Karl Hans Janke - Der Raketeningenieur aus der Psychatrie

15.05.2012 Misc
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Karl Hans Janke

Das letzte mal als ich mit René einen trinken war hab ich ihm von Karl Hans Janke erzählt. Janke saß von 1950 bis 1988 in der Psychatrie Hubertusburg und war auch dort ein ungewöhnlicher Zeitgenosse. Unermüdlich arbeitete er an Patenten, Raketenbauplänen und Modellen. Mit einer Akribie und Detailverliebtheit, dass ein Laie nie auf die Idee käme, dass das was er da sähe niemals ins Weltall steigen würde.

Seine Pläne ließ er sich von seinen Ärzten gegenzeichen. Sollte ja alles seine Ordnung haben. Und so erfand er laut eigenen Angaben über 300 technische Neuerungen.

"Janke selbst hat immer wieder versucht, Interessenten und Investoren für seine Erfindungen zu begeistern. Er wandte sich an verschiedene Unternehmen der DDR und an die ostdeutsche Akademie der Wissenschaft - oft genug mit anfänglichem Erfolg. Selbst der Werkstattleiter von Hubertusburg, der mit Janke jahrelang zu tun hatte, fragte sich immer wieder, ob an einigen seiner Erfindungen nicht etwas dran gewesen sein mag - der 'Rasierklingenschärfer' oder die 'Eistabletten mit Fruchtsaft' gehören freilich eher nicht dazu. Auch für den Laien ist bei verschiedenen Erfindungen von Janke nicht ganz klar, ob sie wirklich vollkommener Wahnsinn sind oder nicht vielleicht realisierbar gewesen wären."

Nach seinem Tod geriet er und sein Werk in Vergessenheit bis es 2000 auf dem Dachboden der Klinik wiederentdeckt wurde. Seitdem gab es mehrere Ausstellungen mit seinen großflächigen technischen Zeichnungen, die auch gerne der Art Brut oder Outsiderart zugerechnet werden.

So oder so, sein Werk ist faszinierend.

Gastbeitrag vom Kotzenden Einhorn.