Reviews: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy

Gepostet vor 1 Jahr in #Movies #FFF #Horror #Review

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Die Filme des zweiten Tages auf dem Fantasy-Filmfest, von gut nach schlecht:

MV5BMjAzMzQwNDQ4Ml5BMl5BanBnXkFtZTgwNDU4MzgzOTE@._V1_The Devil’s Candy ★★★½ (aus irgendeinem Grund finde ich nur ’nen russischen Trailer)

Künstler Jesse zieht mit seiner Familie in ein großes Haus auf's Land und wird alsbald von gutturalen Stimmen verfolgt und malt nur noch satanische Botschaften. Zwischendrin beobachten wir den ehemaligen Hausbewohner Ray dabei, wie er verzweifelt versucht, seine Besessenheit mit lautem Metal und einer Flying V zu vertreiben, was ihm natürlich nicht so richtig gut gelingt und er weiterhin Kinderseelen an den Teufel opfert – the Devils Candy eben.

The Devils Candy war für mich die Überraschung des gestrigen Tages. Die Charaktere sind durch die Bank grundsympathisch, inklusive des enorm creepy Villains gespielt von Pruitt Taylor Vince, dessen irres Augenrollen mich schon in Filmen wie Natural Born Killers, Identity, Jacob's Ladder und Monster wahnsinnig gemacht hat. Und Künstler-Jesse, gepielt von Ethan Embry, sieht aus wie Catweazle.

Die etwas altbackene Possession-Story erhält durch den Metal-Spin eine sehr nette Frischzellenkur und überhaupt: großartiger Soundtrack mit Metallica, Sunn O))) und Slayer! Leider bleibt der Schwermetall des Films zu oberflächlich, um den Film zu einem „echten“ Eintrag im Subgenre des Metal-Horrors zu machen, wie etwa Shock 'Em Dead, Hardrock Zombies oder Ragman zu machen. Trotzdem hat der Film genug Gespür für Timing und bietet ein nägelkauendes, hochspannendes Finale, um ihn für mich zum besten Film des gestrigen Festival-Tages zu machen.

braqueurs-affiche-2The Crew ★★★½ (Trailer)
Gangleader Yanis ist spezialisiert auf den Überfall bewaffneter Schwertransporter. Die Coups sind bis ins letzte Detail perfekt geplant und immer 100% sauber ausgeführt. Bis sein kleiner Bruder eine in einem Raubüberfall benutzte Waffe nicht nach Plan entsorgt, sondern an das Mitglied einer anderen Gang verkauft. Die rivalisierenden Gangster erpressen Yanis daraufhin zu einem weiteren Überfall und es eskaliert jede Menge Krachbumm und Bandenkrieg.

The Crew ist ein typischer Vertreter des harten, realistischen Actionkinos aus Frankreich und überzeugt durch eine minimalistische, konsequent zu Ende erzählte Story, seine toll gespielten und trotz aller Ultra-Coolness durchaus differenziert gezeichneten Charaktere und natürlich durch gnadenlose, hochspannende Action.

Einzige Wehmutstropfen sind die eher mittelmäßige Kamera, die den Film oft wie eine bessere TV-Produktion aussehen lässt, und eine Geschichte, die vielleicht aufgrund ihrer Stringenz keinen Platz für Subtext bietet. Es bleibt „nur“ ein knallharter Actionfilm.

abattoir_poster_02Abattoir ★★★ (Trailer)
Als Julia die frisch dahingemeuchelte Familie ihrer Schwester findet und daraufhin der Tatort geheimnisvollerweise aus dem Haus gerissen wird, recherchiert die Journalistin dem mysteriösen Geschehen hinterher und trifft auf ein halbverlassenes Kaff in der Gewalt eines Predigers und seiner Geistersammlung.

Als ich den Trailer gesehen hatte, erwartete ich eine weitere langweilige Story um ein Geisterhaus. Auch die Bilder zu Beginn des Films, die aus der Zeit gefallen schienen und mit Motiven aus Film Noir spielten, funktionierten für mich eher so mittel (wobei ich neuzeitliche Detektiv-Geschichten generell ziemlich beknackt finde).

