„Krieg der Geschichten“

Patrick Breitenbach (Ur-Blogger und Socialmedia-Fuzzi an der Uni Karlsruhe) über den Netzwerk-Effekt in eskalierenden Online-Diskussionen, was ja jetzt seit circa zwei Jahren Online-Dauerzustand darstellt und über den ich mal ausgehend von Gamergate ’nen ziemlich langen Text geschrieben hatte. Außer ein paar halbfrischen Medien-Kontexten steht bei Patrick auch nichts wirklich Neues, aber er hat den Themenkomplex schön runterabstrahiert.

9. In diesem “Krieg der Geschichten” verengt sich zugleich die Wahrnehmung der teilnehmenden “Infokrieger”. Bei Stress entsteht u.a. der typische Tunnelblick. Mensch beginnt allein aufgrund des Wustes an verschiedenen Storys entsprechend zu selektieren. Die größte Filterblase ist das eigene Gehirn, die eigene Biografie, das eigene Wertegerüst. Entsprechend gestaltet sich auch das jeweilige eigene Netzwerk, die eigene Peer. Die Taktung der Selektionsprozesse zur Gruppenbildung scheint in sozialen Netzwerken schneller stattzufinden. Freunde mit gleichem oder ähnlichem Werturteil werden hinzugefügt, Menschen mit anderer Meinung werden entfreundet oder blockiert. Das Netzwerk ordnet sich der eigenen Wirklichkeitskonstruktion unter und verstärkt sie damit auch zugleich. Es bilden sich entsprechende klare Kriegsparteien aus, die nun gegeneinander antreten.

10. Je mehr Meinung (Attacken) der Gegner raushaut, desto stärker und heftiger muss der jeweilige Gegenmeinung (Gegenangriff) ausfallen. Frequenz und Intensität des Krieges um Meinungshoheit erhöhen sich. Und damit steigt natürlich auch der gesamte Stresslevel und das teilbare Erregungspotenzial.

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