Umberto Eco: Nullnummer

ecoHeute morgen vorbestellt: Umberto Ecos neuer Roman Nullnummer, eine Story über Fakes und Medien und offensichtlich die Abrechnung eines alten Sacks mit dem Internet: Zwei Journalisten versuchen in den 90ern, eine Zeitung voller Fakes und Falschmeldungen zu gründen, sowas wie die Weekly World News, nur ohne Fun. Die Parallelen zum Internet 2015 und all seinem Wahnsinn sind ziemlich unzweideutig.

Die Geschichte könnte gradewegs ein Update oder ein zweiter Teil seines Verschwörungstheoriebuches Das Foucaultsche Pendel: Roman sein könnte, Snip aus einem Interview mit Deutschlandradio Kultur:

Kleinjung: Es gibt einen Journalisten, der an dieser "Nullnummer" mitarbeitet, der fest davon überzeugt ist, dass nichts so ist, wie es scheint, dass hinter allem ein Komplott, eine Verschwörung steckt, der sogar herausgefunden haben will, dass Mussolini am Kriegsende nicht ermordet wurde, sondern in Argentinien weiterlebte. Warum sind solche Verschwörungstheorien so unglaublich beliebt?

Eco: Die Verschwörungstheorie nimmt uns die Verantwortung. Wir haben keine Schuld, sondern jemand anders. Popper hat sogar gesagt, der Komplott übernimmt dieselben Funktionen, die in gewissen Religionen Gott hat. Wer hat all das angerichtet? Wir doch nicht! Das war jemand anderes. Den Leuten gefallen Erklärungen, die über die einfachen Antworten hinausgehen. Warum ändert sich das Klima? Das ist unsere Schuld, weil wir zu viel Strom und Benzin verbrauchen. Doch das wäre zu einfach. Vielleicht steckt doch Bilderberg dahinter, oder Davos, irgendjemand, der hinter allem steckt.

Für mich nach längerer Zeit mal wieder ein Must-Read-Eco, für den ich wohl alle anderen tausend derzeit in meiner Buch-Queue angelesenen Totholzbündel hintanstellen werde.