Goodbye, Jon Stewarts Daily Show

Gepostet vor 1 Jahr, 3 Monaten in Misc Share: Twitter Facebook Mail

jon

Ich habe mir grade die letzte Folge von Jon Stewarts Daily Show angesehen, gestern nacht illegal gesaugt durch langsame Hotel-Intertubes, während ich unter dem Sternenhimmel einer griechischen Insel an meinem Eistee nuckelte mit Blick auf die türkische Küste.

Zum ersten mal habe ich seine Daily Show wahrscheinlich in irgendeinem Youtube-Clip vor sieben oder acht Jahren gesehen, ungefähr sechs davon gehörte sie zusammen mit dem Colbert Report und Craig Fergusons LateLatenight zu meinem täglichen Frühstücks-Kickstart, mindestens so essenziell wie Orangensaft und Rührei mit Speck. Weil, Bullshit is everywhere.

Ich war nie ein großer Fan seiner Comedy – die Schreiber waren super, er selber „nur“ mittelsuper – und ob ich seine zukünftige Arbeit so genau verfolgen werde, wie seine Daily Show, möchte ich bezweifeln. Aber seine Arbeit in diesen 16 Jahren, seit dem endlosen „Krieg gegen den Terror“ und allem, was daraus entstand, und seine Ausdauer in der konsequenten Befeuerung des erklärten Gegners Fox „News“, der Steigbügelhalter für alles Schlechte, seiner ständigen Entblößung des Bullshits aus den Reihen ihrer Schergen in der amerikanischen Politik und den Corporate US of A, ringt mir nichts als Respekt und tiefgehende Anerkennung ab.

Mit Stewart geht nun nach Colbert und Ferguson der letzte meiner großen drei Abendnachtunterhaltungswizards. Mit John Oliver habe ich einen passablen Ersatz pro Woche, die Nightly Show hat leider nie wirklich gezündet (ich mag die Stimme von Larry Wilmore nicht), Fergusons Nachfolger James Corden hatte bei mir alle Chancen und ich sah da zunächst Potenzial, aber auch das hat nicht wirklich für mich funktioniert (und auch da mag ich die Stimme nicht). Bleibt abzuwarten, was Colbert als Latenight-Host auf die Beine stellen wird. Aber die großen Shows meiner Drei sind nun endgültig vorbei.

Als Bruce Springsteen dann am Ende den letzten Akkord gespielt, der Drummer das finale Solo getrommelt hatte und Jon Stewart nur noch ein leises „Thank you“ ins Mikro sprechen konnte, musste ich tatsächlich eine Träne wegwischen. Danke, Jon.

„Tramps like us, Baby, we were born to run.“

Tags: Media TV

post

Eli „Filterbubbles“ Parisers Design Solutions for Fake News

Eli Pariser, der vor fünf Jahren den Begriff der „Filterbubble“ erfand, hat ein kollaboratives Google-Doc mit Design Solutions for Fake…

Maher interviews Obama

Maher interviews Obama

Bill Maher hat endlich nach zwei Jahren Rumgebettel endlich sein Interview mit Obama bekommen. Am Wochenende hatte ich den Zusammenschnitt…

alg

Share Lab: mapping and quantifying political Information Warfare

Spannende Website aus Serbien, deren Macher den Online-Wahlkampf im vergangenen Jahr getrackt haben und nun in langen, ausführlichen Essays die…

3coleman4

This is Marshall McLuhan: The Medium is the Massage

Neben Canetti lese ich grade Sekundärliteratur zu den Medientheorien Marshall McLuhans, den experimentellen TV-Film zu Medium is the Massage kannte…

scratch-tickets_2

Fake Follower Automat

Der belgische Künstler Dries Depoorter verkauft seine Rubellose für Fake Follower jetzt auch im Automaten. (via Martin) Belgian artist Dries…

max

Max Headroom TV-Hack 1987

Netter Clip von SuperDeluxe über den 1987er Max Headroom TV-Hack:

gawk

Gawker.com R.I.P.

Nach dem Univision in einer Auktion die Gawker-Blogs (u.a. Gizmodo, io9, Kotaku) gekauft hatte, macht das Flagschiff (Gawker selbst) nächste…

gawk

Univision kauft Gawker

Der auf spanische Inhalte spezialisierte US-Sender Univision hat Gawker für $135 Millionen gekauft. Die betreiben mit ihren Univision Communications unter…

John Oliver über Zeitungssterben und Clickbait

John Oliver über Zeitungssterben und Clickbait

John Oliver in seinem So-Deep-Segment über Journalismus, Zeitungssterben und Clickbait:

Facebooks Newsfeed lernt Clickbait-Headlines

Facebooks Feldzug gegen Clickbaiters geht in die nächste Runde. Vor knapp zwei Jahren führten sie einen Mechanismus ein, der die…

drop

Podcasts: 50 Jahre Star Trek, Turn on Tune in Drop out, Rituale der Medien und eine Kulturgeschichte der Peinlichkeit

Eine ganze Reihe Podcasts, die ich in den letzten Wochen angehört habe, unter anderem mit Star Trek, Orson Welles, dem…