Goodbye, Jon Stewarts Daily Show

10.08.2015 Misc #Media #TV

Share: Twitter Facebook Mail

jon

Ich habe mir grade die letzte Folge von Jon Stewarts Daily Show angesehen, gestern nacht illegal gesaugt durch langsame Hotel-Intertubes, während ich unter dem Sternenhimmel einer griechischen Insel an meinem Eistee nuckelte mit Blick auf die türkische Küste.

Zum ersten mal habe ich seine Daily Show wahrscheinlich in irgendeinem Youtube-Clip vor sieben oder acht Jahren gesehen, ungefähr sechs davon gehörte sie zusammen mit dem Colbert Report und Craig Fergusons LateLatenight zu meinem täglichen Frühstücks-Kickstart, mindestens so essenziell wie Orangensaft und Rührei mit Speck. Weil, Bullshit is everywhere.

Ich war nie ein großer Fan seiner Comedy – die Schreiber waren super, er selber „nur“ mittelsuper – und ob ich seine zukünftige Arbeit so genau verfolgen werde, wie seine Daily Show, möchte ich bezweifeln. Aber seine Arbeit in diesen 16 Jahren, seit dem endlosen „Krieg gegen den Terror“ und allem, was daraus entstand, und seine Ausdauer in der konsequenten Befeuerung des erklärten Gegners Fox „News“, der Steigbügelhalter für alles Schlechte, seiner ständigen Entblößung des Bullshits aus den Reihen ihrer Schergen in der amerikanischen Politik und den Corporate US of A, ringt mir nichts als Respekt und tiefgehende Anerkennung ab.

Mit Stewart geht nun nach Colbert und Ferguson der letzte meiner großen drei Abendnachtunterhaltungswizards. Mit John Oliver habe ich einen passablen Ersatz pro Woche, die Nightly Show hat leider nie wirklich gezündet (ich mag die Stimme von Larry Wilmore nicht), Fergusons Nachfolger James Corden hatte bei mir alle Chancen und ich sah da zunächst Potenzial, aber auch das hat nicht wirklich für mich funktioniert (und auch da mag ich die Stimme nicht). Bleibt abzuwarten, was Colbert als Latenight-Host auf die Beine stellen wird. Aber die großen Shows meiner Drei sind nun endgültig vorbei.

Als Bruce Springsteen dann am Ende den letzten Akkord gespielt, der Drummer das finale Solo getrommelt hatte und Jon Stewart nur noch ein leises „Thank you“ ins Mikro sprechen konnte, musste ich tatsächlich eine Träne wegwischen. Danke, Jon.

„Tramps like us, Baby, we were born to run.“