Reviews: The Similars, Don't kill it, Cell, Creepy, Level Up, We Go On

Gepostet vor 3 Monaten, 12 Tagen in Movies Share: Twitter Facebook Mail

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Die Filme des zehnten und elften Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht. (Den fantastischen Greasy Strangler hatte ich hier rezensiert.)

simThe Similars (Los Parecidos) - ★★★★ (Trailer)

In der regnerischen Nacht des 2. Oktobers 1968 finden sich acht unterschiedlichste Menschen in einem Busbahnhof. Minenarbeiter Ulises trifft die schwangere Irene, aus dem Radio wechseln sich beunruhigende Meldungen eines unerklärlichen Wetterphänomens mit Nachrichten über ein brutales Studentenmassaker ab, ein aggressiver verschwörungstheoretisch-paranoider Medizinstudent und eine alte Schamanin tauchen auf und eine Frau mit ihrem kranken Kind und alle wollen möglichst schnell nach Mexico City abreisen.

Plötzlich wächst den Wartenden einer nach dem anderen eine völlig irre Gesichtsmutation und als das scheinbar kranke Kind seltsame Fähigkeiten offenbart, beginnt das Rätselraten um die geheimnisvollen Ereignisse. Kommen da grade Aliens im Regen? Oder erliegen alle den Halluzinationen eines geheimen Experiments der Regierung?

Großartig inszenierter Mystery-SciFi mit absurd-komödiantischen Untertönen von Isaac Ezban in fast-schwarzweißen Sepia-Farben als theater-artiges Kammerspiel um Konformismus und Identität. Bodysnatchers meets Twilight Zone (tatsächlich bedient sich der Film ausgiebig bei einer ganz speziellen Folge, die zu verraten ein ziemlicher Spoiler wäre).

Leider (und das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau) belässt Ezban seine Metaphern auf das reale Massaker von Tlatelolco und die eigentlich interessanten Fragen zu Gleichtaktung und Identität im Vagen und beschäftigt sich lieber mit EC-Comics und alten 50s-B-Movies, was für mich als Liebhaber natürlich vollkommen klargeht. Ein Hauch mehr Subtext hätte den Film aber zu einem Meisterwerk machen können, so bleibt The Similars „nur“ eine wirklich tolle, kleine Liebeserklärung an die SciFi-Horror-Vorbilder von damals.

creepCreepy (Kurîpî: Itsuwari no rinjin) - ★★★½ (Trailer)

Profiler Takakura zieht sich nach einem missglückten Verhör, in dessen Zuge eine Frau getötet und er schwer verletzt wurde, zurück und zieht in ein ruhiges Viertel am Rande der Stadt und arbeitet an der Universität als Dozent für Kriminalpsychologie. Auf die Bitte seines Ex-Kollegen Nogami rollt er noch einmal den alten Fall um eine verschwundene Familie auf, während seine Frau Yasuko versucht, freundschaftliche Bande zur Nachbarschaft aufzubauen.

Speziell Nishino von nebenan entpuppt sich schnell als ziemlich seltsamer Typ, der zwischen ablehnender Paranoia und aufdringlicher Belästigung hin und herschwankt. Als ihr dann auch noch Nishinos Tochter heimlich ins Ohr flüstert, er sei gar nicht ihr Vater, entspinnt sich ein Psychothriller, der uns in die Abgründe der Nachbarschaft führt – und in Nishinos Keller.

Romanverfilmung von Kiyoshi Kurosawa (Pulse, The Cure, Tokyo Sonata), ein klassischer Psycho-Thriller, der seine fiese und hinterlistige Geschichte in grandios fotografierten Bildern erzählt. Every Frame a Painting, indeed. Die abrupte Auflösung bildet einen schönen Kontrast zum Verwirrspiel der ersten Hälfte, die dreckigen und in der Tat äußerst creepigen Bilder münden dann aber leider in ein repetitives und etwas unschlüssiges Finale, das am Ende wie ein unnötiges Anhängsel wirkt.

killDon't kill it - ★★★ (Workprint, Trailer)

Mordserie in einem Kaff in Mississippi, die Opfer haben etwas beunruhigendes gemeinsam: Alle Opfer waren die Täter des vorangegangenen Mordes. 9 Tote in einer Woche sind für den Sheriff am Arsch der Welt ein bisschen viel und als FBI-Agentin Evelyn Pierce die blutigen Vorkommnisse untersuchen soll, taucht Dämonenjäger Jebediah Woodley (Dolph Lundgren) auf. Und der erklärt der extrem christlichen, aber in Dämonenfragen dennoch äußerst ungläubigen Gemeinde, was sie da grade heimsucht: Ein uralter Dämon, der von Menschen Besitz ergreift und von Körper zu Körper springt.

