Hippos eat People

Gepostet vor 4 Jahren, 11 Monaten in #Misc #Africa #Storys #Travel

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Angekommen im Sanbona Wildlife Reserve bekommt man wie in jedem Hotel Erfrischungshandtücher. Normalerweise riechen die nach nix oder nach Zitrusfrüchten oder nach Kräutern. In Sanbona riechen sie nach Kuchen oder Keksen, weshalb ich sie Cookie Towels nenne. Man bekommt sie nach jeder Safari und bei Ankunft und sie sind nur eins der vielen Details, die ich an Sanbona liebe.

Hier latschen Löwen durch die Gärten und man findet Skorpione unter den Steinen. Am besten sucht man nach Skorpione bei Nacht, mit UV-Licht, da sie im Dunkeln leuchten und desto kleiner sie sind, desto gefährlicher sind sie. Wir haben keine gefunden, obwohl Pascale, unsere Rangerin, mit mir eine halbe Stunde lang durch die Halbwüste zieht und wir einen Stein nach dem anderen umdrehen. Die Viecher sind scheu, heute abend, leider.

Eine Safari (Game Drive) ist vor allem erstmal arschkalt. Wir machen insgesamt zwei und ich sitze mit drei Shirts und zwei Pullis plus Decke im offenen Jeep, während draußen Paviane vorbeiziehen und Antillopen ihren Hintern ins Licht halten, da sie am Arsch eine eingebaute Heizung mit sich rumtragen, die sie in der Sonne aufladen. Später am abend werden wir einen Antillopen-Burger essen, passend zur Arschheizung. Eine Antillope schmeckt wie Wild, wie Reh.

Auf einem Hügel sehen wir den Höhepunkt dieses Game Drives: Eine Bande aus drei weißen Löwen pirscht sich an eine Gruppe Giraffen an, die Blätter von den Baumwipfeln zupfen. Mutti Löwin bringt ihren zwei Jungen im Teenageralter grade das Jagen bei, erklärt Pascale, und als die Giraffen sich aus dem Staub machen, trinken wir Gin Tonic auf einem Hügel im Sonnenuntergang, während unten im Tal eine Familie weißer Löwen entlangspaziert. Unreal. Als wir langsam unseren Weg nach Hause antreten und durch die Büsche fahren, brechen die Tiere auf einmal drei Meter vom Jeep entfernt durchs Gebüsch. Sie sind nicht weiter interessiert an uns, trotzdem fährt unsere Rangerin flugs ein paar Meter weiter und einen wilden Löwen in unmittelbarer Umgebung zu haben ist durchaus adrenalinfördernd. Vor allem da ich auf der Rückbank sitze. Falls die Löwen also seine Meinung ändern sollten und uns auf einmal für 'nen leckeren Happen halten, bin ich Hackfleisch. Aber die Löwen ziehen vorbei und wir beobachten sie dabei. Ehrlich gesagt sind weiße Löwen kurz nach Sonnenuntergang ziemlich lahmarschig und legen sich alle drei Meter auf den Boden. Wild my ass, still awesome hoch drei.

Der Abend im Reservat ist ruhig und damit meine ich tatsächlich im Wortsinn still. Wenn die Generatoren unter den Zimmern abgeschaltet werden, hört man außer seltenen gutturalen Lauten oder einer Zikade genau: Nichts. Diese Stille ist ohrenbetäubend. Und man kann Sterne sehen. Jeezus, kann man da draußen Sterne sehen. In der Großstadt sieht man keine Sterne, im Kaff, wo ich herkam immerhin ein paar und an klaren Nächten gab's durchaus mal sowas wie einen Sternenhimmel. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem Anblick der Milchstraße über'm Afrikanischen Busch. Überwältigend. Pascale kann sich in der Wüste am Stand der Sterne orientieren, wie sie mir auf der Skorpionjagd erklärte, und spätestens da hab' ich mich ein kleines bisschen in sie verschossen.

Die Safari am nächsten Morgen ist vor allem superarschkalt und man bekommt Wärmflaschen zu den Decken. Diesmal sitze ich in vier Shirts und drei Pullis im Wagen, aber die Kälte kriecht dennoch durch alle Stoffschichten. Wir sehen eine Elefantenherde, die auf der anderen Seite des Flusses entlanglatscht. Wir fahren zu einer Stelle, von der Pascale annimmt, dass die Tiere hier durchkommen müssten. Circa eine halbe Stunde lang halten wir den Atem an, es raschelt hinter den Büschen, ein Elefant pisst mindestens dreihundert Liter auf den Boden, €ste und Bäume werden abgerissen, es knackt und rumort, aber die Herde läuft in einem eleganten Kreis um unseren Jeep herum. Aus der Nähe sehen wir die "Ellis" (so nennen sie die Ranger) nicht mehr.

Dafür fahren wir zwei Minuten und sehen ein Flusspferd, dass sich grade in der Sonne aufwärmt. Hippos sind die gefährlichsten Tiere Afrikas und töten weit mehr Menschen, als Löwen, Leoparden oder Krokodile. Grund ist meist, dass sich Menschen zwischen sie und das Wasser begeben und Hippos alles tun, um sich den Weg ins Wasser freizuhalten. So trampeln sie Leute zu Tode, beißen Boote in der Mitte auseinander oder zerreissen einen Menschen mit einer einzigen Bewegung ihrer gewaltigen Kiefer. Dieses Hippo stand einfach nur in der Sonne rum, hob ab und zu den Kopf, als wir langsam daran vorbeirollten.

Rangerin Pascale erklärt uns auf dem Weg zurück noch einen Haufen Elefantenscheiße und Klopfkäfer, die mit ihrem Arsch Liebesbotschaften auf den Boden hauen und so mit ihren Weibchen kommunizieren. Zum Abschied wünsche ich Pascale: "Don't get eaten" und klopfe die drei Worte mit meinem Hintern in die Wüste.

Mehr Bilder aus Südafrika in meinem Set auf Flickr.

Vorher auf Nerdcore:
Welcome to Cape Town
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I bought a Zulu Penis Protection
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The Sanbona Skull Collection

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