Bundesweiter GEMA-Aktionstag

Gepostet vor 4 Jahren, 9 Monaten in #Misc #Copyright #GEMA #Protest

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Morgen finden in ganz Deutschland Proteste gegen die Tarifreform der GEMA statt, alle Infos zu den Demos findet man auf Kultur Retten und Gemeinsam gegen Gemainheiten, hier die Facebookseite. Die GEMA scheint das ganze diesmal nicht, wie so oft, einfach aussitzen zu wollen, sondern verschickt im Vorfeld Mails an ihre Mitglieder ( und will die Kommunikation monitoren und „sachlich steuern“.

Aus der Mail:

Wie agieren wir?
Ein rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist – auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird – aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich.

Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen.
Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor – im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.

Wie sachlich die Steuerung aussieht, kann man sich bereits hier in einer kleinen Diskussion auf Facebook zwischen einem der Mailempfänger und dem GEMA-Propagandakanal GEMAdialog ansehen.

Ist das Ihr Ernst? Ein Infoschreiben an mich als Mitglied, das nur "Wir haben recht" behauptet, die Versammlungsfreiheit bedauert, die potenziellen Verhandlungspartner – darunter Kunden und Urheber – als "Gegenseite" denunziert und ihnen Polemik und falsche Rechenbeispiele unterstellt, ohne auch nur ein direktes Argument dagegen zu liefern? Das Argument der Clubs, dass die GEMA unterstellt, sie wären immer voll ausgelastet, bleibt ebenso unbeantwortet wie die Behauptung, dass zur Berechnung der Grundfläche auch nachweislich unbespielbare Flächen herangezogen werden. Die immer lauter werdende Kritik am GEMA-Vorbehalt bleibt ebenso unberücksichtigt. Da Sie mir ja Argumentationshilfe leisten wollen: Heißt das, dass wir Urheber hier schlicht keine Argumente haben? Oder wollen Sie mich und andere Mitglieder einfach darauf einschwören, eine ernsthafte Auseinandersetzung zu verhindern und den Gegner zu diskreditieren?

[Antwort der GEMA] Hallo Sn Cn, uns liegt es fern, irgendjemanden zu denunzieren. Ich kann auch nicht erschließen, wie Sie darauf kommen. Es handelt sich um ein gewöhnliches Infoschreiben mit Fakten zur Tarifreform. […] Wie [sic!] werden weiterhin sachlich argumentieren. Es bleibt natürlich Ihnen überlassen, ob Sie unserer Argumentation folgen oder nicht.

Kurz: Die Versachlichung der Diskussion durch die GEMA besteht vor allem… aus der Versachlichung als Selbstzweck und der roboterhaften Wiederholung derselben, bereits tausendmal entkräfteten Argumente. Beispiel etwa der immer wieder angeführte „marginale Anteil der GEMA-Beteiligung“, die auf der hahnebüchenen Annahme einer steten Vollauslastung der Clubs beruht. Die de:bug zerpflückt hier ein paar der GEMA-Behauptungen.

Wenn diese Arroganz und Ignoranz die „Versachlichung der Diskussion“ darstellen soll, dann habe ich kein wirkliches Interesse an einem Dialog und halte lautstarken Protest und auch Wiederstand als das einzig probate und angemessene Mittel für diesen Verein, dessen Strukturen und Verfahren nicht nur im Internet Probleme bereiten, sondern die auch ganz klar in kulturellen Bereichen wie etwa der Volksmusik oder den von der GEMA als Beispiel angeführten Karnevalsvereine verhaftet sind, die mit zumindest meiner Lebenswirklichkeit genau gar nichts zu tun haben. Und wenn dem so ist, muss man sich fragen, ob eine Alternative nicht längst überfällig ist.

Und die gibt es zufälligerweise mit der sich grade in Gründung befindenden C3S:

Die C3S ist eine gemeinschaftliche Initiative mit Künstlern und für Künstler, eine neue und richtungsweisende europäische Verwertungsgesellschaft zu gründen. Eine nicht-exklusive Verwertungsgesellschaft, die es Musikern ermöglicht, ihre unter nicht-kommerziellen Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichten Werke außerhalb traditioneller Schemata kommerziell verwerten zu lassen. Mehr als das, die C3S wird auch offen sein für die kommerzielle Verwertung von Werken unter anderen freien Lizenzen einschließlich der Werke, die ohne explizit definierte Lizenz veröffentlicht werden.

Wir haben mit den Piraten die Politik aufgemischt – das können wir auch mit Verwertungsgesellschaften. In diesem Sinne: Happy Protesting!

Pommesgabel™ 🤘

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