Toller Fun-Splatter von Trash-Filmer Mike Mendez (der mir übrigens gestern im Q&A verraten hat, dass ein chinesisches Remake von Big Ass Spider geplant ist). Gutes Schauspiel geht anders, man merkt dem Film an, dass er in grade mal drei Wochen runtergedreht wurde und selbstverständlich holpert Mike Mendez' Inszenierung so ein bisschen rumpelig vor sich hin (was auch dem Workprint geschuldet sein kann, Mendez' meinte, die Version, die wir auf dem Festival als Weltpremiere gesehen hatten, sei so zu 90% fertig.)

Aber man merkt den Beteiligten den Spaß an diesem Film an, Lundgren spielt hölzern, hat aber sichtlich Freude an seiner Genre-Rolle als Crocodile Dundee in der Dämonenjäger-Version. Die Gewaltausbrüche erinnern wahlweise an Evil Dead oder an Braindead und es fliegen einem haufenweise Körperteile um die Ohren. Angesichts des leider ziemlich splatterfreien Festivals eine willkommene Abwechslung.

levelLevel Up - ★★½ (Trailer)

Matt zockt den ganzen Tag und glotzt „lustige“ Youtube-Videos, als er plötzlich Besuch von drei maskierten Unbekannten erhält, die den jungen Mann niederschlagen und seine Freundin Anna entführen. Er findet sich ab jetzt auf einer Schnitzeljagd, bei der er Aufgaben erfüllen muss, die ihn per SMS in immer absurdere und gefährliche Situationen schickt. Ein Real-Life-Game um das Leben von Matts Freundin, in dem ganz London zum Shooter-Level wird.

Netter Variation von Finchers The Game mit einer Prise Running Man, der es leider an tatsächlicher Action und Spannung mangelt. Hauptdarsteller Josh Bowman spielt seinen Protagonisten mit konfus-verzweifeltem Selbstbewusstsein, der Film bleibt aber leider über weite Strecken kraftlos und lahm und die genau eine überraschende Wendung im Finale ist eindeutig zu wenig. Meh.

cellCell - ★½ (Trailer)

Comiczeichner Clay (John Cusack) befindet sich auf dem Weg zu Ex-Frau und seinem Sohn, als die Smartphone-Zombieseuche am Flughafen ausbricht und alle, die grade mit dem Ohr am Handy, werden zu irren Killern. Clay flüchtet sich vor einem ins Gate crashenden Jet in die U-Bahn, wo er gemeinsam mit Schaffner Tom (Samuel L. Jackson) und Nachbarin Alice (Isabelle Fuhrman, The Orphan) die Flucht durch das Chaos in Boston antritt und sich auf die Suche nach seiner Familie begibt.

Schwache Verfilmung von Stephen Kings gleichnamigen Roman von Tod Williams, der bereits Paranormal Activity 2 verbrochen hatte. Die halbwegs packende Eröffnungssequenz ist alleine der ausufernden Gewalt geschuldet, der Film ist ideenlos inszeniert, der Schnitt ist konfus, die Kamera sucht in diesem Film prinzipiell den schlechtesten, unübersichtlichsten und langweiligsten aller Frames. Dazu kommen wirklich schlechte Rauch- und Feuer-FX auf Asylum-Niveau.

Ein halber Stern für die Glitch-Sounds und einer für die nette Besetzung, die diesen technisch mangelhaften und erzählerisch langweiligen Film allerdings nicht retten können.

goWe Go On - ★ (Trailer)

Miles hat so viel Angst vor dem Sterben, dass er eine Belohnung über 30k Dollar für denjenigen auslobt, der ihm einen Beweis für ein Leben nach dem Tod erbringen kann. Das lockt freilich hunderte Spinner an, aber auch eine handvoll Leute, die anscheinend mehr über das Jenseits wissen, als Miles lieb sein kann. Gemeinsam mit seiner Mutter macht er sich auf die Suche nach der ultimativen Wahrheit und findet ein schreckliches Geheimnis.

Seine wenigen funktionierenden und beklemmend wirkenden Sequenzen verdankt We Go On seinem Sounddesign, leider verfolgt der Film im Anschluss lieber eine recht belanglose Story um einen rachsüchtigen Geist. Und zu diesem ziemlich mittelschlechten Setup gesellt sich dann Hauptdarsteller Clark Freeman (Beverly Hills Chihuahua 2), dem man für seine dilettantische Grimassenschneiderei und sein unerträgliches Spiel am liebsten selber kräftig eine reinwürgen will.

Schade um Genre-Veteranin Annette O‘Toole (Superman 3, Cat People, 48 Hrs, Smallville), die eine nette Mutti abgibt, die ihren Filmsohn Miles aber anscheinend selbst am liebsten packen und mal kräftig durchschütteln möchte.

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
Tag 2: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy
Tag 3: Kevin Smiths Yoga Hosers, The Lesson, The Neighbor, Scare Campaign
Tag 4: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend
Tag 5: Under the Shadow, Imperium, To steal from a Thief
Tag 6: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital
Tag 7: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil
Tag 8: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV
Tag 9: Antibirth, Seoul Station, Don't grow up, Into the Forest
Tag 10: Der schmierige Würger ist der größte Bullshit-Artist der Welt

Tags: Review

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