Science-Fiction: Hundert Jahre Übermorgen

Dietmar Darth in der FAZ über 100 Jahre SciFi und den Amazing Stories-Erfinder Hugo Gernsback:

amazing1916 gab Gernsback neben anderem, was er trieb, ein Magazin heraus, das die Ingenieure und Techniker der nahen Zukunft inspirieren, unterhalten und belehren sollte, vergleichbar heutigen IT-Periodika wie „Wired“. Das Heft hieß „Electrical Experimenter“ und brachte außer Informationen über das Neueste an der Funkenfront auch Spinnereien, darunter zwischen Mai 1915 und Februar 1917 Gernsbacks Fortsetzungserzählung „The Scientific Adventures of Baron Münchhausen“, in welcher der deutsche Lügenbaron unter anderem ein Raumschiff kommandiert, das „Interstellar“ heißt und auf dem Umschlag der „Experimenter“-Ausgabe vom Juni 1915 bereits wie der erste, rund fünfzig Jahre später in die Erdumlaufbahn geschossene Telstar-Kommunikationssatellit aussieht.

Als eine Art „mission statement“ waren die Worte gemeint, die Gernsback im Januar 1916 in seine Zeitschrift setzte, um die Wiederbelebung des Lügenbarons zu erläutern: „I am supposed to record Münchhausens doings; am supposed to be writing fiction, scientifiction, to be correct.“ Mit dem hier kursiv gesetzten Wort ist ein kompaktes Manifest in die Welt gesetzt; nicht nur Jeff Pruchers nützliches „Oxford Dictionary of Science Fiction“ (2007) erblickt darin den Urknall der Gattung.