Die AfD ist nicht lustig.

Gepostet vor 10 Monaten, 6 Tagen in #Misc #Politics #AFD #Election #Nazis

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Die AfD ist nicht lustig, das war sie noch nie. Bitte lesen, wichtiger Text: Bitte nicht lächeln: Zur AfD.

Die AfD ist eine extrem rechte Partei. Sie wird nicht aus „Unwissenheit“ gewählt. Das Programm, die Ideologie, die Debattenmächtigkeit, die Wahlerfolge der AfD haben ganz konkrete Auswirkungen auf Menschen, die nicht in das als deutsch definierte Bild der Partei und ihrer Anhänger_innen passen (wollen). Oftmals geforderte „Zivilcourage gegen rechts“, antirassistischer_antifaschistischer Aktivismus wird derweil durchgängig kriminalisiert.

Und jetzt werde ich noch feministisch-humorloser: Genau wegen alldem finde ich AfD-Scherze nicht (mehr) lustig. Es gibt hier nichts zu lachen (und das schon lange nicht mehr für Marginalisierte). „Tortaler Krieg“ ist ein ekliger Hashtag. Eure Stand-Up-Routinen zu Petry et al. könnt ihr euch sparen, weißdeutsche Cishet-Böhmermanns, wenn das schon alles ist, was ihr an Engagement zu bieten habt. Mit Klassismus und bildungsbürger_innenlichen Abgrenzungsversuchen durch Lächerlichmachung von Namen/formalen Bildungsgraden/Körpern, etc. der AfD-Anhänger_innen wird ebenso nichts erreicht.

Ich denke durchaus, dass unsere Demokratie eine Partei wie die AfD aushält, sie ist eben eine Manifestation der 20% Rassisten in Deutschland, von denen man schon immer wusste. Der strategische Partikular-Linksruck innerhalb der CDU und der Rechtsruck der SPD seit Schröder führte im Zusammenspiel zu einer massiven Schwächung der linken Strömungen in Deutschland und schuf ein Vakuum im rechten Spektrum, das die AfD nun ausfüllt.

Was nun zu tun ist: Es gilt nun also vor allem, Aufbauarbeit auf der Linken zu leisten. Die SPD muss sich asap von ihren Kuschelkurs mit der CDU trennen, wenn es sein muss durch Entmachtung des derzeitigen Führungskaders, und sie muss ihre Berührungsängste mit der Linken (Partei) in die Tonne treten. Auch wenn das ein Machtverlust bei den Bundestagswahlen bedeuten wird.

Darüber hinaus muss über ein längst überfälliges linkes Boulevard-Blatt ein neues linker Populismus a la Bernie Sanders etabliert werden. (Grade beim letzten Punkt könnte ich mir persönliches Engagement vorstellen, wenn sich da ein paar Leute finden. Vielleicht hätte spOnline seine Bento-Kohle lieber in sowas stecken sollen, statt einen Clickbait-Klon auf die Beine stellen zu wollen, das aber nur am Rande.) Ich habe dazu noch eine ganze Menge zu sagen, aber ich tue mich schwer mit dem Thema. Die „lustigen“ AfD-Bits waren mir schon immer sehr viel zu wenig (und ich halte sie, siehe oben verlinkten Text, sogar für schädlich).

Zusätzlich sind viele der grundlegenden Konflikte noch nicht wirklich im Diskurs angekommen. Es geht nämlich auch um einen politischen Konflikt zwischen urbanen Zentren und ländlichen Gegenden, sowie um anti-intellektuelle Ressentiments. Zu beidem fehlen tiefergehende Analysen.

