Fanboys vs Rotten Tomatoes weil Suicide Squad sucks

Gepostet vor 4 Monaten, 6 Tagen in Movies Share: Twitter Facebook Mail

rotten

Anscheinend hat Warner eine weitere DC-Comics-Gurke verzapft, der Film steht auf Rotten Tomatoes bei 33% (28% bei „Top Critics“). The Playlist beziffert die nötigen Einnahmen für den Break Even auf 750$ Mio. Dollar (!), angesichts der Trailerflut und dem massiven Marketing nicht ganz unrealistisch.

Ich hab’ das nicht kommen sehen, ehrlich gesagt. Die Trailer sahen im Gegensatz zu BvS wirklich toll aus und auch wenn sie keinen Joss Whedon am Start haben, so dachte ich doch, dass David Ayer, der bereits den großartigen Fury gedreht und Training Day geschrieben hatte, da etwas reißen kann. Anscheinend nicht.

suicideJetzt hat ein Fanboy eine Petition auf Change.org gestartet, die vor ’ner Stunde noch 9000 Unterschriften verzeichnete und jetzt bei 11.000 steht, weil – I shit you not – „bad reviews affect people's opinion“. (Und übrigens werden natürlich auch wieder die Bewertungen auf IMDB mit 10-Sterne-Crap geflooded, weil Internet.)

Die Petition ist noch gar nichtmal das Comedy Gold, die wirklich lustigsten Stellen sind die Comments, die diese „Haltung“ elaborieren und offenbar von Leuten geschrieben wurden, die zwar ein paar Hirnzellen besitzen, aber von Kulturkritik schlichtweg einen Scheiß wissen.

Some Joey:

Because I love both Man of Steel and the Ultimate Cut of Batman v Superman and I'm really bummed out by the reviews for Suicide Squad. I don't want DC Films to be in the same vain of the Transformers movies and I think it's pathetic that people want the universe to fail.

Look, Joey. Es ist nicht so, dass Kritiker wollen, dass das DC-Universe failt. Aber es ist so, dass sie ihr Maul aufmachen, wenn das Studio nun bereits den zweiten Film in Folge verkackt. Im Gegensatz zu Fanboys wie Dir.

Some Shadman:

Unfair reviews. Why is this important? Well, because in this day and age of social media, news articles and reviews of all things get spread very fast, and are often taken very seriously. Unfair reviews can end up ruining people's expectations to the point where they choose not to watch the movie at all (look what happened to bvs. I still find people who haven't watched the movie, even though they happen to be avid watchers of other superhero movies). And that's wrong on a multitude of levels. Movies get panned, lose potential watchers and even fans, and no studio deserves that. This will eventually lead to an imbalance in the industry. And that's a terrible thing to happen.

Look, Shadman. Jedes Studio, das in Hektik versucht, den Erfolg von Marvel nachzubauen und aufgrund crappy Personalentscheidungen (Snyder, Goyer bei BvS) und massenweise Reshots wie bei Suicide Squad nun Kackfilme produziert, verdient das. Reviews sind per se nicht „unfair“ oder „fair“. Es sind Reviews, subjektive Eindrücke, abgerundet mit ein paar objektiven Bewertungen, die einen Film retten können oder auch nicht. Soweit ich gelesen habe, hat Suicide Squad ein paar starke Schauspieler-Performances, die allerdings an Schnitt und Non-Narration zugrunde gehen. That's the terrible thing.

Some Tiffani:

Rotten tomatoes is a "critic" site that bashes great films and gives bad films wonderful reviews, ruining reputations of the good films.

Some Donny:

Rotten Tomatoes has shown their bias time and time again. May I suggest that your average critic is too braindead from watching Di$ney Marvel sitcoms (and enjoying their free movies and junkettes) to comprehend a true artistic achievement like Suicide Squad? I know it might be challenging to understand a script written by the guy who made Training Day and End of Watch instead of Bring it On, lol. Lots of people hated Clockworks Orange and Fight Club when they were released too.

„A true artistic achievement like Suicide Squad“. I don't know what to say to you, Donny, but I fixed some Typos.

Some Scott:

Rotten Tomatoes is negativity effects the film industry. They are biased, and try to change the public perception of films throughout history in an extremely negative fashion . This petition goes beyond just the DCEU, and is something that is important to the future of cinema. If Rotten Tomatoes fixes their problems then they can stay, but in the overwhelmingl likelihood that they stay in their biased ways hurting films, then this petition will be here for people to sign.

LOL.

Was hier passiert, ist natürlich alles andere, als neu. Ich kann mich noch gut an Flamewars erinnern, als wir bei den Filmfreunden die Transformers verrissen oder Taken als rassistisches Machwerk bezeichneten. (Beides zurecht.) Neu ist, dass diese Kulturkriege um einzelne Filme nicht mehr auf Threads auf Websites beschränkt bleiben, sondern durch Social Media aufgebläht werden und ihre Filterbubbles verlassen.

Filterblasen are broken, und die „neue Sichtbarkeit“ sorgt schlichtweg dafür, dass wir jegliche Äußerung von jedem sehen können, vom Kritiker bis zum 12jährigen DC-Fanboy. Was sich früher auf dem Schulhof abgespielt hat – Kids lachen Kritiker aus, die ihren Lieblingsfilm verreißen – spielt sich nun in aller Öffentlichkeit ab und zwar als Massenphänomen. Und hier sind wir dann (mal wieder) bei der Outrage-Memetik, die mehr mit den Gesetzen der Massenpsychologie im Sinne von Elias Canetti zu tun hat, als mit „Broken Fandom“ oder dergleichen.

Note to self: Ich muss das mit DasGeileNeueInternet mal formalisieren und Thesen zur Memetik aufstellen, diese Episode hier ist nur ein weiteres Beispiel für das „Ende der Illusion“.

Tags: DasGeileNeueInternet OutrageMemetics

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