GEMA trollt öffentliche Kunst-Installation

Neuester Eintrag in der langen liste der GEMA-Charmeoffensiven: Diesmal trollen sie eine öffentliche Kunst-Installation, während der Luke Jerram 14 von Kids bemalte Klaviere in München aufstellte, auf denen sich die Leute ordentlich austoben konnten und spielen sollten, was ihnen grade in den Sinn kam. Damit war die GEMA natürlich nicht einverstanden und verlangte eine Pauschale pro Klavier und Tag, womit die Kosten des Projekts auf rund 5000 Euro explodierten und so nicht mehr tragfähig gewesen wäre. Aus Kulanz lies sich die GEMA dann auf circa die Hälfte runterhandeln.

An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich, warum der Begriff des Kulturterroristen für die GEMA indeed zutreffend ist. Dass auf den öffentlich aufgestellten Klavieren in circa 90% aller Fälle einfachste Harmonien durchgeklimpert werden, kommt der GEMA nicht in den Sinn. Es lässt sich freilich nicht ausschließen, dass sich da auch mal ein Könner an die Tasten setzt und einen Song der Beatles zum besten gibt, aber die GEMA lässt bereits Musikaufführungen von Straßenmusikanten gebührenfrei, warum man also hier ein Kunstprojekt für die Öffentlichkeit, das Menschen Kultur mal wirklich näherbringen könnte, attackiert, ist mir schleierhaft. Wieder mal ein Beweiss für das unbestrittene Talent der GEMA, grundsätzlich mit Wonne in den größten Scheißhaufen zu latschen, der grade verfügbar ist.

Hier noch die obligatorischen Dingsbumse: Die GEMA muss dringen reformiert, am besten aber zerschlagen und neu organisiert werden. Dieser Verein, dessen einziges Ziel offenbar darin besteht, Volksmusikern und den Bohlens ihr unverschämtes Auskommen mit kulturellen Negativleistungen zu sichern, ist seit 30 Jahren ein Anachronismus und seine systemimmanenten Mechanismen verhindern seit Jahren kulturellen Austausch und Fortschritt. GEMA – Because Fuck you, that's why.

Die GEMA und das Augenmaß – Zur freien Benutzung aufgestellte Klaviere und ein Generalverdacht (via Ronnys Maputtkutterwischferk)