Derweil auf FB: 7 Tage undercover auf Dunkelfacebook: „Ich fühle mich zunehmend niedergeschlagen beim Scrollen durch die Timeline. Diese Menschen sind nur damit beschäftigt, Angst zu erzeugen und aufzuwiegeln. Und es sind viele. Sie versuchen, mich als neues Lämmchen in der Herde einzunehmen und aufzuputschen. Es zieht mich emotional runter, es nagt an mir, es schafft mich. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so nahe gehen wird. Ich mag Anja. Ich würde ihr gerne erklären, dass die meisten ihrer Ängste nicht nötig sind, dass sie sich diese Sorgen gar nicht machen müsste. Ich kann jedoch nicht aus meiner Rolle fallen – auch, weil ich denke, dass viele dieser Menschen tatsächlich gefährlich sind. Anja vielleicht nicht, aber Klaus*, der gerne mal einen Flüchtling verprügeln würde und Messer sammelt.“

Und dann: „Jetzt ist es amtlich: Pegida-Chef Lutz Bachmann muss sich ab dem 19. April wegen des Verdachts der Volksverhetzung vor Gericht verantworten.“

In Mainz feiert die AfD ’ne Nazi-Party: „'Wissen Sie, ich habe zwei Kinder, denen will ich mal ein Deutschland hinterlassen und nicht irgend so einen Multikulti-Rotz', erklärt vor der Tür ein Anhänger. Endlich werde es 'diesen Parteien' und 'diesem System' mal gezeigt, jetzt sei Schluss. […] Beim Rausgehen, draußen vor der Tür, stimmt ein AfD-Anhänger ein Lied an. Es handelt von Deutschland, seinem Deutschland: 'Deutschland lebt, und wir sind seine Söhne. / Nur Hass und Wut für die Feindesbrut.' Das Lied stammt von der rechtsextremen Band 'Division Germania'.“

Die kommenden Jahre dürften… „interessant“ werden. (Und ich hege eine kleine Hoffnung, nämlich dass dieses Erstarken einer neuen rechten Bewegung schlußendlich zu einer Renaissance linker Werte führt. Fingers crossed.)

Und hiermit gebe ich zurück zu unseren Korrespondenten aus Weird Shit und Wacko Science.

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RechtsLinks 19.1.2017: Die völkische Umkopfung der AfD, Big Data im Wahlkampf und eine Fake-News-Studie

Sascha Lobo auf spOnline: Björn Höcke in Dresden – Schauen Sie diese Rede!: „Ein Gedankenexperiment: Wenn sich einhundert Menschen versammeln,…

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Hart, aber gut: Yolocaust, selbst wenn die Satire von Shahak Shapira der Intention des Architekten des Holocaust-Mahnmals entgegensteht: „Und das…

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RechtsLinks 18.1.2017: Fake and Fiction, Tales from the Frontlines of Viral Photography und die Glaubwürdigkeitslüge

Sehr (sehr) gutes Stück über „Fake News“ im Kontext von Fiction. Das hier berührt, glaube ich, den Kern der ganzen…

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Links 12.1.2017: You are Fake News, we are fired, everyone is a partisan Identity-Designer of the Tribes

Washington Post: What the [fuck] happened at the Trump news conference? First, he has decided that his official position on…

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Marco Maurer vom Neon-Mag hat sich als nationalistischer Germanistik-Student bei einer Leser-Reise des Rechtsaußen-Blogs PI-News nach Israel eingeschlichen. Man kann…

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Links 9. 1. 2017: Identity Headlines, The Metaphysics of Pepe, Safety Pins and Swastikas und warum die Linke ihr Mojo verloren hat

Die NYTimes über das amerikanischen Vorbild von #KeinGeldFürRechts: How to Destroy the Business Model of Breitbart and Fake News: In…

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Links 19.12.2016: Wie Hunter S. Thompson die neue Rechte vorhersagte und ein schwarzer Pianist den Ku Klux Klan entmachtet

TheNation.com: This Political Theorist Predicted the Rise of Trumpism. His Name Was Hunter S. Thompson. – In Hell’s Angels, the…

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Podcasts: Das Kapital, Netzpolitik, politische Utopien und das Ende der Massenmedien

Breitband: „Off the record – die Mauer des Schweigens“ (MP3, Info): Die Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Christiane Mudra beschäftigt sich…

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Trump Land and Clinton Archipelago, basierend auf den Karten der Two Americas of 2016 der New York Times. (via Sascha)