Adrian Frutiger R.I.P.

frutiger

Adrian Frutiger ist heute im Alter von 87 Jahren gestorben, seine Schriften Univers und die nach ihm benannte Frutiger gehören zu den meistgenutzten Schriften der Welt, finden sich auf Beschilderungen von Autobahnen und Flughäfen und auch auf den Euroscheinen. Nicht wenige von Euch dürften mit seinem maschinenlesbaren Monospace-Font OCR-B coden, oder mit seiner Courier New.

Sein Buch Der Mensch und seine Zeichen ist schrifttheoretisches Standardwerk und mein allererster Tipp für interessierte Typo-Noobs, da es weit über die normalen Typographie-Regelwerke und Gestaltungsgrundlagen hinausgeht und Zeichen und Symbole in ihrer elementaren Beziehung zu menschlicher Wahrnehmung und Handlung beschreibt.

Alles was wir heute tun, ist Grundlage für morgen. Alles Gegenwärtige ist auf der Erfahrung aus der Vergangenheit aufgebaut. Alles Zukünftige ist im Gegenwärtigen schon vorhanden. Das heutige Werk ist in der Geschichte menschlichen Schaffens verankert, und wenn es wertvoll ist, dann ist es das Fundament für die Zukunft.

Der Werkmann trägt deshalb eine doppelte Verantwortung: Im Schlussstein der Vergangenheit und zugleich im Grundstein für die Zukunft den eigentlichen Weg des menschlichen Erfindens zu erkennen. Adrian Frutiger

Großer Mann, sad day. Gute Nacht, Adrian.

FAZ: Adrian Frutiger zum 85.: Der Universale
Erik Spiekermann: Mr. Univers
Adrian Frutigers Schriften auf Myfonts.com
Adrian Frutigers Type Sign Symbol als PDF

[update] Erik Spiekermann in der Süddeutschen: Eine Epoche in Buchstaben
Co.Design: RIP Type Design Legend Adrian Frutiger
Dezeen: Adrian Frutiger, type designer and creator of London's street-sign font, dies aged 87
NZZ: Ein Schweizer Typograf mit Weltgeltung

[update] Der beste und ausführlichste Nachruf auf einen der wichtigsten schweizer Schriftgestalter kommt von einer amerikanischen Zeitung, Margalit Fox bei der New York Times: Adrian Frutiger Dies at 87; His Type Designs Show You the Way. Über das Verhältnis von deutschen Journalisten zu ihrem elementarsten Medium – der Schrift – muss man da nicht mehr allzuviel sagen.

Consider the following:

a, e, c, o, u

Now move farther away from your screen or, if you are tradition-minded, from your morning newspaper. Consider the line again. The once-tractable letters have turned unruly and are now barely distinguishable one from another.

Thus, for the type designer, the creation of a font entails much brooding at the drawing board over the architecture, proportion and slant of each character in a range of weights and sizes.

“A letter,” Mr. Frutiger told the English-language publication Swiss News in 2001, “follows the same canons of beauty as a face: A beautiful letter is in perfect proportion. The bar of a ‘t’ placed too high, the curve of an ‘a’ too low, are as jarring as a long nose or a short chin.”

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Adrian Frutiger - Schriften: Das Gesamtwerk
Symbole Zeichen: Wanderungen
Symbole: Geheimnisvolle Bilder-Schriften, Zeichen, Signale, Labyrinthe, Heraldik
Der Mensch und seine Zeichen