2 Dissektionen des Horrorfilms

Gepostet vor 1 Jahr, 7 Monaten in #Movies #Horror #VideoEssay

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1.) Im Video oben bespricht Lewis Criswell 45 Minuten lang, warum (zu) viele moderne Horrorfilme auf grundsätzlichen Ebenen an ihrer Aufgabe (der Angst nämlich) scheitern – man nehme nur das niemals enden wollende Haunted House-Subgenre (und seine Abwandlung, das Haunted Abandoned Asylum-Sub-Subgenre), das seit Ewigkeiten die immer gleiche Story erzählt. Als Beispiel hier mal eine grob zusammengewürfelte Haunted House-Trailershow alleine den letzten paar Monaten: Demons Don't Knock, Sanatorium, Sensoria, Condemned, Paranormal Activity 1267, The Inhabitants, The Entity, The Dead Room, Classroom 6, The Funhouse Massacre oder der tatsächlich ziemlich schicke We Are Still Here.

Diese Schwemme an House-Horrorfilmen führt in seiner Masse natürlich zu jeder Menge langweiligen Schlonz und Überdruss, aber genau dieser Hype sagt natürlich auch etwas: Die „Dinge“, die wir aufbauen und bewohnen, wenden sich gegen uns selbst. Und die Metaphorik dahinter muss ich wohl nicht wirklich ausführen.

2.) Diesen Text von Georg Seeßlen mit einer ausführlichen Analyse moderner Horror-Subgenres hatte ich bereits im letzten Walking Crap-Podcast verlinkt, will den aber auch nochmal ausführlicher Zitieren, weil's zur Dissektion oben grade so schön passt: Die Hölle sind wir.

Es gibt eine doppelte Verschmelzung; neben der Verschmelzung von Horrorfilm und Videospiel auch eine von Horrorfilm und behavioristischem Psycho-Experiment. Immer wieder stellen die Versuchsanordnungen, die Menschen an verwunschene, postindustriell verlassene oder vollkommen abstrakte und simulierte Orte führen, Fragen wie solche: Wie weit würdest du gehen, wenn deine Rettung nur auf Kosten der anderen möglich wäre? Das ist die so vielen dieser experimentellen Horrorfilme unterliegende Meta-Frage, die der Junge in der apokalyptischen Welt von Cormack McCarthys Roman The Road und seiner Verfilmung an den Vater stellt: Sind wir noch die Guten? Und wie könnte das gehen in einer Welt wie der von The Purge, wo für eine lange Nacht der Gewalt einfach alles erlaubt ist?

Die Filme und Serien dieser Art gehen von Versuchsanordnungen und dysfunktionalen Gesellschaften aus; man beschreibt einfache sadistische Versuchsanordnungen wie in Saw, man konstruiert Folterarchitekturen wiein Cube oder schickt die Menschen wie in Lost auf eine einsame Insel, wo sie sich gegenseitig bekämpfen. Es stellen sich durchaus transzendentale Fragen: Wer oder was hat uns eingesperrt in ein Haus, zum Beispiel, dessen Ausgang mit einem Zündmechanismus verbunden ist? Und wie zum Teufel finden Menschen, die sich feind geworden sind, zu einem gemeinsamen Handeln?

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