Reviews: The Childhood of a Leader, I am not a Serial Killer, Blood Father, Bite, The Dead Room, Kickboxer: Vengeance

Gepostet vor 19 Tagen in Movies Share: Twitter Facebook Mail

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Letzte Woche weggeguckt, von gut nach schlecht.

Knaller: I am not a Serial Killer, The Childhood of a Leader.
Gut: Blood Father, Inside.
Für Genre-Liebhaber: Bite, Curse of the Faceless Man, Mosquito.
Scheiße: The Dead Room, Scanners 2+3, Kickboxer: Vengeance.

childThe Childhood of a Leader, 2015 ★★★★½ (Trailer)

Future-Diktator Prescott lebt im Jahr 1919 als Sohn seiner eines amerikanischen Diplomaten und seiner deutsch-stämmigen Mutter in einem Kaff in Frankreich. Während seine Eltern an den Verhandlungen des Vertrags von Versailles teilnehmen, entwickelt der Bub unter dem Einfluss seiner politisch aufgeladenen Umgebung ein paar nicht sehr angenehme Eigenschaften.

Basierend auf der 1939er Kurzgeschichte gleichen Namens von Jean-Paul Sartre, lebt das Psychodrama und Regie-Debut von Brady Corbet (Rollen in Melancholia, Martha Marcy May Marlene) ganz von seiner titelgebenden Prämisse und wirft die mal mehr, mal weniger unangenehmen Ausbrüche des zukünftigen Despoten eher random in die sich entfaltende Nebenhandlung um den kalten Zynismus politischer Diplomatie. Der Film verwebt seine Charakterstudie so mit der über allem schwebenden Vorbestimmung, die in den letzten Minuten die sich anbahnende historische Katastrophe nur noch andeutet. Childhood of a Trump.

Die Story bleibt dabei im Kontrast zu ihren konkreten Verweisen auf die Geschichte kryptisch. Wir erfahren nie den Namen der Eltern, der Junge wird einmal Prescott genannt, die genauen Ursachen für die ehelichen Probleme des Paars werden nicht konkret benannt. Diese Unschärfe bei gleichzeitig genauer historischer Lokalisierung macht The Childhood of a Leader zur universellen Metapher für Autoritarismus und Macht.

Wo sich Grass' Oskar Matzerath dem drohenden Faschismus durch Nicht-Wachsen, Drums und Revolution verweigert, bleibt Prescott diese Option verweigert – „I don't believe in Praying anymore!“ – sein Schicksal ist besiegelt. Politik wird hier zur alles verschlingenden Maschine, die Persönlichkeiten frisst und deformierte Charaktere ausspuckt, die alle Menschen, die mit ihr in Berührung kommen, gnadenlos ihren Regeln unterwirft und keine menschlichen Regungen zulässt.

Getragen wird der Film dabei vom durchweg brillanten Schauspiel, allen vorweg natürlich vom goldbelockten Newcomer Tom Sweet, neben dem selbst Satans Sohn Damien wie ein handzahmer Lausbub wirkt. Dazu wummert der eindringliche Soundtrack von Scott Walker, zu dem seine Hauptfigur in ihr von State-Building und dysfunktionalen Familienverhältnissen geformtes Erwachsenendasein marschiert. All das hervorragend fotografiert in genauso kalt wie opulent komponierten Bildern. Wer Politik, Macht und Autoritarismus verachtet, wird diesen Film lieben.

killerI Am Not a Serial Killer, 2016 ★★★★ (Trailer)

John Wayne Cleaver (Max Records, Where the wild Things are) ist ein typischer Teenager. In der Schule als „Freak“ gemobbt, hilft John nach der Schule seiner Bestatterinnen-Mutti April (Laura Fraser) beim Leichenaufschnitt, diagnostiziert sich selbst als Soziopath, entwickelt eine eher ungesunde Faszination für Serienkiller und bekämpft so halbmotiviert seinen inneren Drang, selber mal Hand anzulegen.

Als nun der Tod ins triste Kaff Clayton einzieht und Reihenweise Menschen umgebracht und ihrer Organe beraubt werden – inklusive rätselhafter Ölspuren an den Tatorten –, kommt der Bub dem Geheimnis des eigentlich so knuffigen Nachbarn Bill (Christopher „Doc Brown“ Lloyd) auf die Schliche.

Nach Antibirth (Review) bereits die nächste Mischung aus Slacker-Movie/Horror und ich sichere mir schonmal vorsorglich die Neologismus-Rechte an der Wort-Kombo „Grunge-Horror“.

Das Coming-Of-Age-Drama in Billy O'Brians (The Hybrid, Isolation) I Am Not a Serial Killer bleibt dank der etwas oberflächlichen Charakterzeichnung seiner Hauptfigur eher Nebensache und der Film bedient sich der griselig-grauen Indie-Ästhetik vor allem zur Kontrastierung seines Genre-Sujets. Und die funktioniert ganz hervorragend.

