„The Act Of Killing“ online

„The Act Of Killing“ von Joshua Oppenheimer läuft noch für ein paar Tage auf Arte+7. Der Film war für den Oscar 2014 nominiert, hat ihn aber in einem Anflug der geistigen Umnachtung der Academy völlig ungerechtfertigt nicht gewonnen, denn die Doku ist locker die beste der letzten paar Jahre. Ich hatte den Film vor einem Jahr hier rezensiert und war ziemlich begeistert. Solltet Ihr den Film immer noch nicht gesehen haben: Unbedingt ansehen.

Indonesien, 1965: Nach dem Militärputsch werden über eine Million Menschen ermordet. Bis heute wagen die Opfer und ihre Nachfahren nicht, ihre Geschichte zu erzählen. Häufig leben Opfer und Täter in direkter Nachbarschaft, und die Täter von damals sind immer noch ungestraft an der Macht. Der amerikanische Dokumentarfilmregisseur Joshua Oppenheimer entscheidet sich für den einzig möglichen Weg: Er spricht mit den Mördern.

In "The Act of Killing" schockiert, dass einige Killer von damals darin ihre Taten nachspielen. In einem Land, das Mörder als Helden feiert, wagt es Joshua Oppenheimer, der zahlreiche Familienmitglieder im Holocaust verlor, sich dem Tabu und dem Terror zu stellen. Stolz und frei von jeglicher Reue erzählen die Mörder von ihren Taten und sind freudig bereit, diese nachzuspielen und sich selbst zu inszenieren.

Das Filmprojekt bringt die Männer schließlich zum Reden und zum Nachdenken über ihre Gräueltaten, die sie bisher nie reflektiert haben. Die Inszenierung der Realität ist wirklicher geworden, als es die tatsächlichen Handlungen für die Männer je waren.

"The Act of Killing" ist ein filmischer Fiebertraum, eine verstörende Reise in die Psyche der Mörder und das schockierend banale Regime von Korruption und Propaganda, in dem sie leben. Der Film konfrontiert den Zuschauer auf nie dagewesene Weise mit der banalen Alltäglichkeit des Bösen und der kathartischen Macht des Kinos.

THE ACT OF KILLING - DER AKT DES TÖTENS (via Mediasteak)

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