Jim Marshall, Father of Loud, R.I.P.

Jim "Father of Loud" Marshall ist gestern im Alter von 88 Jahren gestorben. \m/ Hier ein Van Halen-Snip aus dem Nachruf auf Golem: Technikpionier Jim Marshall ist tot

Van Halen, der seit Beginn seiner Karriere Ende der 1970er Jahre an Gitarren und Verstärkern herumbastelte, schlug Marshall angeblich vor, die Leistung von Vor- und Endstufe getrennt regelbar zu machen. Die Endstufe hatte künftig die Bezeichnung "Master" am Drehregler, die Vorstufe wird meist mit dem Knopf "Gain" geregelt.

Zuvor kam Van Halen zu seinem damals einzigartigen Sound, indem er sich eine Eigenheit der Marshall-Verstärker zunutze machte. Da die ersten Geräte noch durch Jim Marshall von Hand gebaut worden waren, hatten sie keine oder nur kleine Platinen. Die Verbindungen wurden "hand wired", also mit frei verlegten Kabeln hergestellt. Zudem gab es noch etliche kleine Regler im Inneren der Verstärker, welche für eine Anpassung der je Exemplar elektrisch unterschiedlichen Röhren nötig waren. Van Halen hatte einige seiner Verstärker so umgebaut, dass die Röhren mit veränderter Spannung oder Stromstärke liefen - das reduzierte zwar deren Haltbarkeit, ergab aber noch mehr Verzerrung.

Es dauerte bis 1980, um den Namen "Marshall" endgültig synonym mit dem Verstärker für harte Rockmusik zu machen. In diesem Jahr kam das Modell "JCM-800" auf den Markt, das durch die spätere "New Wave of British Heavy Metal" bald auf jeder Bühne zu finden war. Der Verstärker mit Master-Volume lieferte - oft in Verbindung mit zusätzlichen Effektgeräten wie Verzerrern - den harten Sound, den Bands wie Iron Maiden und Judas Priest gesucht hatten.