DasGeileNeueInternet-Links 26.10.2016: Das „postfaktische“ Zeitalter, Polarisation ermüdet Social Media-Nutzer, Wasting Time on the Internet

Gepostet vor 5 Monaten, 4 Tagen in #Kultur #Politics #Tech #DasGeileNeueInternet

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Artikel, die ich heute über DasGeileNeueInternet gelesen habe:

Caroline Fetscher im Tagesspiegel über Das "postfaktische" Zeitalter: Jeder macht sich seine eigene Welt:

Seit Platons Höhlengleichnis, wonach wir Menschen aus unserer Höhle – Psyche – heraus nur Schatten sehen und sie deuten, und differenzierter sei Freud und seit Dekonstruktivisten wie Jacques Derrida, kann die Gattung wissen, dass die menschliche Psyche sich ihre Realität anhand ihrer inneren Symbolwelt konstruiert. In der Welt des Bewusstseins, das hatte Freud erkannt, ist das Unbewusste stets mit am Werk. Aber wie sieht diese Symbolwelt aus? Woran orientiert sie sich, wie lesen, deuten und analysieren wir sie, wie arbeiten wir mit ihr? Wie kann, das ist das klarste aller Anliegen, das Ich die irrationalen Anteile integrieren, die antisozial sind?

Zunächst durch die analytische Anerkenntnis, dass sie existieren. Nicht nur „im Fremden“, im schlimmen „Anderen“, sondern im eigenen Inneren. Das Motto heißt: Nosce te ipsum, erkenne dich selbst.

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Rico Grimm fasst bei den Krautreportern Die Psychologie hinter Online-Kommentaren zusammen: „Wir werden in diesem Text erleben, dass Menschen zu Idioten werden, wenn sie nicht erkannt werden können (1), dass sich ihre Ansichten unter Gleichdenkenden radikalisieren (2), dass sie sich vor allem unter Gleichdenkenden aufhalten (3), die Internetkonzerne diese Stamm-Bildung sogar fördern (4), dass sich Menschen von ihrem Netzwerk nicht nur Informationen, sondern auch Gefühle diktieren lassen (5), sich für klug halten, obwohl sie keine Ahnung haben (6) und sich zu allem Überfluss auch noch nichts sagen lassen (7).“

Zwei Buchtipps bei The New Republic, einmal Tim Wus The Attention Merchants: The Epic Scramble to Get Inside Our Heads und Kenneth Goldsmiths Wasting Time on the Internet. Der Artikel hat die hübsche Headline The Perils of Peak Attention: „How do we shake off the village when we carry the world in our pocket?“

Und eine neue Studie des Pew Research Centers: Die Polarisation der politischen Debatten ermüdet große Teile der Social Media-Nutzer (wobei in diesen Umfragen natürlich die Endphase des US-Wahlkampf keine geringe Rolle spielen dürfte): The Political Environment on Social Media.

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  • More than one-third of social media users are worn out by the amount of political content they encounter, and more than half describe their online interactions with those they disagree with politically as stressful and frustrating
  • Many users view the tone of political discussions on social media as uniquely angry and disrespectful – although a sizeable share feels that these discussions simply reflect the broader political climate
  • Most users try to ignore political arguments on social media as best they can; when that fails, they take steps to curate their feeds and avoid the most offensive types of content.
  • Despite these annoyances, some users – especially those with high levels of political engagement – enjoy talking, debating and posting about political issues on social media.
  • Frustration over politically oriented social media discussions is a bipartisan phenomenon.
  • Political content is as prevalent on Facebook (where users mostly follow people they know personally) as it is on Twitter (where users tend to follow a wider mix of connections).
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