Der Film schlägt dann aber sehr schnell ästhetische Haken und bietet jede Menge atmosphärischer Aufnahmen in tollen Farben, billige aber sehr effektive Tricks und eine originelle, im wahrsten Sinne des Wortes raumgreifende Story als Metapher auf Generationskonflikt und Landflucht. Außerdem bringt Regisseur Darren Lynn Bousman im Verlauf des Films auch eine nette Anspielung auf seine Feuerfalle aus Saw 2 unter, ein nettes Augenzwinkern an die Fans, denen er mit diesem Film anscheinend endgültig klarmachen will, dass das von ihm mitgeprägte Subgenre des Torture-Porn endgültig vorbei ist.

bedBed of the Dead ★★½ (Trailer)
Ren, Fred, Sandy und Nancy wollen's bei ’ner Orgie in einem Burlesque Club so richtig knacken lassen und mieten sich ein Zimmer. Dummerweise steht darin ein verfluchtes Bett und so sitzen die vier auf einer Matrazue fest, während das Bett jedem, der einen Fuß auf den Boden setzt, auf die ein oder andere Weise um die Ecke bringt.

Jeff Mahers (Kameramann von Bite) Spielfilmdebut ist eine dieser No-Budget-Stücke, die nur Trash-Liebhaber verstehen können. Der Film scheitert natürlich am Ende an seinen mittelmäßigen Schauspielern und am nicht vorhandenen Geld und man kann ihn beim besten Willen nicht als „gut“ bezeichnen. Trotzdem hat der Film sichtlich Spaß an seinem Sujet, Mahers Erfahrung als Kameramann macht sich bei geschickter Beleuchtung und ein paar netten Spielereien bemerkbar und das Drehbuch baut einen halbwegs funktionierenden Kniff ein, der seiner albernen Prämisse einen Hauch Cleverness abjagen kann.

Der Film reiht sich damit ein in das bekannte Subgenre der „Besessenen Haushaltsgegenstände (im weitesten Sinne)“ wie etwa The Lift, The Refridgerator, Stephen Kings Maximum Overdrive, The Cars that ate Paris und, natürlich, sein großes Vorbild: Death Bed: The Bed That Eats. Ich hab’ einen kleinen Fleck in meinem Herzen für besessene Haushaltsgegenstände und mochte Bed of the Dead tatsächlich ganz gerne, auch wenn der Film am Ende über seinen Trash nicht hinauskommt. Fans des Genres werden an dem Film aber dennoch ihren Spaß haben.

MV5BNTg3ODc4YTgtMmNiZS00MWIxLTgyN2YtMDAwOTliZGI3ZWRmXkEyXkFqcGdeQXVyNDE2MzA5MA@@._V1_SY1000_CR0,0,692,1000_AL_Happy Birthday ★ (Trailer)
Brady lässt sich von seinem rassistischen Arschlochkumpel Tommy zu einer Reise nach Mexico überreden, um so richtig einen draufzumachen mit jeder Menge Koks und Nutten. Dort werden sie von einem mexikanischen Kartell entführt und es passiert… nichts.

Ich bin bei dem Film gestern tatsächlich kurz eingenickt. Der Film will so dermaßen krass robertrodriguezmäßig overthetop sein, dass er gar nicht merkt, wie strunzdämlich und langweilig er ist. Alles an diesem Film stinkt, angefangen mit den beiden Protagonisten, das Oberarschloch und sein bester Freund, der das Maul nicht aufkriegt, über das Casting mit dem schlechtesten Villain aller Zeiten und Steven Tyler als brabbelnder Drogenschamane, dessen Gestammel anscheinend lustig sein soll, aber einfach nur Gestammel bleibt, bis hin zum dilettantischen Schnitt ohne Timing und der miserablen Kameraarbeit ohne Gefühl für Bilder.

Dazu kommt ein zynisches Drehbuch, dass sich keinen Kommentar auf die Arschloch-Bros erlaubt und das sich unheimlich clever vorkommt mit seinen aus zehn Kilometer Entfernung absehbaren Twists. Happy Birthday ist ein Film für Bros und Jocks und Machwerke wie Hangover wirken gegen diesen Scheiß hier wie Arthouse. Casey Tebo hatte vorher ein paar Live-Filme von Aerosmith inszeniert – er sollte dabei bleiben.

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