Porn Pareidolia in GCHQs Yahoo-Webcam-Surveilance (Pic NSFW, kinda)

Mich lässt die massenhafte Überwachung von Video-Chats durch den britischen Geheimdienst nicht los, auf ein paar Ebenen. Die greifen also Videostreams ab und speichern alle fünf Sekunden Minuten einen Screenshot, dabei fällt jede Menge Amateur Porn an, die haben sogar konkrete Zahlen: „The document estimates that between 3% and 11% of the Yahoo webcam imagery harvested by GCHQ contains 'undesirable nudity'.“

Ich gehe sehr schwer davon aus, dass da ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz an Minderjährigen dabeiwar, die sich auf ihrer Webcam einen runterholten. Wenn 1,8 Mio. User-Accounts mindestens einmal überwacht wurden und diese Chats im Schnitt so 5 15 Minuten dauerten (was sehr konservativ geschätzt ist und es gibt keinen Anlass anzunehmen, dass die User nicht mehrfach abgegriffen haben), dann macht das: 300 Sekunden / 5 = 60 * 1,8 Mio = 108 Millionen Pics, 7% davon sind 7.56 Millionen 15 Minuten/5=3*1,8 = 5,4 Millionen Pics, 7% davon sind 378.000. Wenn wir nun annehmen, dass nur 10% davon minderjährig sind, sitzt der britische Geheimdienst auf einer unfassbaren Kinderpornosammlung von 750.000 37.800 Pics und es sind garantiert mehr und die liegen alle auf den Servern des Staates.

Charles Stross fasst das in seinem großartig passend betitelten Posting Rule 34, meet Kafka wie folgt zusammen:

More hilariously, GCHQ is not a law enforcement agency but part of the defense establishment, and the UK has one of the most draconian child pornography laws in the developed world. Possession of child pornography images is a strict liability offence — intent has no bearing. Only a handful of categories of people are permitted to possess this material: police investigating a crime, some forensics specialists, lawyers and judges and other people involved in a trial. GCHQ personnel stumbling across images of child abuse could be committing a criminal offence. And possession or dissemination of indecent material (pornographic but not criminal stuff) on government computers? Oh dear, the mind boggles.

I am still trying to get my head around the implications that the British government's equivalent of the NSA probably holds the world's largest collection of pornographic videos, that the stash is probably contaminated with seriously illegal material, and their own personnel can in principle be charged and convicted of a strict liability offence if they try to do their job. It does, however, suggest to me that the savvy Al Qaida conspirators[yes, I know this is a contradiction in terms] of the next decade will hold their covert meetings in the nude, on Yahoo! video chat, while furiously masturbating.

Was mich allerdings fast noch mehr interessiert: An einer Stelle des Dokuments heisst es „We use Face Detection to try to censor material which might be offensive but this does not work perfectly“. Die haben zunächst einen Pornofilter über ihre Bildersammlung laufen lassen, der hatte aber zuviele False Positives ausgespuckt, da Gesichter und Webcams circa denselben Anteil Haut im Bild anzeigen, wie Pornos. Also versuchten sie, über Face Detection ausschließlich Gesichter anzuzeigen, was offensichtlich nicht geklappt hat und damit haben sie unfreiwillig ein Phänomen erzeugt, mit dem ich mich auf Nerdcore hier schon seit längerem beschäftigte: Machine Pareidolia.

Pareidolia ist der psychologische Effekt, Gesichter in Gegenständen und Dingen zu erkennen, die passende Meme dazu ist Faces in Places. Irgendwann haben Netzkünstler festgestellt, dass dieses Phänomen auch bei Face Detection zu beobachten ist, was wiederum Ausdruck der New Aesthetics ist. Ghost in the Machine und sowas. Dem fügen die britischen Geheimdienste nun eine weitere Dimension hinzu: Porn-Machine-Pareidolia.

Mich würde interessieren: Hat der Gesichtserkennungsalgorithmus gelernt? (Ist der überhaupt lernfähig, eine KI?) Und falls ja: Gab es eine Tendenz zu mehr oder weniger Porn? Hat der Ghost in the Machine Lust? Bevorzugt Porn-Machine-Pareidolia ein bestimmtes Geschlecht? In dem Skandal im Skandal stecken sicherlich dreihundertdrölf SciFi-Storys drin oder wie es Charles Stross formuliert: „Oh dear, the mind boggles.“ Und dafür müsste man sich bei den Pervs vom GCHQ fast bedanken. Aber nur fast.

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