Der schmierige Würger ist der größte Bullshit-Artist der Welt

Gepostet vor 1 Monat, 5 Tagen in Movies Share: Twitter Facebook Mail

gggrease

Big Ronnie spannt mit seinem Riesenpenis dem mikrobepimmelten Sohn Big Brayden die Freundin aus, die er kurz zuvor auf einer ihrer Touristen-Rundgänge zu den billigsten Locations der Disco-Geschichte aufgerissen hat. Big Brayden hat nun die Wahl: Rächt er sich an seinem Vater, der seine Speisen nur fett-triefend und ölig mag und auch Grapefruits und Hotdogs mit Schmalz einschmiert und mit gigantischer Morgenlatte dem Sohn ins Gesicht furzt? Oder tritt er in seine Fußstapfen und wird zum Greasy Strangler, dem fettigen Würger von Los Angeles?

Was ist das nur für 1 Film? I can't even.

greasyWer dachte, dass Swiss Army Man der seltsamste Film des Jahres würde, sieht sich getäuscht. Fucked Up ist als Kategorie für The Greasly Strangler unzureichend – der Film ist die Sorte Troma-Trash, die Troma nie hinbekommen hat. John Waters Pink Flamingos minus Hundescheiße plus wie Kacke aussehende und vor Fett triefende Bratwurst gleich The Greasly Strangler. Quentin Dupieux' Wrong ohne Arthouse-Allüren, dafür mit noch mehr Dada und absurdestem Splatter.

Die Dialoge drehen sich in minutenlangen Loops um dieselben absurden Gags („Potato“ – „What?“ – „Potato“ – „What?“ – „Potato“ – „What?“, „Bullshit, Walrusshit, Tigershit, Penguinshit, King-Penguinshit“, „Bullshit-Artist!“ – „Bullshit-Artist!“ – „Bullshit-Artist!“ – „Bullshit!“), angereichert mit weirden Storys über Celebrities („John Travolta once looked at you when you were little. He said you were a great Baby.“ oder „I met Michael Jackson on his way to a secret conference in Rome.“), abgerundet mit Jokes und deren absichtlichen Anti-Pointen. Und irgendwo in seinem Plot um ein Beziehungsdreieck steckt eine klassische griechische Tragödie, nur eben nicht in shakespearschem Versmaß dargeboten, sondern ganz tief in ein Faß voller Fett getunkt.

Der Film ist ein Test der Grenzen seines Publikums, eine absichtliche Erniedrigung des guten Geschmacks, eine Übung in Masochismus. The Greasy Strangler ist in all seiner trashigen Abartigkeit, in der fettige Pizza-Mampfs mit doppelt Käse Löcher in Gesichter geschlagen, schmalzige Second Skins in der Autowaschstraße weggeschrien und Augen über Lagerfeuer gegrillt werden, ein völlig einzigartiges Kunst-Machwerk voller knallbunter Brillanz und der gigantische Pimmel schlabbert dabei die ganze Zeit prominent in der Bildmitte, gut sichtbar durch den pink-transparente Disco-Dress und umgeben von haufenweise schwarzgekräuseltem Schamhaar.

The Greasy Strangler is the biggest Bullshit-Artist of them all, mein voraussichtliches Highlight des Fantasy Filmfests, Freak-Cinema at it's best. All hail to The Greasy Strangler.

The Greasy Strangler, 2016 - ★★★★½
Regie: Jim Hosking
Buch: Toby Harvard, Jim Hosking
Featuring: Michael St. Michaels, Sky Elobar, Elizabeth De Razzo
Ab 7. Oktober als Video on Demand

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
Tag 2: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy
Tag 3: Kevin Smiths Yoga Hosers, The Lesson, The Neighbor, Scare Campaign
Tag 4: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend
Tag 5: Under the Shadow, Imperium, To steal from a Thief
Tag 6: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital
Tag 7: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil
Tag 8: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV
Tag 9: Antibirth, Seoul Station, Don't grow up, Into the Forest

Tags: Horror Review

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