Der Klang der Familie – Der Film

Der Klang der Familie war viele Jahre lang für mich der beste Techno-Track, der jemals geschrieben wurde, wahrscheinlich der erste Track aus Deutschland, der sich mit dem Kram aus Detroit auf Underground Resistance messen konnte. Der Klang der Familie war dann zwanzig Jahre später ein Buch, das ich echt gerne gelesen habe, nicht zuletzt, weil ich das alles hautnah miterlebt habe. Und jetzt kommt Der Klang der Familie als Doku auf Arte unter dem leicht debilen Titel Soundtrack Of Change, gedreht von den Buchautoren Sven van Thülen und Felix Denk. Laut Tanith strahlen sie den Film am 27. Juli um 23h aus. Ich bin gespannt. Hier noch ein bisschen Buchklappeninfotextgedöns:

Am 13. März 1991 begannen die 90er Jahre. Nur wenige Meter vom ehemaligen Todesstreifen entfernt eröffnete in einer massiven unterirdischen Stahlkammer der Club »Tresor«. Von hier aus breitete sich mit 180 BPM die Jugendkultur aus, die Ost und West vereinte: Techno. Nach dem Sturz der Mauer stehen überall in Berlin ungenutzte Flächen und Gebäude bereit, mit neuem Leben gefüllt zu werden. Die Besitzverhältnisse sind ungeklärt, und so erobert die Szene aus beiden Teilen der Stadt die neuen Freiräume. Clubs, Galerien, Ateliers und Studios entstehen – oft nur für wenige Wochen. Bald schon ist Berlin Epizentrum einer neuen Kultur, lockt mit Clubs wie dem »Tresor« und dem »E-Werk« Tausende Anhänger aus aller Welt an. Sie tanzen in Gasmaske oder Schweißerbrille die Nacht hindurch zum Preßlufthammersound bisher unbekannter DJs aus Detroit. Unter ihnen auch Schriftsteller, Künstler, Fotografen und Designer.

Schnell wächst Techno zu einer Bewegung der Massen, die in der Loveparade ihre schillerndste Blüte treibt. DJs, Clubmacher, Musikproduzenten, Türsteher und Szenegestalten, Menschen aus der Mitte der Bewegung und von ihren Rändern, sie alle kommen in »Klang der Familie« zu Wort und lassen eine Zeit lebendig werden, in der alles möglich schien.

Vimeo: Soundtrack Of Change