Reviews: Antibirth, Seoul Station, Don't grow up, Into the Forest

Gepostet vor 1 Monat, 1 Tag in Movies Share: Twitter Facebook Mail

gggggg

Die Filme des neunten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht.

antiAntibirth - ★★★½ (Trailer)

Lou (Natasha Lyonne) arbeitet als Putze, raucht wie'n Schlot, säuft wie'n Loch und zieht den ganzen Tag an der Bong, wenn sie nicht grade zusammen mit ihrer Freundin Sadie (Chloë Sevigny) auf ’ner Party mosht. Als sie auf einmal schwanger wird, sich allerdings an keinen „Cock inside“ erinnern kann, dann auch noch Verschwörungstheoretikerin Lorna (Meg Tilly) und ein ein weirder Militärfuzzi auftauchen und Lous schwangerer Körper immer seltsamere Dinge anstellt, wird aus der bekifften Druffiparty ganz schnell ein Trashfest um Aliens, weggefressene Gesichter und die größte Fußblase der Welt.

Danny Perez Antibirth ist eine Mischung aus runtergekommenen WhiteTrash-Slacker und Troma, was tatsächlich besser funktioniert, als es sollte. Natasha Lyonne weiß offensichtlich sehr genau, wie man authentisch an einer Bong zieht, die halluzinatorischen, absichtlich-schlecht getricksten (aber halbwegs virtuos montierten) Trips mit absurdesten Bildern wechseln sich mit Kamerafahrten durch das trostlose Nichts in Michigan und dem zugemüllten Zuhause von Lou ab, während der Film seinen wortwörtlichen Trash immer dicker auf der Leinwand verteilt.

Der Trash wirkt in Antibirth nicht aufgesetzt, wie bei zu vielen der neuzeitlichen Fake-Trashfilme von Asylum bis Kung Fury. Der Film hat seinen Punk verinnerlicht und spielt seine drei Akkorde knackig und auf den Punkt. Das Finale ist dann noch ein netter Seitenhieb auf War of the Worlds, ein eigentlich nur kleiner, mieser Gag, der dem vorangegangenen Geschehen aber einen sehr dreckigen und punktgenauen Sinn verleiht. Antibirth fühlt sich ein bisschen an, als würde man mit seinem abgestandenen Dosenbier nachts über ein verwüstetes, leergefeiertes Festivalgelände wanken und auf einmal kickt das Acid. Toll, auf so ’ne Art.

seoulSeoul Station - ★★★ (Trailer)

Ausreißerin Hyun-Suen lebt mit ihrem Loser-Freund in einem Apartment, für das sie kaum die Miete aufbringen können. Als ihr Typ sie auch noch zur Prostitution überreden will, ergreift sie erneut die Flucht und irrt durch die nächtlichen Straßen von Seoul. Dort breitet sich allerdings grade ein Zombie-Virus unter Obdachlosen aus. Als sich schließlich ihr Vater auf die Suche nach Hyun-Suen macht und dabei ihren Loserfreund aufgabelt, treffen die drei am Bahnhof endlich aufeinander, wo sie sich nicht nur gegen die immer weiter um sich greifende Zombie-Seuche wehren müssen.

Nette Zombie-Variation von Yeon Sang-Ho aus Südkorea. Der Film leidet in meinen westlichen Augen leider sehr unter der Überdramatisierung kleiner Gesten und dem ständigen Rumgeflenne seiner Charaktere, die Figuren heulen ständig und schmeißen sich in dramatischen Gesten auf den Boden und es nervt. Wenn man damit allerdings klarkommt, bleibt ein okayer und halbwegs origineller Eintrag ins Subgenre.

Die Zeichnungen sind mittel bis gut, die künstliche Bewegungsunschärfe wirkt allerdings unangebracht und die Rotoskopie wirkt ein bisschen faul. Dafür hat der Film aber einen ganz netten, wenn auch sehr unsubtil dargereichten sozialpolitischen Subtext, in dem er den Patient Zero des Zombie-Outbreaks bei Obdachlosen ansiedelt und so ein paar Metaphern auf gesellschaftliche Einkommensverteilung anbringen kann.

Letztlich wird der Film wahrscheinlich nur als Tie-In zu Sang-Hos Train to Busan (der ebenfalls auf dem Fantasy Filmfest als Abschlussfilm laufen wird) wirklich interessant werden, ich gehe davon aus, dass wir ein paar der Charaktere im Film wiedersehen werden. Als Standalone ist Seoul Station leider „nur“ nett.

growDon't Grow Up - ★★½ (Trailer)

May, Pearl, Bastian, Liam, Shawn und Thomas leben im Jugendheim und als auf einmal alle Erwachsenen verschwinden, lassen sie's erstmal krachen. Sie plündern alle Vorräte, besaufen sich und kiffen in der Küche. Als sie schließlich Nachschub im nahegelegenen Kaff besorgen wollen, dämmert es ihnen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Und in der Tat, ab einem bestimmten Entwicklungsstand (offenbar unabhängig vom Alter), mutieren Menschen hier zu weißäugigen Killern.

Eine Coming-Of-Age-Geschichte in einer recht interessanten Variante der Zombie-Apocalypse. Leider macht der Film aus seiner Prämisse nur extrem wenig und konzentriert sich auf eine banale Romanze zwischen Problemkids, die man so schon tausendmal gesehen hat.

Was mich besonders ärgert: Der Film hätte die Gelegenheit gemacht, ein echt interessantes Szenario zu untersuchen. Was bedeutet Jugend mit der Aussicht auf eine Zukunft als Zombie? Was bedeutet die Metapher der Zombie-Erwachsenen für unsere reale Welt, in der Babyboomer ihren Kids die Ressourcen wegbrennen und den Planeten in ein Treibhaus verwandeln?

Der Film macht genau nichts daraus, taugt auch nicht als Zombie-Film (zuwenig Zombie-Action) und als Jugenddrama bleibt er leider nur sehr banal. Schade.

dansInto the Forest (Dans la forêt) - ★★

Der acht Jahre alte Tom leidet unter der Scheidung seiner Eltern und sieht auch schonmal irgendwelche Teufel in der Gestalt eines missgebildeten Mannes in der Gegend rumstehen. Trotzdem fährt er mit Papa und dem großen Bruder in die Wälder von Schweden, um dort in einer Hütte mal so richtig Urlaub zu machen. Nur leider hat Papa nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Schön startender Outback-Grusel mit ein paar übernatürlichen Elementen (und nicht zu verwechseln mit Into The Forest mit Ellen Page), nur leider entgleist die Story ab circa der Hälfte in zusammenhanglosen Blödsinn. Der Film erzählt an keiner Stelle, warum der Papa auf einmal immer tiefer in die Wälder will oder warum er immer aggressiver wird. Das Ende ist kryptischer Bockmist, der keinerlei Antworten liefert und anscheinend auf so ’ne prätentiöse Art offen für Interpretation sein will – dafür hätte der Film aber weitaus mehr Material zur Analyse liefern müssen, anstatt einen relativ gradlinigen Mystery-Thriller vorzubereiten, dem er im Finale die Auflösung verweigert.

Crap mit ein paar hübschen Bildern aus Schweden. Taugt zur Urlaubsinspiration. Ach ja, und ein schöner Shot mit Glühwürmchen.

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
Tag 2: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy
Tag 3: Kevin Smiths Yoga Hosers, The Lesson, The Neighbor, Scare Campaign
Tag 4: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend
Tag 5: Under the Shadow, Imperium, To steal from a Thief
Tag 6: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital
Tag 7: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil
Tag 8: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV

Tags: FFF Horror Review

mov

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