The Act Of Killing (Review)

Gepostet vor 3 Jahren, 11 Monaten in #Misc #Movies #Crime #Documentary #Review #Torture #Violence #War

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Ich hab' mir gestern die Doku The Act Of Killing angesehen, der Film von Joshua Oppenheimer (produziert von Werner Herzog und Errol Morris) handelt von den Massenmorden auf Indonesien in den 60ern, während denen 500.000 Menschen umkamen und die kommunistische Partei ausgelöscht wurde, während Suharto die Macht übernahm.

Zu der Zeit wurden die Gangster Anwar Congo und Adi Zulkadry zu den Anführern der Todeskommandos ernannt, Anwar spricht im Film von über 1000 Morden, die er selbst durchgeführt haben will und nicht ohne Stolz präsentiert er seine Methode des Tötens: Die meisten seiner Opfer strangulierte er mit einem langen Draht, bis der Mensch erwürgt war oder der Kopf ab. Den langen Draht benötigte man, damit nicht allzuviel Blut auf die Kleidung spritzte. Heute gilt Anwar als Gründer der rechten paramilitärischen Organisation Pemuda Pancasila und wird als Volksheld verehrt. Die Filmemacher überreden Anwar und Adi dazu, ihre Taten für einen aufwändig produzierten Film nachzustellen und was daraufhin folgt, ist an Surrealismus in einer Dokumentation wohl nicht zu überbieten.

Gangster in Drag, nachgestellte Enthauptungen im Fernsehstudio, durchsetzt mit Angebereien über vergangene Greueltaten. Und im Verlauf des Films öffnen sich die Mörder immer weiter und durch die Konfrontation mit ihren eigenen Taten setzt sich (zumindest bei Anwar, der im Film im Film einen der gefolterten Kommunisten spielt) langsam aber sicher die Erkenntnis durch: „Have I sinned?“

Der Doku wird an manchen Stellen vorgeworfen, manipulativ zu sein, die Taten nicht in den Kontext der Geschichte zu setzen und manche Szenen wirken tatsächlich gestellt, etwa wenn Anwar am Ende vor der Kamera kotzt. Allerdings behauptet der Film auch an keiner Stelle, die Historie der Massenmorde damals aufbereiten zu wollen. Vielmehr ist es eine Studie in die Abgründe des Menschen und sehr viel Näher an den Studien von Philip Zambardo (auf NC: Philip Zimbardo: Why ordinary people do evil… or do good, Wie gute Menschen böse werden…).

Der Film lief zur Berlinale auf einigen Festivals, gewann dort den Audience Award für die beste Doku 2013 und erhält grade einen limitierten Kino-Release in den USA und solltet Ihr die Gelegenheit haben, den Film irgendwo zu sehen: Unbedingt anschauen. Hier die Synopsis:

When Sukarno was overthrown by Suharto following the failed coup of the 30 September Movement in 1965, the gangsters Anwar Congo and Adi Zulkadry in Medan (North Sumatra) were promoted from selling black market movie theatre tickets to leaders of the most notorious death squad in North Sumatra, as part of the Indonesian killings of 1965–1966. They also extorted ethnic Chinese, killing those who refused to pay. Anwar personally killed approximately 1000 people, usually by strangling with wire.

Today, Anwar is revered as a founding father of the right-wing paramilitary organization Pemuda Pancasila that grew out of the death squads. The organization is so powerful that its leaders include government ministers, and they are happy to boast about everything from corruption and election rigging to genocide. A regime was founded on crimes against humanity, yet has never been held accountable.

Anwar and his friends are eager to re-enact the killings for the cameras, and are invited to make dramatic scenes depicting their memories of murder, as well as their feelings about the killings. These become more and more elaborate, and are produced in the style of their favorite film genres: gangster, western, and musical. Various aspects of that filmmaking process are shown, but gradually, beginning with the dramatization of Anwar's own nightmares, the fiction scenes begin to take over the film: what began as a documentary gradually transforms into a fever dream -- what Oppenheimer has called "a documentary of the imagination."

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