Wages of Fear – Remake

Gepostet vor 9 Monaten, 8 Tagen in Misc Movies Share: Twitter Facebook Mail

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Remakes haben dank Hollywoods Reboot-Fetisch an Ruf ja praktisch nichts mehr zu verlieren. Alle zwei Jahre wird Spiderman neu auf die Leinwand geholt, Nightmare on Elm Street und Friday 13th sollen nochmal neu verfilmt werden, Shaft ebenso. Und über dieser ganzen kreativen Leere vergisst man oft, dass es durchaus Filme gibt, die durchaus ein Update vertragen würden, deren Story heute wirklich innovativ erzählt und denen mit einer Aktualisierung wohl tatsächlich neue Perspektiven abgerungen werden könnte. Einer dieser Filme ist Henri-Georges Clouzot 1953er Action-Klassiker Wages of Fear.

Lohn der Angst, so der deutsche Titel, ist einer meiner Alltime-Action-Favorites und spielt in meiner Welt in einer Liga mit bekannteren Klassikern wie The Great Escape, Rambo: First Blood oder Die Hard. Der Plot ist einfach, die Geschichte schon beim Lesen nägelkauend spannend:

Mario, Jo, Bimba und Luigi hängen arbeitslos in einem mexikanischen Kaff rum, in dem außer der Southern Oil Company niemand Jobs anbietet. Die Gegend ist umgeben von Bergen und Wüste, die Arbeiter werden von der Firma gnadenlos ausgenommen. Als eins ihrer Ölfelder explodiert, besteht die einzige Möglichkeit zur Löschung des Brands durch eine Sprengung mit dem Nitro Glyzerin, das die Firma im Kaff lagert und der einzige Weg, um das Zeug dahin zu transportieren, ist in zwei Trucks über die steinigen Berge von Mexiko. Also heuern die vier an und fahren mit ihrer explosiven Fracht, die schon bei kleinsten Erschütterungen in die Luft fliegen kann, durch die Walachei. All sorts of Bummkrachpeng ensues.

Der Film funktioniert auch heute noch als Actionfilm, ich hab’ mir den vor ein paar Monaten erst mal wieder angesehen, als ich den endlich auf DVD gefunden habe (die Neuabtastung in HD der Criterion Collection muss ich mir noch im Selbstimport zulegen), aber ich mag ohnehin alte Filme sehr gern und auch wenn der Wages in seiner Idee und kinetischen Energie durchaus auch ein Vorbild für moderne Klassiker wie Mad Max bildet, so ist mir klar, dass er für heutige Maßstäbe zu langsam und anachronistisch wirkt.

Der Subtext – ein Actionfilm mit Subtext! – freilich ist nach wie vor aktuell: Ausbeutung von Arbeitern, die sich auf der Jagd nach ein paar Dollar für ihren Boss auf eine unmögliche Tour De Force einlassen und sich dann während ihres Martyriums auch noch gegenseitig an die Gurgel gehen. Eine Allegorie auf den Kapitalismus in Form von Trucks voller Nitro.

Und dieser grandiose Film wird nun neu verfilmt. Und zwar nicht von irgendeiner Hollywood-Pfeife, sondern von Ben Wheatley, der mit Kill List (Trailer) einen der besten Filme der letzten Jahre abgeliefert hat und dessen neuere Filme wie Sightseers (Trailer), High Rise (IMDB) oder A Field in England (Trailer) ich zwar noch nicht gesehen habe, die aber dem Vernehmen nach allesamt gut bis großartig sein sollen.

Wages of Fear scheint also in mehr als kompetenten Händen gelandet zu sein. Für Old Fart Me ist das hier vielleicht die tollste Filmnews des Jahres. Anders gesagt: FUCK YESSS!

Bonustrack: ON WATCHING "WAGES OF FEAR" WITH MY 11-YEAR-OLD DAUGHTER.

"That," she cried, "is the worst movie I've ever seen!" But I wonder: were her tears, in fact, a way of tolerating fear? She was saying, quite literally, that she had seen the worst—and yet she remained there on the couch, with her father and me, and for that moment at least she was fully alive to the possibility that nothing survives us. I want to believe that the tears sprang from humility, from an encounter with that possibility. Perhaps they weren't angry, or even sorrowful, tears at all, a refusal of the "nothing" at the movie's core (and even, more distressingly, our own).

For isn't this how an adult, as opposed to a child, might respond—by refusing nothingness, especially when that refusal looks most like its opposite, an understanding so complete, so articulate, that it cancels out any terror that nothingness may hold for us?

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Tags: Classics

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