Random Darknet Shopper raid by Police

xtc

Im November bloggte ich über die jüngste Aktion der Mediengruppe Bitnik!, die einen Bot zufällige Dinge im Darknet einkaufen ließen und die Items in einer Ausstellung zeigten, unter anderem halt auch XTC, gefälschte Sneaker oder Spionage-Tools. Spannendes Experiment im Spannungsfeld aus Meatspace, Kunst und Cybercrime. Letzteres hat dann auch die Staatsanwaltschaft St. Gallen bemerkt und die Ausstellung einen Tag nach ihrem Ende komplett versiegelt und beschlagnahmt.

KHStGallen_Darknet_2014-10_MG_3318_LowRes_crpd_540Was bedeutet es für die Gesellschaft, wenn Roboter plötzlich autonom handeln? Wer ist haftbar, wenn ein Roboter von sich aus gegen das Gesetz verstösst? Dies waren zentrale Fragen der Arbeit «Random Darknet Shopper». Globale Fragen, die nun lokal verhandelt werden.

Am Morgen des 12. Januar, am Tag nach Beendigung der dreimonatigen Ausstellung, beschlagnahmte und versiegelte die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen in der Kunst Halle unsere Arbeit. Mit der Beschlagnahme und der Vernichtung der Ecstasy-Pillen soll offenbar eine Drittgefährdung ausgeschlossen werden. Dies ist unser aktueller Kenntnisstand, weswegen wir uns im Moment nicht weiter zur Sache äussern können. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Beschlagnahme der Kunstobjekte ein ungerechtfertigter Eingriff in die Kunstfreiheit darstellt. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Kunst Halle St. Gallen für die Zusammenarbeit und die Unterstützung bedanken. Wir sind überzeugt, dass es eine Aufgabe der Kunst ist, Ränder auszuleuchten und zeitgenössische, gesellschaftliche Fragen zu thematisieren.

Bitniks: STAATSANWALTSCHAFT ST. GALLEN BESCHLAGNAHMT UND VERSIEGELT ARBEIT DER !MEDIENGRUPPE BITNIK (via Netzpolitik)