Der Film mäandert zwischen ziellosen Streifzügen durchs Kaff, verträumt gefilmten Gore in Nahaufnahme und punktuell knallbunter Beleuchtung und zieht dabei die Spannungs-Schraube um die sich parallel entwickelnde Obsession Johns und das Mystery um die Morde immer weiter zu, um sich schließlich am Ende mit einem wunderbar trashigen Finale die Krone aufzusetzen. Dazu ein Soundtrack aus skurriler Elektronik, Grunge und Punk.

insideInside, 2007 ★★★½ (Trailer, Amazon)

Die schwangere Sarah überlebt einen tragischen Unfall, bei dem ihr Mann ums Leben kommt. Ein paar Monate später, kurz vor Weihnachten, ist Sarah immer noch mit Trauer, Vorwürfen und Pränatalen Beschwerden beschäftigt, als eine fremde Frau an die Tür klopft und gerne mal das Telefon benutzen möchte. Sarah ist sofort misstraurisch und ruft die Polzei, die natürlich niemanden findet. Doch die Dame befindet sich längst in der Wohnung, entpuppt sich ratzfatz als psychopathische Mörderin mit Killer-Schere und es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod.

Großartiger, sehr harter Psychohorror von Alexandre Bustillo und Julien Maury aus Frankreich. Erinnert dank seiner in Blut badenden Stimmung selbstverständlich erstmal an Haute Tension und bietet dank einiger unerwarteter Besucher ein paar recht hübsche Variationen des kammerspieligen Belagerungszustands und das kathartische Ende gibt dem Film einen nett-schlüssigen Twist. Nur für Leute, die mit heftigen Verstümmelungen in Nahaufnahme klarkommen.

bloodBlood Father, 2016 ★★★½ (Trailer, Amazon)

Mel Gibsons Junkie-Tochter legt sich mit dem Kartell an und Ex-Alki-Papa zeigt den Wannabe-Gangstern, was ein echter Mad Max ist.

„You can’t be a prick all your life“ sagt Gibson an einer Stelle in Blood Father und tatsächlich fühlt sich der Film oft an wie eine Läuterung des Australiers für seine… ähm… zahlreichen Ausfälle. Der Film eröffnet mit Töchterchen beim Einkauf. Jede Menge 9mm-Kugeln und Bubblegum. Als sie noch ein Päckchen Kippen mitnehmen will, fragt man nach dem Ausweiß.

Der Film ist voll von solchen bissigen, kleinen Kritiken an amerikanischer Bigotterie und auch sonst liefert er großartige Pulp-Action mit jeder Menge altmodischem Shootout-Wumms. Toll besetzt auch in den Nebenrollen mit Michael Parks als Papas ehemaliger Vietnam-Kollege / Verkäufer von Nazi-Devotionalien mit angenehm und überraschend pointiertem Ende und William H. Macy als Patron der Anonymen Alkoholiker.

Leider macht Gibson ja ansonsten wieder verstärkt christliche Propaganda mit Hacksaw Ridge und dem angekündigten Passion of the Christ-Sequel, aber seine Variationen des irren Haudegen-Rächers kaufe ich ihm trotzdem jedesmal gerne ab.

biteBite, 2015 ★★★ (Trailer)

Casey feiert ihren Abschied als Junggesellin mit ihren Freundinnen Kirsten und Jill im Urlaub auf ’ner Insel, als sie beim Schwimmen von irgendwas gebissen wird. Zuhause angekommen mutiert die Dame zu einem Insektenmonster und legt jede Menge Eier in ihrer Wohnung.

Fängt erstmal mit FoundFootage-Crap an und nervt mit völlig generischen Charakterzeichnungen und einer banalen Heiraten-oder-doch-lieber-nich-Story, als die Kamera zuhause dann zu klassischen Bildern switcht und der Film cronenbergschen Boddyhorror auf einen loslässt.

Bite zitiert sein großes Vorbild The Fly natürlich an mehreren Stellen, packt obendrauf aber noch eine Wohnung voller Glibber-Eier drauf. Leider zelebriert der Film die völlige Auflösung des Körpers in Mutation nicht annähernd so konsequent wie Cronenberg, die tollen Schleim-Effekte und kammerspielartige Atmo im letzten Filmdrittel bringen den Film dann aber doch noch auf gehobenes Yucky-Horror-Niveau.

facelessCurse of the Faceless Man, 1958 ★★★ (Trailer, Amazon)

In Pompeji finden sie einen versteinerten Gladiator, der freilich gar nicht versteinert ist, sondern viel lieber unschuldigen Opfern die Köpfe zu Brei quetscht.

Netter LowBudget-Trash von Edward L. Cahn (Creature with the Atom Brain, Invasion of the Saucer Men), die Story so ungefähr ein dreiviertel Creature of the Black Lagoon-Ripoff, nur halt ohne Kiemenmensch. Tatsächlich funktioniert der simple Plot recht gut und erzeugt sogar heute noch sowas wie Spannung. Kann man als Freund alter 50s-B-Filme locker weggucken.

