Doku: Yps – eine kommunistische Erfindung?

Arte zeigt morgen um 21:50 Uhr die Dokumentation Yps – eine kommunistische Erfindung? über die französischen Wurzeln des Gimmick-Comics im Magazin Pif Gadget. Die Doku gibt es vorab in voller Länge auf Arte Creative zu sehen, zusammen mit ein paar begleitenden Links.

pif„Pif Gadget“ war in den 70ern die beliebteste französische Jugendzeitschrift. Sie ging aus dem kommunistischen Jugendmagazin „Le jeune patriote“ hervor und war das erste Magazin, dem ein Gimmick beilag. „Pif Gadget“ erreichte Auflagen in Millionenhöhe – viermal so hoch wie das Konkurrenzblatt „Le Journal de Mickey“. Ihren Erfolg verdankte die Zeitschrift aber auch den Comicgeschichten aus der Feder renommierter Autoren wie Goscinny, Gotlib, Mandryka, Uderzo, Mordillo, Tabary und Hugo Pratt. Es folgte ein internes redaktionelles Ringen um Kunst und Kommerz, was angesichts der kommunistischen Gesinnung der Herausgeber erstaunlich war.

Die deutsche Version „Yps“ erschien als westdeutsche Kinderzeitschrift ab 1975 und erreichte ebenfalls Millionenauflagen. Manche Gimmicks, wie die berühmten Urzeitkrebse, haben in Deutschland bis heute Kultstatus. Die Dokumentation zeigt, wie modern und innovativ „Pif Gadget“ seinerzeit war. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs passte das Magazin perfekt in seine Zeit: In den frühen 70ern spiegelte das Gimmick den damaligen Plastikboom wider, während man gegen Ende desselben Jahrzehnts versuchte, das Umweltbewusstsein der jungen Leser zu wecken.

In den 80ern zeigte „Pif Gadget“ erste Alterserscheinungen. Zwei Jahre nach dem Ende der UdSSR wurde das Heft eingestellt.

War das Yps-Heft eine kommunistische Erfindung? (Danke Marco!)