Creepy Clowns jetzt auch in Deutschland

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Die Creepy Clowns haben jetzt anscheinend Deutschland erreicht, in Wesel hat ein clownsmaskierter Unbekannter zwei Männer mit Messer und Pistole bedroht.

Meanwhile in Suffolk: „Two girls have been left shaken after they were threatened by a knifeman dressed as a clown. The incident took place on Durham Close, Bury St Edmunds, at around 6.25pm on Saturday, Suffolk Police said. Two teenage girls were approached by a man dressed as a clown holding what was described as a machete.“

Meanwhile in Northhampton: „For [Alex] Powell, watching the killer clown craze must be like watching your favourite band blowing up big time. Part of him may feel fondness for the development. Yet his inner hipster may seethe that he was into creepy clowns before they were cool.“

Interessant finde ich, dass sich diese Meme erst jetzt, ein paar Jahre nach den ersten Clown-Waves, tatsächlich weltweit verbreitet. Der New Yorker hat dafür eine recht einfache Erklärung, die zwar Sinn ergibt, mir aber nicht ganz ausreicht: „THE CREEPY-CLOWN HYSTERIA – It makes sense that 2016, the year that an orange-hued man ran for office, is when clowns stopped being funny.“

Ich vermute hinter diesem Phänomen noch dazu eine extrem gut funktionierende Verschränkung von Mikro- und Makro-Phänomenen der Aufmerksamkeitsökonomie (die Parallelen zum Trolling darf jeder selbst ziehen):

Man maskiert sich als Creepy Clown, schnappt sich ein Küchenmesser, geht auf die Straße und fuchtelt damit rum. Die reine Sichtung dürfte sich aufgrund der aktuellen Memefähigkeit des Phänomens rasend schnell verbreiten und zwar weltweit, da Medien gar nicht anders können, vor allem zu Halloween. Der „Clown“ ist dabei aufgrund seiner ultimativen Maskierung relativ safe.

Der „Clown“ kann sich nun in seinem mikro-sozial(medial)en Umfeld, das „in on the joke“ ist, damit brüsten: „Haha, look at me, I did that“. Damit ergibt sich ein Kreislauf aus globalem, anonymen Fame und memetischer Verstärkung, die das Phänomen immer weiter um sich greifen lässt. Für die Verstärkung sorgen in diesem Fall alleine und ausschließlich die berichtenden Medien (wie dieses hier natürlich auch).

In anderen Worten: Don't feed the Clowns.