Nazi-Studie: AfD ist Heimat der Rechtsextremen

mitte-studie-103-_v-videowebl

Neue Studie zu Nazis in Deutschland. Zusammengefasst: Rechtsextremismus ist in der Mitte weit verbreitet, die AfD bietet den Nazis ein Zuhause, rund ein Drittel der Deutschen hat ausländerfeindliche Einstellungen, Polarisation nimmt zu, Rechtsextremismus hat insgesamt aber nicht zugenommen. Hier die Studie als PDF-Download, aus dem Artikel der Heinrich-Böll-Stiftung:

Die jüngsten Veränderungen im Parteiensystem mit den Wahlerfolgen der AfD scheinen weniger mit einem Anstieg fremdenfeindlicher und autoritärer Einstellungen in der Gesellschaft erklärbar. Sie sind vielmehr auf das Auftreten eines neuen politischen Akteurs zurückzuführen, der rechte Einstellungen enttabuisiert und öffentlich vertretbar macht.

Zudem lässt sich eine Polarisierung der gesellschaftlichen "Mitte" ablesen: Der Teil mit rechtsextremen und autoritären Einstellungen radikalisiert sich; Antipluralistische, völkische Gruppen sind sichtbarer geworden. Gleichzeitig lässt sich in der "Mitte" aber auch eine Zunahme der demokratischen Einstellungen nachweisen. […]

Die hohe Zustimmung zu autoritären Gesellschaftsformen, eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit dem realen Wirken von Demokratie und die Abwertung sozial schwacher Gruppen sind nicht allein aus der sozioökonomischen Situation zu erklären. Offensichtlich führt ein Komplex aus ungerechter ökonomischer Teilhabe, politischer Exklusionen und Verunsicherungen in Bezug auf soziale Zugehörigkeit in der globalisierten Moderne zu antimodernen, antipluralistischen und völkisch-nationalistischen Affekten.

Nette Aufbereitung von spOnline: Studie zu Rechtsextremismus: Deutschlands hässliche Fratze.

spon

Interview der Tagesschau: Mitte-Studie zu Rechtsextremismus – "Der hässliche Deutsche wohnt nicht nur im Osten"

tagesschau.de: Welche Rolle spielen bei dieser Entwicklung AfD und Pegida? Etwa drei Viertel von deren Anhängern befürworten einen vollkommenen Zuwanderungsstopp von Muslimen.

Decker: Pegida wird vor allem von denjenigen unterstützt, die eine klar rechtsextreme Einstellung haben. Die Menschen würden das wahrscheinlich nicht von sich selber sagen, aber die Erhebung zeigt dies sehr deutlich.

Bei der AfD ist es etwas anders, weil es noch eine sehr junge Partei ist, bei der noch viel in Bewegung ist. Allerdings beobachten wir, dass viele Rechtsextreme in der Partei eine neue politische Heimat gefunden haben. Die NPD als Partei war für viele Menschen, die zwar rechte Einstellungen teilen, aber kein geschlossen rassistisches Weltbild haben, nicht wählbar. Nun gibt es eine Partei, die auch für einen Gewerkschafter im Ruhrpott mit rechten Ansichten gut wählbar ist.