ACTA-Lobby-Lullaby: Sleep on, just sign the Treaty, everything is good

Gepostet vor 5 Jahren, 3 Monaten in #Misc #ACTA #Copyright #Economy

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Netzpolitik hat einen interessanten Brief der Lobby-Vereinigungen veröffentlicht, in dem sie die Proteste gegen das ACTA-Abkommen als „Angriff auf demokratische Institutionen“ bezeichnen. Wer die Ironie darin findet, darf sie sich am Samstag kommender Woche bei den nächsten Demos auf die Plakate kleben. Was in diesem Brief auch betont wird und was im Abkommen auch so geschrieben steht, ist der Kampf gegen Produktpiraterie in der dritten Welt. Den Punkt finde ich eigentlich fast noch interessanter als den Urheberrechtsquatsch.

Vor ein paar Monaten hatte ich ein Posting über einen Artikel von Foreign Policy über „System D“, das ist die afrikanische Slangbezeichnung für Schwarzmarkt und der umfasst alles, was nicht vom „legalen Steuersystem“ erfasst wird. Auch Flohmärkte und Wohnungsverkäufe. Der größte Teil des System D ist aber der Handel mit gefälschten Markenprodukten. Nun ist es so: Ich geb' nen fliegenden Fick auf die Profitmaximierung einiger Entertainment- und Sportartikelproduzenten in den Ländern der dritten Welt. Wenn Apple seine Hardware in China für ein bisschen Rotz auf die Hand produzieren lässt, dann habe ich überhaupt nichts dagegen, wenn der Sohn vom Foxconn-Mitarbeiter an der Ecke gefälschte iPhones vertickt. Wenn noch dazu dieses ganze System auf Markenpiraterie für ein kleines bisschen Gerechtigkeit und vor allem Lohnanpassung auf globaler Ebene sorgt, umso besser – auch wenn das angeblich unserer heimatlichen Wirtschaft schadet.

Wir haben deren Arbeitskraft lange genug ausgebeutet, wenn die sich über Markenpiraterie noch was dazuverdienen, dann ist das in meinen Augen mehr als gerecht. Und ob Adinikeapplewarnerversal deshalb 'nen Dollar weniger verdient, geht mir dabei sehr am Arsch vorbei. Noch ein Grund, um gegen ACTA auf die Straße zu gehen, denn dieses Abkommen ist nichts weiter als Protektionismus und eine Abschottung vor dem am stärksten wachsenden Markt der Welt.

Hier nochmal der Link zum Artikel bei Foreign Policy, solltet Ihr echt lesen, superspannend (überhaupt, der ganze Wirtschaftskram, wenn man den BWL-Quatsch weglässt, sind das pure Thriller): The Shadow Superpower – Forget China: the $10 trillion global black market is the world's fastest growing economy -- and its future.

The growth of System D presents a series of challenges to the norms of economics, business, and governance -- for it has traditionally existed outside the framework of trade agreements, labor laws, copyright protections, product safety regulations, antipollution legislation, and a host of other political, social, and environmental policies. Yet there's plenty that's positive, too.

In Africa, many cities -- Lagos, Nigeria, is a good example -- have been propelled into the modern era through System D, because legal businesses don't find enough profit in bringing cutting- edge products to the third world. China has, in part, become the world's manufacturing and trading center because it has been willing to engage System D trade. Paraguay, small, landlocked, and long dominated by larger and more prosperous neighbors, has engineered a decent balance of trade through judicious smuggling. The digital divide may be a concern, but System D is spreading technology around the world at prices even poor people can afford. Squatter communities may be growing, but the informal economy is bringing commerce and opportunity to these neighborhoods that are off the governmental grid. It distributes products more equitably and cheaply than any big company can. And, even as governments around the world are looking to privatize agencies and get out of the business of providing for people, System D is running public services -- trash pickup, recycling, transportation, and even utilities.

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