Podcasts: Inside Pegida, Was ist Populismus?, Der Kulturkampf der AfD und ein Gespräch mich Armin Nassehi

Vier Podcasts, die ich vergangene Woche gehört habe. Diesmal monothematisch mit mal mehr, mal weniger differenzierenden Beiträgen aus allen möglichen Perspektiven von Philosophie bis Kneipengesprächen zu Pegida, Populismus und der AfD. Besonders empfehlenswert (mal wieder): Der Podcast des Philosophie-Magazins „Sein und Streit“, in dem sie unter anderem auch (teilweise kritisch) über den von mir (hier zB) geforderten linken Populismus reden. Moneyquote: „Wir müssen uns auf diese Auseinandersetzung einlassen.“ Let's go.

Sein und Streit: Was ist Populismus? (MP3, Info): „Erleben wir derzeit eine Ära der Populisten? Das fragen wir uns in einer politischen Ausgabe des Philosophie-Magazins. Anlass sind die Wahlerfolge der AfD in Deutschland und der FPÖ in Österreich, außerdem der starke Front National in Frankreich und die hohen Zustimmungswerte, die etwa Viktor Orban in Ungarn und Donald Trump in den USA erfahren. Jan-Werner Müller, Professor für politische Theorie, analysiert für uns, was den Populismus so gefährlich und zugleich auch attraktiv macht.“

1Live Reportage: Inside Pegida (MP3, Info): „Pegida, die islamfeindliche Bewegung, die wöchentlich in Dresden demonstriert, polarisiert seit eineinhalb Jahren das Land. Die Bilder der Fahnen schwenkenden Menge sind bekannt. Doch wer sind die Menschen, die regelmäßig zu Pegida gehen? Warum jubeln sie den zum Teil offen ausländerfeindlichen Reden zu? 1LIVE-Reporter Moritz Börner hat Pegida-Anhänger in Dresden getroffen, ganz privat beim Kaffeeklatsch oder in der Kneipe, und nach den Gründen gefragt.“

WDR5 Redezeit mit dem Soziologen Armin Nassehi (MP3, Info): „Trotz des Flüchtlingsandrangs und der Krise der etablierten Parteien - die Bundesrepublik ist tolerant und weltoffen, sagt der Soziologe Armin Nassehi. Er fordert einen reflektierten und offensiven Umgang mit den Parolen von Populisten.“

HR2 Der Tag: Die „versifften“ 68er - Wie die AfD Kulturkampf führt (MP3): „Wortreich weiß die AfD zu benennen, was sie nicht will, von wem und wovon sie sich verächtlich und angewidert abwenden möchte. Nämlich 'vom links rot grün versifften 68er Deutschland'. Doch was soll das für ein Feindbild sein? Die 68er von einst sind heutzutage mindestens 68 Jahre alt und haben die Institutionen, durch die sie marschiert sind, längst verlassen. Mit ihren verbalen Attacken bewegt sich die Partei auf den Spuren eines Kulturkampfs, der bereits im 19. Jahrhunderts tobte, und dabei kommt ihr ein Feindbild von gestern gerade recht. Von gestern allerdings sind in diesem Kampf nur die Chiffren. Der Kampf selbst findet heute statt, und alle, die in der AfD keine Alternative für Deutschland sehen, sollten wissen, wofür und wogegen deren Anhänger kämpfen.“