaum überbrückbar zu sein scheint".