A personal Note of Blood in three Steps

Gepostet vor 3 Jahren, 7 Monaten in #Misc #Blood #Storys

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1. 1994 habe ich auf dem örtlichen Volksfest in meinem Heimatkaff Wolfskehlen ein Glas Bier fallen lassen. Das Fest fand in einer kleinen Halle statt, die rund 500 Leute fasst, ich schätze mal, zum Zeitpunkt des Ereignisses spielte der „DJ“ grade entweder Come on Eileen von den Dexys Midnight Runners oder irgendwas von Jürgen Drews. Ich möchte betonen, dass dies die einzige Stelle bleiben wird, an der ich den Namen Jürgen Drews in diesem Blog erwähne.

Das runtergefallene Bierglas rollte zu den Füßen des dort engagierten Türstehers, der das als Provokation auffasste und er verpasste mir, obwohl ich mich mit erhobenen Händen näherte, eine Kopfnuss, zog mich nach draußen und vermöbelte mich mit all seinen Türsteher-Möglichkeiten. Ich bin dann irgendwann im Krankenwagen aufgewacht und musste an der Augenbraue genäht werden. Ich hab' die Sau angezeigt, es kam zum Prozess. Wieviel der Arsch bekommen hat, weiß ich nicht – hätte mich aber interessiert.

2. 2002 ging ich um 4 Uhr nachts von genau dem gleichen Volksfest nach Hause. Das Volksfest heisst eigentlich „Kerb“ und die kleine Halle heisst eigentlich „Bürgerhaus“. Jedes Jahr im Herbst, immer am gleichen Wochenende fliegt da die Kuh. Ich betrank mich, feierte ordentlich, tanzte auch ein bisschen, weil man das so macht und dann ging ich nach Hause – zumindest hatte ich das vor.

Das Bürgerhaus war nicht weit von meinem damaligen Zuhause entfernt. Luftlinie 500m, Gehweg vielleicht 1km, easy Job, especially when you're drunk. Ich musste nur circa 100 Meter gradeaus, dann rechts für 70 Meter, dann hardcore Links abbiegen, durch den Fußgängerweg für 100 Meter, dann nochmal 300 Meter gradeaus – da war mein Zuhause. Das Problem: An der Hardcore-Links-Stelle steht eine Parkbank an einer Grünfläche und ich kam in meinem Zustand auf die grandiose Idee, ich könnte einfach über die Grünfläche latschen und über die Bank steigen, weil: Dann spare ich ja 20 Meter. Ich fiel natürlich voll auf die Schnauze und zwar nicht einfach so: Ich schlug mit dem Kopf zuerst am Boden auf, in meinem betrunkenen Zustand hat mein Gehirn es nicht geschafft, meinen Armen rechtzeitig das Signal „Auffangen“ zu geben. Thing is: Ich hab' dann nicht einfach nur geblutet und bin nach Hause. Nein.

Mein damaliges Zuhause lag direkt am Ortsrand, hinter meinem Haus war freies Feld und meine Idee war, dass ich nun mit Platzwunde ins Feld gehe, mich meiner blutigen Klamotten entledige und im frühen Morgen einen Voodoo-Tanz aufführe. Dann bin ich nackt in mein nahegelegenes Zuhause gegangen, hab mich blutend ins Bett gelegt. Dann bin ich irgendwann aufgewacht, geweckt von meinem Papa.

Mein Papa erzählte mir: „Kid, ich war grade draußen mit dem Hund spazieren. Da sah ich drei Polizeiwagen und einen Hubschrauber. Die haben blutige Klamotten im Feld gefunden und gehen von einem Schwerverbrechen aus. Sie haben mich gefragt, ob ich etwas wüsste. Ich hab nichts verraten.“ Diese Wunde wurde nie genäht, sie ist natürlich verheilt und ich bin ein bisschen stolz darauf, dass ich betrunken mal 'nen Polizeihubschrauber provozieren konnte. Ich glaube, das will ich auf meinem Grabstein: „Here lies René Walter. Hat betrunken, blutend und nackt im Feld mal 'nen Polizeihubschrauber herbeigetanzt.“ Das stand danach so in der Zeitung, bei der ich zuvor ein paar Jahre gearbeitet habe, mit folgender Headline: „Naked Drunk Fuck causes Mayhem in Wolfskehlen“. I made this last thing up, es war allerdings sehr wohl ein News-Bit.

3. 2013, gestern morgen. Ich hatte mit einem Kumpel ein paar Biere getrunken und „Nightmare on Elm Street 3“ gesehen. Toller Film, nach dem ersten Teil der beste des Franchise. Ich kam danach auf die tolle Idee, in meine lokale Kneipe vor'm Haus zu gehen und noch ein bisschen zu trinken.

Wenn ich betrunken bin, kann ich sehr provozierend werden. Ich diskutiere gerne und sehr viel, vor allem Politik und der allgemeine Zustand der Welt ist mein Anliegen. Ich bin in meinen Sachen auch sehr angriffslustig und ich denke die fucking Tonalität dieses Blogs spricht hier eine klare Sprache. Ihr versteht.

Nun, gestern morgen bin ich an den falschen geraten und der Ficker hat mir eine Flasche über den Kopf gezogen, wie im Western, Classic Shit. Ich blutete wie ein Schwein und bin mit dem Krankenwagen gefahren, wurde dann von Ärzten wieder zusammengeflickt und mit ein paar Stichen genäht. Jetzt sitze ich hier mit drei (!) dicken Krankenhauspflastern im Gesicht, ich hab' sie noch nicht abgemacht, ich weiß noch nicht, wieviele Stiche und wie schlimm das alles ist. Ich schätze mal, gemessen an anderen Sachen, ist es halb so wild. Den Anblick meines aus der Fresse fließenden Blutes, das durch meine Hände rann, werde ich allerdings nie vergessen. Hab' ich noch nie aus der subjektiven Sicht gesehen: Fließendes Blut (im Gegensatz zu „tropfendem Blut“). I look like this right now.

Sidenote 1: Als mich die Ärzte gestern morgen zusammenflickten, scherzten wir rum und es tat auch gar nicht weh. Aber: Als sie fertig waren, sind sie alle abgehauen und haben mich alleine gelassen, frisch blutend und genäht auf einer Bahre. Ich hab' circa 15 Minuten gewartet, ob da noch jemand kommt. Dann bin ich einfach gegangen und hab' mir ein Taxi genommen.

Sidenote 2: Die Kripo war da und hat mich befragt. Ich wusste von nichts.

Die Moral von der Geschicht': Alle 10 Jahre (more or less) baue ich grandiosen Scheiß, blute aus Wunden im Gesicht und trage sichtbare Narben davon. Für 'nen linken Pazifisten halte ich das für einen okayen Schnitt.

[update] „Hab grade alle Verbände weggemacht. Wie gesagt: Halb so wild.“

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