Anita Sarkeesian & Gamergate @ Colbert Report

Frau Sarkeesian erklärt Gamergate beim Colbert Report:

Ich habe in den letzten Wochen ungefähr dreitausend Gigabyte Text über GamerGate gelesen, vor allem Stimmen und Artikel aus dem Pro-Lager. Das war kein Spaß und ich habe keine Ahnung, ob's mir wirklich etwas gebracht hat, aber immerhin sehe ich das Thema mittlerweile etwas differenzierter, und während es durchaus ein oder zwei Punkte gibt, die ich an GG nachvollziehen kann, sieht das insgesamt sehr (sehr!) scheiße aus für Verteidiger von Gamergate. Ich arbeite grade an einem viel zu langen Artikel dazu, weiß aber nicht, ob ich damit jemals fertig werde. Eher nicht.

Im Reason-Mag gibt es zwei sehr ausführliche Texte mit tausend Hintergründen zum Thema, die viele durchaus nachvollziehbare Punkte der GGs thematisieren: GamerGate: Part I: Sex, Lies, and Gender Games und GamerGate, Part 2: Videogames Meet Feminism. Frau Cathy Young leitet in den beiden Postings einen anti-autoritären Konsumenten-Aufstand gegen den Einfluss von Third Wave Feminism ab. Ich kann diesen Punkt halbwegs nachvollziehen und wenn man sich ein paar der Postings von Anti-Gamergators durchliest, dann sind viele davon keine Argumentationen, sondern Aneinanderreihungen von pauschalisierten Anschuldigungen mit stellenweise extremistischen Formulierungen. GGers sind in der Breite selbstverständlich weder Terroristen noch Kriminelle noch frauenfeindlich. GGers sind in der Breite schlichtweg konservativ, inklusive einer extremen Minderheit, so zumindest meine eigene Beobachtung auf /r/KotakuInAction.

Denn ist es leider so: Man sollte nicht so weit ins Rabbit Hole runterklettern, wie ich das in den letzten Wochen getan habe. Denn dort findet man nämlich nicht nur eine relativ moderat-konservative GG-Mehrheit, (die sich selbst übrigens als links-libertär bezeichnet, was ich in der Breite allerdings nicht sehe), sondern auch eine kleine, sehr laute, und sehr zentrale Minderheit: ganz klare right-wing MRAs, mit Tendenzen zu White Supremacy. (For those who know: Roosh, Return of Kings, 8Chan… man muss die Auswürfe der Kretins dort nur googeln und 2 Minuten lesen, um sich dreimal hintereinander im Strahl zu übergeben). Das sind zentrale Anlaufstellen von Gamergate, die viel der Organisationsarbeit übernehmen, Mailvorlagen schreiben und Argumentationshilfen bereitstellen.

Und natürlich: „Ethics in Gaming Journalism“. Die Forderung ist ja an sich nicht doof, aber wenn eine „Ethics-Bewegung“ sich „Quinnspiracy“ nennt und ursprünglich auf Lügen, Doxxing, Harassment und anschließendem Victim Blaming („Professional Victim“, wenn ich die zwei Worte nochmal in der Kombination in den Comments lesen muss, explodiert Grumpy Cat!) basiert, dann stinkt diese „Bewegung“ möglicherweise per se ganz, ganz gewaltig. Just sayin'.

Hier fehlen jetzt 1000 Sachen, von dem SJW-Unsinn bis zu Harassment gegen Gamergater, aber wie gesagt: Das ist mehr oder weniger ein Ausschnitt aus 'nem längeren Posting, das kommen mag oder auch nicht, den ich jetzt schnell wegen Anita bei Colbert zusammengestöpselt habe. Gamergate wirkt auf mich derzeit wie ein unlösbarer Knoten aus drei Millionen Argumenten und rhetorischen Figuren und ich hab' keine Ahnung, ob ich das irgendwann mal kohärent auf die Reihe bringe. We'll see.