Tanz der Teufel nicht mehr beschlagnahmt

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Das Amtsgericht Tiergarten hat die Beschlagnahmung von Evil Dead aufgehoben (auf dem Index ist er aber noch, Sony prüft grade eine De-Indizierung).

Ich weiß noch, wie wir von Tanz der Teufel mit 12 oder 13 als Mythos gehört hatten, die Sage vom verbotensten Film aller Zeiten, verbotener ging gar nicht, krasser als Porno, illegaler als Mord und Totschlag. Vom Film musste ich ja dann leicht enttäuscht werden, als ich den irgendwann kurze Zeit später dann ansah – kein Film konnte der durch dieses superkrasse Ultraverbot erzeugten Erwartungshaltung gerecht werden.

Wir vermuteten immer eine noch krassere Schnittfassung, in der die Kamera in der Hackebeilszene nicht wegschwenkt, in der das Blut nicht das Bild verschmiert und man noch heftigere Sachen sieht und ich kann die Vermutung sogar heute nicht ganz abschütteln, ich bin nie sicher, ob ich da jetzt wirklich die echte ungeschnittene Uncut-Version ansehe, oder ob da noch ein paar Sekunden fehlen. Demnächst kann ich ja nachschauen, dann gibt's die superkrass unverbotene Uncut-Version für ’nen Fünfer aufm Grabbeltisch.

Schnittberichte hat die Hintergründe der Indizierungs- und Beschlagnahmungsodyssee vom Tanz der Teufel, hier die Pressemitteilung:

tanzDas Amtsgericht Tiergarten Berlin (AG Tiergarten) hat in mehreren Entscheidungen vom 20., 22., und 25. Juli verschiedene Beschlagnahmebeschlüsse des Films „Tanz der Teufel“ (Originaltitel: „The Evil Dead“, 1981) aufgehoben und damit das seit 1984 bestehende Totalverbot des Films de facto beseitigt.

Der von Sam Raimi (Spider-Man 1-3) inszenierte Film „Tanz der Teufel“ löste bereits kurz nach seiner Fertigstellung in den 1980er Jahren eine Debatte über das Genre des Horrorfilms aus, in deren Verlauf es zu unterschiedlichen Verbotsentscheidungen durch deutsche Gerichte kam. Seither wurden immer wieder verschiedene, teils ausländische, Versionen der ungekürzten Fassung des Films durch deutsche Gerichte beschlagnahmt. Auch eine gekürzte Fassung des Films wurde 1989 verboten. Das Verbot der gekürzten Fassung hob das Bundesverfassungsgericht allerdings im Jahr 1992 wieder auf und äußerte generelle Zweifel daran, dass der Film überhaupt einen Verbotstatbestand erfüllt. Diese Auffassung bestätigte nun das AG Tiergarten auch in Bezug auf die ungekürzte Fassung des Films und gab an, dass der Film „nach heutigen Maßstäben keinen […] gewaltverherrlichenden Inhalt hat“.

Sony prüft nun die Möglichkeit, im Anschluss an die Gerichtsentscheidungen bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) einen Antrag auf De-Indizierung zu stellen, um den Film in Deutschland vollständig zu rehabilitieren und so im Idealfall eine rechtskonforme Veröffentlichung der ungekürzten Fassung mit FSK-Altersfreigabe zu erreichen.

Zur Feier des Tages, hier meine Sammlung von alten Evil Dead-Postern und Kram:

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