Die Saga vom Offline-Vortex

Gepostet vor 3 Jahren, 8 Monaten in #Misc #intern #Storys

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Busfahrer ist im Sommer wahrscheinlich der beschissenste Beruf der Welt. Das weiß ich deshalb, weil ich grade in so einem Blechkasten in den nächsten Elektrogroßfachhandelmarkt fuhr, um mir dort einen neuen DSL-Router zu kaufen, und das kam so:

Ich saß da also vor knapp einer Woche auf einem Stuhl vor meinem Hauseingang, aß ein Stück Pizza und wartete auf den Telekom-Menschen, als mich mein Businesskumpel anrief und mir mitteilte, dass der Telekom-Mensch mich nicht angetroffen hätte. Da wurde ich sehr erbost, telefonierte mit ein paar Hotline-Menschen, deren Vorgesetzten und deren Vorgesetzten und schrieb schlußendlich eine gebührliche E-Mail. Die und mein Blogbeitrag dazu landeten auf dem Tisch einer netten Dame, die mich am nächsten Tag anrief, sich als die Assistentin der Geschäftsführung von Vodafone ausgab und mir mitteilte, sie würde sich nun persönlich um meinen Fall kümmern, denn das ginge ja wohl überhaupt nicht und ich hätte selbstverständlich Recht mit allem, was ich sagte. Nennen wir sie Leia.

Die Dame hat dann auch ein paar Hebel in Bewegung gesetzt und ein Nachfolgetermin war dann auch schnell gefunden, für Telko-Verhältnisse relativ kurzfristig nur eine Woche später und zwar vorgestern, am 31. Juli. Leia sagte „so unter uns“, die würden garantiert so zwischen 8 und 12 Uhr auftauchen und ich müsse auch nicht vor der Türe warten, sie habe das bereits hochpriorisiert und überhaupt. Selbstverständlich haben sie es auch vorgestern verkackt. Ich wartete so bis 15 Uhr, dann rief ich Leia an und klagte Ihr mein Leid. Freilich und wie es zu erwarten war: Die Prinzessin war zunächst sprachlos, dann entsetzt und rief laut: „Wartet's ab, Ihr finst'ren Gesellen! Ihr friert meinen Han Solo nicht noch einmal in Karbonit, Ihr elenden Halunken!“ Sie muss dabei so ähnlich ausgesehen haben, wie auf dem Bild oben.

Daraufhin spürte ich eine Erschütterung der Macht – als ob Milliarden von Angestellten in einem pinken Telekomunikationsunternehmen auf einmal aufschrien und plötzlich verstummten.

Und dann ging auf einmal alles sehr schnell: Gestern morgen bekam ich in kurzer Abfolge drei Anrufe. Der erste war erneut eine andere, sehr nette Dame von Vodafone – nennen wir sie Padme (was jetzt Zeit-Kontinuums-mäßig nicht so richtig hinhaut – aber schließlich kann ich in meinem Blog mit der Raumzeit machen, was ich will). Jedenfalls: Die teilte mir meinen neuen Anschalttermin mit: Mittwoch, 7. August. Der zweite Anruf handelte von einer Hardware-Retoure, die zwar seltsam, aber nicht wichtig ist. Der dritte Anruf kam von einer Dame der Telekom, die den Termin bestätigte und nochmal den genauen „Tathergang“ erfragte.

Schließlich, so gegen halb Acht abends, da rief dann noch ein Herr S. an. Der hatte „grade von seinem Chef den Auftrag bekommen“, sich persönlich um den Anschluss zu kümmern und der schickte mir heute morgen zwischen 8 und 10 Uhr zwei Techniker vorbei. Übrigens: Die Zeitspannen, in denen die die Techniker-Termine ankündigen, werden immer kürzer und zwar exponentiell absteigend. 1. Termin von 8 bis 16 Uhr, 2. Termin von 8 bis 12, 3. Termin heute von 8 bis 10. Finde ich als Muster in der Sache überaus interessant.

Die Techniker von der Telekom bekamen meine Handynummer, haben sich auch prompt um 9 Uhr gemeldet, waren um 9:30 Uhr da und haben meine Leitung angeknippst. Ich war zwar etwas verwundert, da mein DSL-Router blinkte, konnte aber auf dem Testgerät selbst sehen, dass die Leitung stand. Da hab' ich ihnen 20 Galaktische Credits für drei Kashyyykan Bitter Berry Beer zum Feierabend in die Hand gedrückt, fröhlich gewunken und widmete mich guter Dinge den blinkenden Lämpchen an meiner Dingsbox.

Busfahrer ist im Sommer genau deshalb der beschissenste Beruf der Welt, weil man in einer heißen Blechbüchse den ganzen Tag auf heißem Asphalt durch die Stadt fahren muss und dabei jeden Tag ungefähr 42tausend schwitzender und deshalb unheimlich stinkender Leiber rumfahren muss. Einer dieser schwitzenden und unheimlich stinkenden Leiber gehörte mir, weil ich im Vollbesitz all meiner Jedi-Mindtricks nicht genau angeschaut habe, welches Internet-Paket ich habe („50k, eh? Nehm' ich.“) und mir statt eines VDSL-fähigen Routers einen gekauft habe, der lediglich ADSL konnte. Als ich das feststellte, hab ich vorhin noch mal ein kleines Stückchen aus meinem Schreibtisch gebissen, bin in so einem Blechkasten in den nächsten Elektrofachhandelgroßmarkt gefahren und habe mir dort einen neuen, VDSL-fähigen Router gekauft. (Was übrigens sehr schade ist, der WPA-Schlüssel meiner alten Dingsbox enthielt nämlich die 1541, for those who know.)

Und als ich den neuen Router grade einstöpselte und mein Downstream nach einer Minute auf mehr als 2MB/s hochschnellte, da habe ich kurz geweint. Aber nur kurz.

Mein neues WLAN heisst übrigens The Lilly Of The Valley, sagt schön freundlich guten Tag:

The usual Nerdcore Acts of Crap resume in 3… 2… 1…

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if ( 2016-1974 == $TheAnswertoLifetheUniverseandEverything ) { fuckmylife(); kickalldolphinsforbowieprinceandleia(); haveawordwiththemicebecausetrump(); age++; getonwithit(); } else { fuckdouglasadamsandhisfakenews(); }

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