GEMA gewinnt in erster Instanz gegen Google/Youtube

Habt Ihr heute schon hundertmal gehört: "YouTube muss sieben von der Musik-Verwertungsgesellschaft Gema genannte Musiktitel aus seinem Angebot entfernen. Dies entschied das Landgericht Hamburg am Freitag in erster Instanz. Dem Urteil wurde grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet beigemessen." (heise)

Es handelt sich um folgende sieben Songs: "Zwei kleine Italiener", "Akropolis adieu", "Ritmo de la noche", "Sex An Der Bar", "Night in Motion", "In The Shadow, in The Light", "Lieder, die die Liebe schreibt", "I feel like you", "Club Bizarre", "Rivers of Babylon", "Lieder, die wie Brücken sind" und "Im Kindergarten". Die Liste müsste ich mir eigentlich als eigenes Posting ohne weiteren Kommentar als die deutschjuristische Kulturkuriosität ins Blog kleben.

In den Comments auf heise.de spricht man unter anderem von Terror. Ich würde das gerne aufgreifen und von juristischem Kulturterrorismus von Seiten der Rechteverwerter sprechen - und ich denke nichtmal, dass dieser Begriff polemisch wäre. Kulturterrorismus ist für, was diese Leute da mit Kultur im Netz anstellen, durchaus zutreffend. Zitat Tim Berners-Lee: "The internet is bigger than the music industry".

Ich an Googles Stelle würde Youtube in Deutschland abschalten und die hiesigen Kleingärtner ihren proprietären und von traditionellen Medienhäusern querfinanzierten Videoplattformen überlassen, Kultur im neuen Jahrtausend findet dann eben erstmal ohne Deutschland statt.

Oder wie Ben Huh im "Too Much Copyright"-Video von Reason.tv sagt: "This disconnect between the public's view of copyright and fair use and what should and should not be prosecuted, versus the 'copyright maximist' view of the law, is our generation's Prohibition."