Monitoringbericht zu rechtsextremen Phänomenen im Social Web

Gepostet vor 7 Monaten, 23 Tagen in #Politics #DasGeileNeueInternet #Nazis

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Neue Studie der Amadeu Antonio Stiftung „zu rechtsextremen und menschenverachtenden Phänomenen im Social Web für 2015/2016“. Keine großen Überraschungen, Sharing-Mechanismen und Viralität im DasGeileNeueInternet helfen dem Rechtsextremismus dabei, sich weiter auszubreiten und sich mit Weltbildern zu koppeln, die vorher nur lose Anschlusspunkte hatten (Verschwörungstheorien).

studyHier die Studie als PDF, von der FR:

ein negativer Lerneffekt, eine Radikalisierung via Internet: Menschen, die sich etwa auf Facebook zunächst in der lokalen Nein-zum-Heim-Facebook-Gruppe gegen Flüchtlinge äußern, kommen dort in Kontakt mit rechten Welterklärungsmustern. […] „die digitale Kommunikation [hat] dieser Form der Diskreditierung und Hetze eine Renaissance verschafft, die 2015 rechtsextreme Agitation wesentlich getragen hat“ […] So war beispielsweise das Konzept „BRD GmbH“ anfangs nur bei den sogenannten „Reichsbürgern“ verbreitet […] Inzwischen seien Elemente dieser Vorstellung eines angeblich nicht souveränen deutschen Staates auch außerhalb jener Zirkel anzutreffen

Aus der Studie:

Das Internet und die Sozialen Netzwerke sind das Umfeld, in dem sich die Neue Rechte 2015 virtuell manifestiert, massiv verbreitert und mit der AfD eine parteipolitische Ausprägung bekommen hat. Rechte Hetze, Agitation und Organisation im Netz gehen der Vielzahl der Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und auf nicht rechte Strukturen voraus. Rechte Strukturen nutzen seit Jahrzehnten das Netz, haben aber erst 2015 den Durchbruch zurück in den Mainstream geschafft. Im Kern werden hier die Auswirkungen der Krise der repräsentativen Demokratie und deren Konsequenzen sichtbar: Rechtsextreme Ideologie breitet sich in einem Umfeld aus, in dem Enttäuschung und Resignation einen Protestwillen induzieren und sich mit klassischen rechten Narrativen verbinden, die immer noch sehr weit verbreitet sind und intuitiv als Wahrheiten wahrgenommen werden.

Die Eigenheiten digitaler Kommunikation schaffen dafür die Voraussetzungen. Insbesondere Schnelligkeit und Breitenwirkung führen dazu, dass immer schärfere Ausdrucksweisen entwickelt und verbreitet werden (Radikalisierung der Phrase). Gleichzeitig ist es ein bekannter Vorgang digitaler Kommunikation, sich Beleidigungen als stolze Selbstbeschreibung anzueignen. Gerade Rechtsextreme haben das als effektives Instrument entdeckt. In Kombination mit der notorischen Widerstandspositionierung lassen sich Positionen und Ansichten aneignen, die aus dem demokratischen Spektrum bislang verbannt waren. In diesem rasanten Strudel aus Empörung, politischer Krise und neuen Kulturtechniken konnten 2015 rechtsextreme Ansichten mit hoher Geschwindigkeit geteilt und in die Breite der Gesellschaft getragen werden. Während es vor rund 10 Jahren noch eine Debatte über den Begriff Patriotismus und dessen Berechtigung in der deutschen Öffentlichkeit gab, sind heute Begriffe wie »rechts« und selbst »Nazi« sukzessive dabei, salonfähig zu werden.

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