Kreuzworträtselkunst-Ausfüll-Granny beansprucht Urheberrecht

Gepostet vor 1 Jahr, 15 Tagen in #Design #Art #Crime #Dadaism

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koepcke

Die Dame, die vor ein paar Wochen ein Kreuzworträtsel-Kunstwerk von Arthur Köpcke im Neuen Museum in Nürnberg ausgefüllt hatte, beansprucht nun ein Urheberrecht an der von ihr mitgestalteten Arbeit. (via Daniel)

Die Frau kennt sich offenbar mit Fluxus aus, einer Nachfolge-Kunstströmung des Dadaismus, dem das Werk zuzurechnen ist und auf dem unter anderem die Worte „Insert words so it suits“ zu lesen sind.

Fluxus war […] eine Form der Aktionskunst, eine Bewegung unter Künstlern gegen elitäre Hochkunst, und der Versuch, neue kollektive Lebensformen zu schaffen […] Fluxus wird aus einem fließenden Übergang zwischen Kunst und Leben beziehungsweise der Einheit von Kunst und Leben erklärt: „Es geht um in das Leben einwirkende Produktionsprozesse und nicht um die Abschottung der Kunst vor dem Leben. […] Das Leben ist ein Kunstwerk, und das Kunstwerk ist Leben.“ (Wikipedia)

Ihre Aktion ist also, so ihr Anwalt, ganz im Sinne des kreativen Prozesses von Köpcke zu verstehen und sie habe „dem Willen des ursprünglichen Schöpfers folgend auf dem gleichen künstlerischen Niveau des Herr Köpcke weiter geschöpft“. Das Werk sei nun durch „belebende Weiterverarbeitung“ noch wertvoller und die Dame habe dadurch auch ein eigenes Urheberrecht am Bild erworben. Der Eigentümer könne nun also – rein theoretisch natürlich – Ansprüche gegen das Museum geltend machen, da es die „belebende Weiterverarbeitung“ durch die Restauration zerstört habe.

Laut spOnline-Interview sagte der Eigentümer des Bilds René Block „im Kunstmagazin 'Monopol', Fluxus sei von ihrer Klientin missverstanden worden: Man sei kein 'Künstler, wenn man das Kreuzworträtsel ausfüllt, da man nichts weiterentwickelt'.“

Das vielleicht nicht, aber die Dame ist mit ihrer Kreuzworträtselkunst-Ausfüllaktion ganz sicher Teil des kreativen Prozesses am Werk, ganz im Sinne von Fluxus als Anti-Kunst und seiner Konzentration auf Idee, Kommunikation des Werks mit Gesellschaft und Repetition der Kunstschöpfung.

Well played, Anwalt. Well played.

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