Über die Existenz der Empfindung in den Köpfen und Rümpfen der Geköpften (1808)

Gepostet vor 3 Jahren, 7 Monaten in #Misc #Bodyparts #Books #Horror #Medics #Vintage

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Lino schreibt mir mit einem Buch, das ich unbedingt haben muss: „Ich habe grade ein Buch neu herausgegeben, das mir zu Nerdcore zu passen schien: Eine Abhandlung 'Über die Existenz der Empfindung in den Köpfen und Rümpfen der Geköpften' aus dem Jahr 1808. Der Verfasser beschreibt darin recht plastisch, wie er frisch abgeschlagenen Froschköpfen Holzfasern in die Nasenlöchern stopft, ihre Bindehäute unter Strom setzt oder Stubenfliegen auf dem hilflosen Häuptern herumtrippeln lässt.“ Das Original findet man hier auf Google Books.

Schon zu Lebzeiten war Franz von Paula Gruithuisen (1774-1852) ein umstrittener Arzt, Astronom und Rundumgelehrter, der ein Buch über die Bauwerke der Mondbewohner vorgelegt hatte, über das ganz Europa lachte. Allein Goethe, der Jupiter von Weimar, nahm ihn in Schutz. Zuvor war Gruithuisen aber einer ganz anderen – und zu seiner Zeit heiß diskutierten – Frage nachgegangen: Was geht eigentlich in einem abgeschlagenen Kopf so vor sich?

In den Monaten des jakobinischen Terrors 1793/94 waren schließlich erst vor kurzem 40.000 Menschen unter die Guillotine gewandert, und nicht nur die Klatschpresse, sondern auch medizinische Fachkreise staunten über Berichte, nach denen abgetrennte Köpfe noch sekundenlang Zeichen von Bewusstsein aufgewiesen hatten. Konnte man seine eigene Enthauptung nicht nur miterleben, sondern sogar – für kurze Zeit – überleben? Und war die Guillotine gar nicht die schmerzlose und unkomplizierte Tötungsmaschine, als die sie 1792 patentiert worden war?

Gruithuisen schaltete sich 1808 mit seiner Abhandlung »Ueber die Existenz der Empfindung in den Köpfen und Rümpfen der Geköpften« in die Diskussion ein, die mit diesem Band zum ersten Mal seit 200 Jahren wieder in einer handlichen und günstigen Leseausgabe vorliegt.

Als gründlicher Naturforscher verließ Gruithuisen sich nicht auf fragwürdige Berichte, sondern griff selbst zum Messer: Insgesamt kosten seine Forschungen auf nur 30 Seiten einigen hundert Fröschen, Mäusen, Hühnern, Singvögeln, »sehr vielen« (laut Autor) Tauben und Truthähne sowie drei Katzen, Hase, Igel und Ente (und fast einem Walfisch) den Kopf, bevor der Forscher endlich eine Antwort auf die Frage geben kann, wie es sich wohl anfühlen mag, geköpft zu werden.

Der junge Kulturwissenschaftler Lino Wirag (www.linowirag.de) hat die vergessene Schrift aus der Fraktur in lateinische Buchstaben transkribiert und den Text mit Kommentaren und einem ausführlichen Vorwort ergänzt, die es erlauben, sich im philosophischen und medizinischen Diskurs um 1800 (und nicht zuletzt im damaligen Schriftdeutsch) schnell zurechtzufinden.

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