Die TAZ über Embedding-Abmahnungen in Blogs

Die TAZ hatte am Wochenende einige Blogger zur mündlichen Einschätzung des Bundergerichtshofs wegen Urheberrechtsverletzungen bei eingebetteten Video befragt, unter anderem auch mich. Ich hatte mein Statement schonmal auf Facebook verdingst, jetzt allerdings ist der Artikel der TAZ online: „In Webseiten eingebundene Onlinevideos könnten nach Einschätzung des Bundesgerichtshofs Urheberrechte verletzen.“

Hier mein Statement und noch ein paar Sätze dazu: Wahrscheinlich sehe ich das alles zu entspannt und übersehe da etwas, ich denke aber nach wie vor, das man diese Entscheidung nicht losgelöst vom ursprünglichen Fall sehen kann, in dem eine konkrete Konkurrenz-Situation vorliegt. Sicherlich entsteht durch die Entscheidung (die noch nicht gefallen ist) eine Rechtsunsicherheit, aber Panik vor einer angeblichen Abmahnwelle schiebe ich deshalb noch lange nicht.

Die mündliche Einschätzung des BGH bezieht sich auf einen konkreten Fall, in dem ein Konkurrent einer Firma ein Video per Youtube angezeigt hat, das unerlaubt auf YT hochgeladen wurde. Dieser Fall lässt sich auf die allermeisten per Youtube eingebetteten Videos in Blogs nicht wirklich anwenden, da diese zu schätzungsweise 90% aus offiziellen Quellen stammen und von den Urhebern dort hochgeladen wurde, mit dem impliziten Wunsch der Verbreitung über Social Media-Kanäle wie etwa Blogs. Abmahnungen sind hier meines Erachtens nicht zu erwarten.

Interessant wird es freilich bei „sekundären Quellen“, bei durch die GEMA/Youtube-Verhandlungen gesperrten Videos, die bei Vimeo online gestellt werden. Sollte die GEMA (oder schlimmer noch: die Labels) sich hier dazu entscheiden, diese „Urheberrechtsverletzungen“ abzumahnen, käme das einem kulturellen Kahlschlag in der Netzwelt gleich.

Für mein Blog ziehe ich, selbst bei einem entsprechenden schriftlichen Urteil, keine Konsequenzen.

URHEBERRECHT UND VIDEO-EINBETTUNG: Die neue Abmahnchance?