Marcel Reich-Ranicki R.I.P.

Marcel Reich-Ranicki ist heute im Alter von 93 Jahren gestorben. Ich mochte den Mann sehr, sehr gerne, wegen seines Anspruchs, den er immer und überall voranstellte, Bücher verbal zerfetzte, die ihm nicht gerecht wurden und der live den Fernsehpreis ablehnte, weil er diesen Müll nicht ertragen konnte. Und natürlich nicht zuletzt wegen seines schrulligen Wesens. Wir haben heute einen großen Mann verloren. R.I.P. Marcel.

Man nannte ihn den Literaturpapst: Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Als Kritiker prägte er über Jahrzehnte das bundesdeutsche Verständnis von Literatur. Die Sendung "Das Literarische Quartett" machte ihn zum Fernsehstar, seine Memoiren "Mein Leben", in denen er seine Verfolgung durch die Nazis verarbeitete, waren ein Bestseller.

spOnline: Zum Tode Marcel Reich-Ranickis: Ein deutsches Leben
FAZ: Marcel Reich-Ranicki in der FAZ
Guardian: Marcel Reich-Ranicki, German literary critic, dies aged 93
ZDF: Marcel Reich-Ranicki ist tot

[update] Schirrmacher in der FAZ: Ein sehr großer Mann: „Er war ein permanenter Protest gegen Langeweile und Mittelmaß.“

Matthias Matussek auf spOnline: Reich-Ranicki und das Fernsehen: Der Typ vom anderen Stern: „MRR hat sie gehabt. Immer. Die Meinung. Seine Meinung, die natürlich die einzige richtige Meinung war. Ihr verschaffte er Geltung mit den herrlichsten Einleitungen. Wenn er etwa einen Kollegen unterbrach mit dem Ausruf: "Fabelhaft, mein Lieber - aber völlig falsch". Und dann begründete er. Und meistens, ach, fast immer, überzeugte er.“