10 Jahre Stanislav Lem R.I.P.

Heute morgen tatsächlich noch über ihn und seine AI-Blackbox-These aus „Summa Technologiae“ nachgedacht, die erstaunlich gut zu den neuesten Entwicklungen der Neural Networks passt. Der Standard zum zehnten Todestag von Stanislav Lem:

stanislaw-lem-5Der Golem, der das sich auf die Vernunft gründende Weltbild anzweifelt, trägt in der zweiten Silbe seinen Namen, Lem. Golem aber ist nur ein Computer, der sich im Jahr 2047 eingestehen muss, nicht zu wissen, was die Welt zusammenhält – eben die "unaufhebbare Rätselhaftigkeit dieser Welt", eine ebenso schlichte wie aufregende Erkenntnis, die dem Schöpfer dieses Computers, dem polnischen Schriftsteller, Philosophen und Futurologen Stanisław Lem, schon vor Jahren gekommen war.

Der kleine alte Mann, dessen Bücher in fast 40 Sprachen übersetzt sind, lebte bis zu seinem Tod vor zehn Jahren in einem stillen Vorort von Krakau, etwa 15 Autominuten vom Ufer der Weichsel entfernt, der Wisla, wie die Polen den Fluss nennen. Lems Arbeitszimmer war bis unter die Decke von Bücherregalen zugestellt. Auf einem stand eine alte mechanische Adler-Schreibmaschine, auf der schon Lems Vater geschrieben hatte und mit der Lem noch bis zuletzt arbeitete.