Reviews: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV

Gepostet vor 1 Monat, 3 Tagen in Movies Share: Twitter Facebook Mail

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Die Filme des achten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht.

fleshWe are the Flesh, 2016 - ★★★½ (Trailer)

Ein Troll (Mann mittleren Alters) lebt in seiner Höhle (baustellenartige Wohnung irgendwo in Mexiko), destilliert ein drogenartiges Zeug, und nimmt verschwisterte Kids bei sich auf. Mit denen baut er sein Zuhause in ein höhlenartiges Labyrinth, eine Gebärmutter-Theaterbühne aus Pappe, Holz und Klebeband um, überredet sie zu Inzest, verarbeitet einen Ex-Soldaten zu Hackfleisch und Blutwurst und feiert am Ende eine „Party like no other“.

Assoziationen zu We are the Flesh, dem Debut-Film von Emiliano Rocha Minter, in loser Reihenfolge: WTF?!, halluzinatorisch, zum Erbrechen edgy, theater-like, WTF?!, Pimmel, Fotze, Fellatio, Ficken, irgendwas mit Religion, mit Tod und Auferstehung und irgendwas mit Nietzsche und Siegmund Freud und überhaupt: Irgendwas. Ich weiß auch nachdem ich eine Nacht lang über den Film geschlafen habe nicht, was mir der Film eigentlich sagen wollte. Wahrscheinlich, dass wir alle nur Primaten sind. Oder sowas.

Man kann We are the Flesh seine Qualitäten nicht absprechen, als experimentelle Kunst funktioniert er hervorragend, ist verstörend und bietet genug schick gefilmte Bilder, um einem die knapp 80 Minuten nicht allzu lange vorkommen zu lassen. Als Film versagt er allerdings, die Geschichte bleibt ein kryptisch-diffuses Irgendwas, die Botschaft (wenn es denn eine gibt) will zuviel, will die komplette Existenz des Menschen verklausulieren und alles in Symbole verpacken und am Ende fragt man sich doch nur, was das jetzt eigentlich sollte.

Ihr kennt die Szene aus Big Lebowski, als der Dude ins Studio der Künstlerin latscht und sie von hinten aus dem Dunkeln über ihn hinwegfliegt und Menstruationsblut auf der Leinwand verspritzt? Der Dude war ich, gestern im Kino, und die Kunst ist We are the Flesh.

Der Film ist ungefähr so, als würde Lars von Trier das Märchen vom Rumpelstilzchen verfilmen, nur hat sogar ein Provokateur wie Von Trier begriffen, dass man selbst das experimentellste Arthouse am besten in eine transportierende Geschichte verpackt. Die besseren We are The Fleshs wären für mich Ferreris Das große Fressen oder Von Triers Dogville. Es bleibt ein nachhaltig verstörendes Kunstwerk, das als Film leider nicht wirklich funktionieren will und einem mit den Pimmeln und Mösen in Nahaufnahme sein experimentelles Arthouse etwas penetrant um die Ohren haut.

debNight Of The Living Deb, 2015 - ★★★ (Trailer)

Die etwas unsichere und einfältige, aber sehr liebenswerte Deb lernt in einer Bar den Schönling Ryan kennen und landet prompt mit dem Herrn im Bett. Der will sie eigentlich erstmal loswerden, nur kommt die Nacht der lebenden Toten dazwischen. Während sich das ungleiche Paar zum Domizil von Ryans reichem Papa durchschlägt, bekommen sie es mit ein paar Zombies und fiesen Soldaten zu tun.

Kyle Rankins Spielfilm-Nachfolger zu seiner wunderbar-trashigen Insekten-Invasion Infestation wäre ziemlich gerne Shaun of the Dead, dazu fehlen ihm aber die Zombie-Qualitäten. Der Outbreak wirkt an keiner Stelle wirklich bedrohlich, die Untoten bleiben Hintergrund für eine leider nur sehr durchschnittliche Komödie, deren Gags oft auch eher so halbwitzig sind und nicht so richtig zünden wollen.

Kann man mal gucken, den Film retten dann doch seine grundsympathischen Figuren und ich mag es, dass Kyle Rankin den legendären Ray Wise (Twin Peaks, Robocop) praktisch in der selben Rolle besetzt, wie schon bei Infestation. Wer schon immer mal Kimmy Schmidt meets Shaun of the Dead sehen wollte, der kann Night of the Living Deb an einem Sonntagmittag auf DVD wegschauen. Insgesamt leider nur meh.

ffKingsglaive: Final Fantasy XV, 2016 - ½ (Trailer)

Böses Reich überfällt gute Stadt mit jeder Menge Krachbumm, böser Onkel entführt blonde Prinzessin, Held befreit Prinzessin.

Ein mit 110 Minuten überlanges Commercial zum neuen Final Fantasy-Game in fotorealistischem CGI, das nach wie vor völlig unecht aussieht und dessen Charaktere immer noch wie Wachsfiguren wirken. Das funktioniert in den Action-Sequenzen, in den Charakter-Momenten allerdings versagt die Technik komplett. Die 3D-Scans sind okay, wirken im Detail aber unförmig, vor allem die Hände sehen oft aus wie klobige Anhängsel oder matschige Tentakel ohne Knochenbau und die Bewegungen der Figuren sind oft zu schnell, zu gleichförmig, zu gestelzt und sehen bei genauerem Hinsehen aus wie In-Game-Animationen.

Dazu kommt eine grandios scheußliche Optik, die anscheinend dem Spiel geschuldet ist, mit dem ich ebenfalls noch nie etwas anfangen konnte. Sämtliche Ästhetiken, die es auf der Welt so gibt, werden hier zusammengeklatscht. Einem Manga entsprungene Charaktere fahren productgeplacete Audis in modernen Städten, die sich nicht zwischen Steampunk und Mittelalter entscheiden können, dazwischen laufen Soldaten in Wehrmachts-Uniform rum, irgendwo gibt's auch klassische Fantasy-Wälder und Drachen, insektenartige Aliens, die aus Starcraft geklaut wurden und Tentakelmonster in nicht nachvollziehbarem Creature-Design. Ein hirnloser Overkill an visuellen Eindrücken, der den dummen Plot ausgleichen und über die für Fotorealismus nach wie vor nicht ausreichende Technik hinwegtäuschen soll.

Der Film kommt als BluRay-Zugabe zu den Schnickschnack-Editions des Games und mehr ist er auch nicht, ein Werbefilmchen, ein Tech-Demo. Den halben Stern gibt's dafür, dass sie über hundert Minuten mit bewegten Bildern vollgepisst haben.

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
Tag 2: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy
Tag 3: Kevin Smiths Yoga Hosers, The Lesson, The Neighbor, Scare Campaign
Tag 4: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend
Tag 5: Under the Shadow, Imperium, To steal from a Thief
Tag 6: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital
Tag 7: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil

Tags: FFF Horror Review

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