Mosquito, 1995 ★★½ (Trailer, Amazon)

Ein Alien-Raumschiff crasht auf die Erde und als Moskitos deren Blut trinken, mutieren sie zu Riesenviechern.

Billiger Schlock voller Riesenmoskitos. Ich liebe Riesenmoskitos, auch wenn sie schlecht getrickst sind und der Plot völlig egal und die Schauspieler eher schlecht agieren (mit der rühmlichen Ausnahme von Gunnar „Leatherface“ Hansen, der hier eine nettes Texas Chainsaw-Zitat unterbringen kann) und das alles ist ja völlig wurscht weil fucking Riesenmoskitos. Billiger Scheiß, aber nett.

whaleReykjavik Whale Watching Massacre, 2009 ★★ (Trailer, Amazon)

Touristen gehen mit einem Walfänger auf Wale Watching Tour, nichtsahnend, dass die Besatzung aus einer ganz fiesen Meuchelmörderfamilie besteht.

Das originelle Setting hätte ’ne echt nette Trashperle abgeben können und der Film liefert auch anständig Gore und so. Leider aber sind die Touris hohl wie Brot und die Killer schmeißen nur so mit rassistischer Kackscheiße um sich, so dass der Zuschauer gar nicht mehr weiß, wen er da jetzt auf der Leinwand mehr hassen soll. Nette Idee, leider sehr unsympathisch umgesetzt, da rettet dann auch der Gore nichts mehr.

The Dead Room, 2015 ★★ (Trailer)

Parapsychologen untersuchen ein Spukhaus in Neuseeland. Es passiert exakt genau das, was man erwartet.

Völlig generischer, wenn auch halbwegs schick gefilmter Haunted House-Film. Komplett und vollständig mittelmäßig, nichts an diesem Film ist in irgendeiner Art und Weise bemerkenswert (mal abgesehen von seiner unglaublichen Mittelmäßigkeit). Keine Überraschungen, Schauspieler so mittel, Kamera so mittel, Atmo so mittel und der Spuk ist auch eher so mittel. Gähnomat. Ich schau mir lieber dreimal richtig schlechte Kacke wie Scanners 3 oder Kickboxer Vengeance an (siehe unten) an, als solch langweiligen Mittelscheiß.

scannersScanners II: The New Order, 1991 ★★ (Trailer, Amazon)

Ein machtgeiler Polizeichef bringt böse Scanner unter seine Kontrolle und es entbrennt ein Kampf zwischen guten und bösen Kopfplatzmachern.

Nach Cronenbergs 1981er Hard SciFi-Horror kam man Anfang der 90er aus irgendeinem Grund auf die Idee, zwei Nachfolger für's TV zu drehen. Von der Intensität der Inszenierung bleibt natürlich nichts übrig und Christian Duguays Film schluddert eine runtergedummte Version von Cronenbergs Versatzspiel um Macht und Körperhorror zusammen, äußerst wackelig getragen von ganz und gar durchschnittlichem Schauspiel.

Scanners III: The Takeover, 1992 ★½ (Trailer, Amazon)

Nachdem Helenas Vater ihr ein experimentelles Gegenmittel für die Nebeneffekte ihrer Scanner-Fähigkeiten verabreicht, verliert sie jedes moralische Bewusstsein, tötet Papa und übernimmt seine Firma. Ihr guter Scanner-Bruder muss nun alles daransetzen, um sie auf ihrem Weg zur Weltherrschaft aufzuhalten.

Ich hatte nicht gedacht, dass man das Scanners-Thema noch schlechter als Teil 2 verfilmen könnte, but here we go. Noch schlechtere Schauspieler, deren Scanners-Grimassen hier nun endgültig die Grenze zum unfreiwillig Komischen überschreiten.

Kickboxer: Vengeance, 2016 ★½ (Trailer, Amazon)

Der fiese Martial Arts tötet Eric Sloane in einem Full Contact-Duell in Thailand. Dessen Bruder Kurt sinnt auf Rache und sucht Rat und Training bei Jean Claude Van Damme.

Sort of Remake des 1989er Van Damme-Schlocks Kickboxer. Dieselbe tausendmal erzählte Story in neuen Bildern. Leider miserabel geschnitten, dilettantische Kamera, dazu schneiden sie auffällig oft den Impact der Schläge und Tritte weg, was die Actionsequenzen der nötigen Wucht beraubt. Außerdem wirkt die Choreographie an vielen Stellen sehr albern und unfreiwillig komisch, die Bilder der letzten Sekunden des Finales sind dank der schlechten Kamera erst nach dem Climax dechiffrierbar, nachdem der Hauptdarsteller seinen bildversperrenden Unterarm aus dem Bild schiebt. Ganz übel. Ein halber Stern für die nachgetanzte Sequenz aus dem 80er-Original im Abspann.

Tags: Review

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