Reviews: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend

Gepostet vor 7 Monaten, 4 Tagen in #Movies #FFF #Horror #Review

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Die Filme des vierten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht. (Vorher: Tag 1, Tag 2, Tag 3)

motherThe Eyes of My Mother - ★★★★

Klein Francisca wächst in der Abgeschiedenheit auf dem Land als Tochter eines amerikanischen Bauern und einer portugiesischen Chirurgin auf, als ein böser Irrer namens Charlie die liebe Mama meuchelt. Papa kommt nach Hause, schlägt den bösen Charlie darnieder und kettet ihn in der Scheune an und begräbt die tote Mutter im nahegelegenen Wald. Als Charlie nun ständig um Hilfe schreit, wendet Francisca ihre von Mutti gelernten OP-Skills an seinen Stimmbändern und Augen an und verpflegt ihn daraufhin jahraus, jahrein, so wie man das mit guten Freunden halt macht.

Als nun auch noch der Papa verstirbt, ist die mittlerweile zur Frau herangewachsene Francesca ganz alleine und Charlie sieht mittlerweile auch nicht mehr ganz so gut aus. Also muss Nachschub her.

Nicolas Pesces Debütfilm in elegantem SchwarzWeiß und mit ganz viel Arthouse ist so ungefähr das, was dabei herauskommt, wenn man Hitchcocks Psycho mit Buttgereits Nekromantik kreuzt und dann noch Night of the Hunter und ein bisschen Eraserhead hinzufügt.

Die tolle und einfallsreiche Kameraarbeit fängt dabei ein paar superschicke Bilder ein, der Film überschreitet dank seiner ultra-morbiden Stimmung, dem punktgenauen Schnitt und dem ständig mitschwingenden Pulp-Augenzwinkern nie die Grenze zum Prätentiösen und ist mit seinen grade mal 77 Minuten erfrischend dicht inszeniert.

giftThe Girl with All the Gifts - ★★★ (Trailer)

Die Welt nach dem Zombie-Outbreak, mal wieder. Ein tödlicher Pilz verwandelt Menschen in sogenannte „Hungries“ und der Zivilisationsrest sucht in einer Militärbasis verzweifelt nach einem Heilmittel. Vor allem die Hungry-Kids der zweiten Generation versprechen Erfolg und die kleine Melanie (Sennia Nanua), die erstaunliche Resistenz gegen die in ihr wohnenden Hungry-Reflexe entwickelt, scheint die beste Quelle für das Anti-Serum zu sein. Dafür benötigt Dr. Caroline Caldwell (Glenn Close) nur das Zentralnervensystem mit Brain und Wirbelsäule von Mel, womit ihre Lehrerin Helen Justineau (Gemma Arterton) allerdings nicht so ganz einverstanden ist. Aber bevor Frau Doktor die Melanie auseinandernehmen kann, wird die Basis dann sowieso von Zombies überrannt.

Die nette Prämisse ist für regelmäßige NC-Leser nichts neues (spoilerartiger Link) und wird hier in gesteigerter Form „nur“ auf das Zombie-Invasion-Szenario übertragen. Das liefert immerhin ein paar nette Bilder, die irgendwo zwischen Bodysnatchers und Romeros Day of the Dead angesiedelt sind und Sennia Nanua sorgt mit ihrer hervorragend gespielten Melanie für ein paar wirklich nette Zombie-Mensch-Interaktionen.

Das war's dann aber auch leider schon, ansonsten folgt der Film einer recht simplen Story, die Zombie-Hungries und die Lord-of-the-Fly-Kids gegen Ende wirken leider oft unfreiwillig komisch und The Girl with all the Gifts leidet zudem sehr an ein paar oberflächlichen logischen Fehlern, die das Verhalten der Hungries mal mehr, mal weniger random erscheinen lassen. Die Prämisse und die aus ihr resultierenden Bilder hätten mehr hergegeben, diese bilden aber nur den Rahmen für ganz und gar durchschnittliche Zombie-Action. Schade.

shelShelley - ★★★ (Trailer)

Elena (Cosmina Stratan) arbeitet bei Kasper und Louise als Haushaltshilfe in ihrem Haus am See, wo die beiden als Eigenversorger und ohne Strom ein aufs Nötigste reduziertes Leben führen. Um sich endlich eine Wohnung für sich und ihren Sohn leisten zu können, trägt Elena als Leihmutter das Kind des Paares aus, was freilich keine gute allzu gute Idee war.

Ruhig erzählter Schwangerschafts-Grusel von Regie-Neuling Ali Abbasi mit überzeugender Hauptdarstellerin. Für meinen Geschmack etwas zu ruhig. Der Film entwickelt zwar eine recht subtile creepy Atmosphäre, die Story ist dabei allerdings zu unoriginell, lässt sich dabei zuviel Zeit und wird somit schon nach kurzer Zeit schlichtweg langweilig.

Die Atmo rettet den Film zwar am Ende vor allzu großer Beliebigkeit, am Ende war mir Shelley dann aber doch ziemlich egal.

psychoPsycho Raman - ★★★ (Trailer)

Vier jahre lang tötete Killer Raman Raghav von 1965 bis 1969 in Bombay laut eigenen Angaben 41 Menschen. Auf dieser Mordserie basiert Psycho Raman von Anurag Kashyap, der die Geschichte des Serienkillers zum Katz- und Maus-Spiel zwischen Raman und seinem Verfolger, dem Bad-Cop Raghav, umspinnt.

Kashyap erspart uns in Psycho Raman zum Glück allzu alberne Bollywood-Tropes und es wird dankenswerterweise auf Tanz- und Musicaleinlagen verzichtet – dennoch überschreitet sein Film mit den zum pumpenden EDM-Soundtrack dargestellten Morden die Grenze zur banalisierenden Gewaltverherrlichung. Darüber hinaus ist er mit seinen 127 Minuten mindestens eine halbe Stunde zu lang.

Erträglich machen den Film dann aber doch das Schauspiel von Nawazuddin Siddiqui, der seiner Figur ein paar sehr diabolische Momente entlocken kann, und der durchaus interessant verschachtelte Plot. Naja.

mojMojin: The Lost Legend - ★★½ (Trailer)

Die Abenteuer-Archäologen Hu, Wang und Shirley auf der Suche nach dem Equinox Flower-Stein, der Tote zum Leben erweckt und irgendwo in der Mongolei im Grabmal einer Prinzessin rumliegt. Und selbstverständlich führt die Suche zu jeder Menge Action, Dämonen, Mumien und anderem Gezeucht.

Mojin war einer der erfolgreichsten Blockbuster in China, entpuppt sich aber schnell als langweiliger Indiana Jones/The Mummy-Ripoff, dessen Effekt-Overkill über die einfallslose Story hinwegtäuschen soll.

Sieht genau so aus, wie man sich den Film bei den Stichworten Mummy/Indy vorstellt, bietet in seiner Action aber weit weniger Abwechslung und zeigt darüber hinaus dasselbe alberne Drahtseilgehüpfe, das bereits Van Helsing zum unerträglichen Scheiß machte. Gleichförmiger Hollywood-Ripoff der teuren Sorte. Thanx but no thanx.

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