Doku: Hieronymus Bosch – Vom Teufel berührt

Vor ein paar Tagen hatte ich den englischen Trailer noch gebloggt, jetzt gibt's die Doku Hieronymus Bosch – Vom Teufel berührt bis Ende September auf Arte+7. (Update von Thomas auf FB: „Das ist ärgerlicherweise eine fürs Arte-Sendeschema auf 59 Minuten runtergekürzte Version. Der Film dauert eigentlich 87 Minuten und kommt Mitte September ins Kino.“)

boschDer Niederländer Hieronymus Bosch (um 1450-1516) ist ein bedeutender Künstler der Renaissance. Seine Gemälde und Tafeln zeigen lebendige Fantasien auf Basis religiöser Themen seiner Zeit. Mit einem visionären Stil interpretierte er klassische Geschichten wie das "Das Jüngste Gericht" neu. Denn anders als seine damaligen Kollegen stellte Bosch nicht den klerikalen Inhalt in den Vordergrund, vielmehr schien er vom Bösen fasziniert zu sein. Er erkannte es als Teil von Gottes Schöpfung an. So kann man Boschs Werke als Verarbeitung wichtiger moralischer Fragen seiner Zeit betrachten. Oder wollte der Künstler etwas anderes ausdrücken? Wie spirituell war er? War er gar vom Teufel besessen?

Der Dokumentarfilm begleitet ein Forscherteam aus Bosch-Experten, das vier Jahre um die Welt reist und die angesehensten Museen der Welt aufsucht. Ihre Mission: bis zum 500. Todestag des Künstlers im Jahr 2016 das Rätsel von Hieronymus Bosch lösen.

Unter der Leitung von Matthijs Ilsink wird eine Art Autopsie mit den noch 25 existierenden Werken Boschs durchgeführt. Modernste Technik ermöglicht es, einen Blick hinter die Farbe zu gewähren und die Entstehung der Gemälde nachzuvollziehen. Mit den hochauflösenden Makroaufnahmen des Teams taucht der Zuschauer in die Faszination der visionären Welt ein, die aus Szenen von Teufeln, Folter und nackten Menschen besteht. Neben den Fakten, die Historiker und Kuratoren über Hieronymus Bosch schildern, werden versteckte Details und noch nie gesehene Geschichten in den Gemälden sichtbar.